Sturm auf Kapitol Hollywood-Stars entsetzt über Gewalt in Washington

Nach der Erstürmung des US-Parlaments durch Trump-Anhänger mit vier Toten reagieren auch viele US-Stars entsetzt. Unter anderen äußerten sich Pink, Selena Gomez, Chris Evans, Arnold Schwarzenegger und John Legend.

Pink bei der Verleihung der BRIT Awards 2019 in der O2 Arena, London.
Pop-Star Pink zeigte sich entsetzt über die dramatischen Ereignisse in Washington. Bildrechte: imago/Future Image International

Hollywood-Stars reagieren auf Twitter empört über die Gewalt von Trump-Anhängern in Washington. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) waren militante Randalierer und Trump-Anhänger in das Kapitol eingedrungen. Dort wollte das Parlament den rechtmäßigen Wahlsieg von Joe Biden bestätigen. Bei der Erstürmung sind vier Menschen ums Leben gekommen.

Popsängerin Selena Gomez hat sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram im Zusammenhang mit den Unruhen in Washington vor und im Kapitol eine Mitschuld gegeben. Dies sei "das Ergebnis davon, dass man Menschen mit Hass im Herzen erlaubt hat, Plattformen zu nutzen, die genutzt werden sollten, um Menschen zusammenzubringen", schrieb die 28-Jährige.

"Dies ist ein trauriger Tag für Amerika", kommentierte Pop-Star Pink auf Twitter. Als US-Bürgerin und Tochter von zwei Veteranen schäme sie sich für Verlogenheit und Heuchelei in Washington.

"Dies ist ein Staatsstreichversuch, um einen Reality-TV-Star an der Macht zu halten", schrieb Schauspielerin Alyssa Milano. Niemand solle sich jetzt wundern, denn schon seit Monaten würden sie davor warnen, dass der scheidende US-Präsident zur Gewalt anstifte. Zudem forderte sie auf, die Petition für ein Amtsenthebungsverfahren von Donald Trump zu unterschreiben.

Der britische Komiker Sacha Baron Cohen warf Trump vor, einen Terrorakt gegen Amerika angestiftet zu haben. Auch er verlangte von den Verantwortlichen der sozialen Medien Twitter und Facebook, Donald Trump für immer von ihren Plattformen zu verbannen.

Pop-Star John Legend meint, das amerikanische Volk müsse sich an die eigene Nase fassen. "Jeder, der für dieses tragische, saumäßige, narzisstische Durcheinander eines Präsidenten gestimmt hat, trägt heute die Verantwortung für dieses Debakel" schrieb er auf Twitter.

"Trump ist nun völlig der wahnsinnige König und muss abgesetzt werden", schrieb Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino.

Supermodel Karlie Kloss verurteilte das Geschehen. Pikant: Sie ist über Heirat mit den Trumps verwandt. Ihre Schwägerin ist Ivanka Trump. Auf Twitter schrieb Karlie: "Die Ergebnisse einer demokratischen Wahl zu akzeptieren, ist patriotisch. Sich zu weigern und Gewalt anzuregen, ist antiamerikanisch."

"Avengers"-Star Chris Evans fand drastische Worte: "Stellt euch das Gemetzel vor, wenn sie nicht Weiße gewesen wären. Ich bin sprachlos".

Auch Arnold Schwarzenegger, ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, meldete sich zu Wort. "Ich hoffe, dass alle unsere Politiker heute auf der Seite der Wähler stehen", mahnte der Republikaner und Trump-Kritiker.

Schauspieler Alec Baldwin nannte die Präsidentschaft Trumps "Verrat". Er werde als der Präsident in die Erinnerung eingehen, der Aufstände ausgelöst hat, um eine rechtmäßige Wahl zu kippen.

Soul- und Pop-Ikone Stevie Wonder stellt fest, dass "dieser narzisstische und gefährliche Präsident ... nicht länger fähig ist, als Präsident zu dienen".

Trump stachelt Anhänger mit Rede auf

Zuvor hatte der abgewählte Präsident Donald Trump seine Anhänger in einer Rede regelrecht aufgestachelt. Er akzeptiert seine Wahlniederlage noch immer nicht, sprach von Wahlbetrug und forderte die Anwesenden auf, die Kongressabstimmung zu behindern: "Und dann laufen wir nach unten zum Kapitol. Und ich werde dabei sein."

Anhänger von Präsident Donald Trump versuchen das US-Kapitol zu betreten.
Anhänger von Noch-Präsident Donald Trump dringen in das Kapitol. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Ein wütender und teils bewaffneter Mob nahm das als direkte Aufforderung. Tausende versuchten Türen und Fenster des Gebäudes aufzubrechen. Sie skandierten "USA! USA!" Einigen gelang es, in die Abgeordnetenbüros und die Kongress-Säle vorzudringen. Die Politiker verschanzten sich und wurden dann von Sicherheitskräften in Sicherheit gebracht.

Nach vier Stunden schaffen es Polizei und Nationalgarde, mit Tränengas und Blendgranaten, die Randalierer zu vertreiben. Twitter sperrte Trumps Konten für 12 Stunden. Facebook, YouTube und Twitter haben das Video seiner Rede bereits gelöscht. Facebook sperrt Trumps Konto bis auf Weiteres, mindestens bis zur Machtübergabe am 20. Januar.

Polizei des US-Kapitol bewacht mit gezogenen Pistolen Türen.
Sicherheitskräfte des Kapitols bewachen mit gezogenen Pistolen die Türen. Bildrechte: dpa

Trump gibt auf - Amtsübergabe steht

Am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) bestätigte der Kongress den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl. Der amtierende US-Vizepräsident Mike Pence gab das amtliche Endresultat in einer gemeinsamen Sitzung beider Kongresskammern bekannt. Und auch wenn Trump seine Niederlage noch immer nicht eingestehen will, verspricht er nun eine "geordnete Amtsübergabe am 20. Januar".

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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