"Gaffen tötet" QR-Code auf Rettungswagen soll Gaffer abschrecken

"Gaffen tötet" - diese Botschaft soll künftig auf den Smartphones von Schaulustigen erscheinen, wenn sie Unfall-Einsätze der Johanniter fotografieren wollen. Möglich wird das durch einen technischen Trick.

Auf einem Smartphone ist der QR-Code auf einem Rettungswagen zu sehen
Bildrechte: dpa

Sogenannte QR-Codes an den Rettungsfahrzeugen oder an der Ausrüstung der Retter lösen auf den Smartphones von fotografierenden "Gaffern" den Warnhinweis "Gaffen tötet" aus. Die Idee einer Werbeagentur, die den Schaulustigen ihre Tat unmittelbar bewusst machen soll, wird in den nächsten Monaten von den Johannitern in einem Pilotprojekt getestet, wie die Johanniter-Unfall-Hilfe mitteilte.

Rettungskräfte von Schaulustigen behindert

Immer wieder käme es vor, dass die Arbeit der Rettungskräfte durch Schaulustige behindert würde, heißt es weiter. Verschärft würde das Problem demnach durch die Verbreitung von Smartphones und durch die sozialen Medien. "Das muss sich ändern, denn oft entscheiden schon wenige Minuten über Leben oder Tod", sagte Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Johanniter hoffen auf Nachahmer

Acht Rettungswagen und ein Intensivtransportwagen sollen den Angaben zufolge im Rahmen des Test-Projektes mit den auffälligen QR-Codes ausgestattet werden. David Kreuziger vom Landesvorstand der Johanniter in Berlin/Brandenburg hofft auf Nachahmer: "Gaffer sind ein Riesenproblem in allen Rettungsdiensten, daher sind wir sicher, dass diese Aktion eine hohe Aufmerksamkeit bekommen und Nachahmer in der gesamten Branche finden wird."

Hohe Strafen für Gaffer

Fotos von Unfall-Toten oder Verletzten bei Verkehrsunfällen sind kein Kavaliersdelitk und können in Deutschland seit dem 1. Januar 2021 hart bestraft werden. Das Gesetz droht mit empfindlichen Geldbußen oder Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren.

(BRISANT/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Mai 2021 | 17:00 Uhr

Das könnte sie auch interessieren