HSV-Ikone Fußball-Legende Uwe Seeler ist mit 85 Jahren gestorben

Große Trauer im deutschen Fußball: Uwe Seeler ist tot. Die Hamburger Fußball-Legende ist mit 85 Jahren im engsten Kreis seiner Familie gestorben.

Uwe Seeler lächelt bei einem Interview auf der Paul Hauenschild Sportanlage des HSV
Uwe Seeler ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Bildrechte: dpa

Uwe Seeler ist im engsten Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen. Das gaben sein früherer Verein Hamburger SV unter Berufung auf die Familie Seelers bekannt. Auch die Stadt Hamburg bestätigte am frühen Donnerstagabend die Todesnachricht. Zuletzt hatte Seeler nach Stürzen immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Hamburg verneigt sich vor seinem Idol

"Mit Uwe Seeler, Ehrenbürger seit 2003, verliert die Hansestadt Hamburg einen Ausnahme-Fußballer und besonderen Menschen. Tschüss, Uwe!", schrieb die Stadt Hamburg auf ihrer Webseite. Der Hamburger SV stellte sein Vereinswappen auf seinem Twitteraccount auf schwarz-weiß um.

Der Hamburger Ehrenbürger Uwe Seeler gilt als der größte HSV-Spieler aller Zeiten. Er wurde unter anderem mit den Hamburgern 1960 Deutscher Meister und 1963 Pokalsieger. Dreimal (1960, 1964 und 1970) wurde Seeler zum "Fußballer des Jahres" gewählt. Von 1995 bis 1998 führte er den HSV als Präsident an. Seeler wurde bei der WM 1966 Vize-Weltmeister sowie Dritter bei der WM 1970. Sein Traum vom WM-Titel ging nie in Erfüllung.

Uwe Seeler: Fußball war sein Leben

Der sportliche Erfolg wurde Uwe Seeler quasi in die Wiege gelegt. 1936 wurde er in der Hansestadt in eine Fußballerfamilie hineingeboren. Sein Vater zählte in den 1920er bis in die 1940er Jahre zu den populärsten Fußballern Hamburgs. Auch Uwe Seelers älterer Bruder Dieter war als Fußballer erfolgreich. Seine Mutter Anny war eine begabte Schwimmerin und Handballerin.

WM Qualifikation in Stockholm - Uwe Seeler erzielt das 1:2
Uwe Seeler während der WM-Qualifikation in Stockholm 1965 - er erzielte das entscheidende 1:2. Bildrechte: imago/Ferdi Hartung

Einmal HSV, immer HSV

Als echter Hamburger Jung' blieb Uwe Seeler seiner Heimatstadt und seinem geliebten HSV immer treu und widerstand auch lukrativen Verlockungen aus dem Ausland. Mehr als eine Million D-Mark stellten ihm unter anderen die Mailänder in Aussicht. Doch Uwe lehnte ab. "Mehr als ein Steak am Tag kann man nicht essen. Und wenn ich heute Bilanz ziehe, war diese Entscheidung goldrichtig", erzählte Uwe Seeler einst dem SID.

1946 spielte der junge Uwe Seeler erstmals in der Jugendabteilung des HSV. Im September 1970 bestritt Seeler gegen Ungarn sein 72. und letztes Länderspiel. 70.000 Zuschauer verabschiedeten im Volksparkstadion ihr größtes Sportidol. Kein Wunder, dass Uwe Seeler für die Hamburger nur "Uns Uwe" ist. Ein Mann des Volkes. 

Uwe Seeler: Das Kopfball-Phänomen

Uwe Seeler zählte mit seinen 1,70 Meter Körpergröße zu den besten Kopfballspielern der Welt. Legendär das berühmteste Tor seiner Karriere: Im Viertelfinale gegen England gelingt Seeler 1970 mit einem Kopfball der 2:2-Ausgleich. Somit brachte er sein Team in die Verlängerung.

Uwe Seeler besorgt mit seinem berühmten Kopfball per Hinterkopf das 2:2 gegen die Engländer und bringt somit sein Team in die Verlängerung
Das legendäre Tor gegen England: 1970 machte Seeler seinem Ruf als bester Kopfballspieler der Welt alle Ehre. Bildrechte: imago/Sven Simon

So nimmt Deutschland Abschied von Uwe Seeler

Zahlreiche Sportler, Wegbegleiter und Politiker gedenken der Fußballikone. So gab der HSV ein Statement von Sportvorstand Jonas Boldt heraus:

Uwe Seeler steht für alles, was einen guten Menschen auszeichnet: Bodenständigkeit, Loyalität, Lebensfreude, zudem war er stets nahbar. Er ist der Inbegriff des HSV. In besonderer Erinnerung bleibt mir persönlich unser Zusammensein bei seinem letzten Geburtstag. Er hat gefachsimpelt, nach seinem HSV gefragt, mir Tipps und ein paar Sprüche um die Ohren gegeben. Wir werden ihn nie vergessen und immer in Ehren halten. Jetzt gelten unsere Gedanken und unser Mitgefühl Uwes Familie, der wir unser herzliches Beileid aussprechen.

Jonas Boldt

Auch Fußballweltmeister Rudi Völler zeigt sich bewegt: "Ich bin erschrocken. Meine Gedanken sind bei seiner Familie, der ich mein tiefstes Beileid ausspreche. Uwe war ein wunderbarer Mensch, eines der größten deutschen Sportidole ist von uns gegangen."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Uwe Seelers Witwe Ilka sein Mitgefühl ausgesprochen und den DFB-Ehrenspielführer als "Legende des deutschen Fußballs und eine einzigartige Persönlichkeit ohne große Allüren" gewürdigt. "Ihr Mann hat uns viele unvergessene Spiele geschenkt und unnachahmliche Tore erzielt", heißt es in einem Schreiben, das das Bundespräsidialamt am Donnerstag veröffentlichte. "Bei allem Ruhm und bei aller Popularität ist Ihr Mann sich selbst stets treu geblieben. Er hat nie vergessen, dass man nur dann ganz nach oben kommt, wenn man den Weg nicht alleine geht."

BRISANT/dpa/SID/ndr.de/hsv.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. Juli 2022 | 17:15 Uhr

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