Eine Person sitzt mit angezogenen Beinen neben einer Waage
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Frauen häufiger betroffen als Männer Essstörungen - Magersucht, Bulimie, Essattacken

BRISANT | 18.08.2018 | 17:10 Uhr

Informationen zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten für Essstörungen finden Sie hier. Außerdem erfahren Sie, wo und wie Betroffene Hilfe finden können.

Eine Person sitzt mit angezogenen Beinen neben einer Waage
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Essstörungen wie Magersucht, Bulimie und Essattacken, treten im Vergleich zu Depressionen eher selten auf. Etwa ein Prozent der Frauen erkranken in Deutschland während ihres Lebens an Magersucht und etwa zwei Prozent der Frauen an Bulimie. Etwa zwölfmal häufiger als Männer erkranken Frauen an Magersucht bzw. Bulimie. An Essattacken erkranken zwischen zwei bis drei Prozent der Bevölkerung. Frauen sind hiervon etwa doppelt so häufig betroffen. Essstörungen beginnen meisten in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter und gehen oft mit Depressionen, Angststörungen und Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten einher. Meist haben Essstörungen mehrere Ursachen: etwa ein übertriebenes Schönheitsideal oder sexuellen Missbrauch.

Dauerthema Fette

Das größte Problem für essgestörte Patienten sind Fette. Zu Öl, Butter oder Margarine hat niemand ein entspanntes Verhältnis.

Zwei Frauen links im Bildhintergrund im Vordergrund schaut Ernährungswissenschaftlerin Michael Zwiener in die Kamera
Bildrechte: MDR/Redello

Die Verwendung von Streichfetten ist Dauerthema in der Ernährungstherapie, weil das etwas ist, was als Lebensmittelgruppe als allererstes wegfällt. Wo einfach ganz klar ein Verbotsstempel drauf ist oder eine große Sorge oder auch große Ängste, diese Lebensmittelgruppe zu konsumieren. In der Essstörungstherapie geht es darum, diese Lebensmittelbestandteile wieder zu integrieren.

Michaela Zwiener | Ernährungswissenschaftlerin

Magersucht

Magersucht äußert sich in erster Linie durch extremes Untergewicht, das durch unregelmäßiges Essen, exzessive sportliche Betätigung, Appetitzügler oder Erbrechen herbeigeführt wird. Das Gewicht liegt meist mindestens 15 Prozent unter dem normalen Gewicht. Die starke Unterernährung wiederum führt u. a. häufig zu niedrigem Blutdruck, Beschwerden im Unterleib, Zahnausfall, Eiweiß- und Mineralienmangel.

Bulimie

Patienten, die unter Bulimie leiden, sind nicht gleich optisch erkennbar: Sie haben normales Gewicht, sind aber ständig mit dem Essen beschäftigt, weil sie Angst haben, zu dick zu werden. Deshalb wechseln sich Heißhungerattacken und Erbrechen bei ihnen meist ab. Patienten mit Essattacken sind dagegen meist übergewichtig, weil sie ihre Heißhungerattacken nicht mit Erbrechen oder exzessiver sportlicher Betätigung ausgleichen.

Behandlungsmethoden bei Essstörungen
Stationäre Behandlung

Besteht aufgrund des starken Untergewichtes eine körperliche Gefährdung, müssen Essstörungen im Krankenhaus behandelt werden. Anschließend wird eine psychotherapeutische Behandlung empfohlen.
Psychotherapie

Bei allen Essstörungen wird eine Psychotherapie empfohlen. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, die Familie aktiv in die Behandlung einzubeziehen. Die wichtigsten Ziele sind die Normalisierung des Essverhaltens und Gewichts und eine Behandlung der psychischen Beschwerden und Probleme. Dabei sollte auch ein angemessenes Selbstwertgefühl und soziale Kompetenzen entwickelt werden.

Quelle: Bundespsychotherapeutenkammer

Telefonseelsorge in Deutschland 0800 - 111 0 111
0800 - 111 0 222
(gebührenfrei)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 18. August 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2018, 08:56 Uhr

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