Ein Schild weist auf dem Gelände des Virchow-Klinikums der Charite den Weg zur Anmeldung bei einem Verdacht auf Masern, Windpocken, Infektionskrankheiten und Haustkrankheiten.
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Ansteckend und gefährlich Wie erkenne ich Masern und wie kann ich mich schützen?

BRISANT | 01.06.2018 | 17:15 Uhr

Folgendes Schild kann man an Kliniken in Köln derzeit häufig finden: "Haben Sie hohes Fieber, dann nehmen Sie bitte den Nebeneingang!" Der Grund ist die Masernwelle in NRW. In Köln gibt es aktuell so viele Fälle wie seit 16 Jahren nicht mehr. 79 Menschen sind erkrankt, hinzu kommen drei Verdachtsfälle. Das Problem: Masern sind hoch ansteckend! Hier erfahren Sie mehr über die Krankheit.

Ein Schild weist auf dem Gelände des Virchow-Klinikums der Charite den Weg zur Anmeldung bei einem Verdacht auf Masern, Windpocken, Infektionskrankheiten und Haustkrankheiten.
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Infektionsweg

Masern werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen. Das Masernvirus führt bereits bei kurzem Kontakt mit infektiösen Tröpfchen zu einer Infektion und löst bei über 95 Prozent der ungeschützten Infizierten Krankheitssymptome aus.

Inkubationszeit

Gewöhnlich vergehen acht bis zehn Tage bis zum Beginn der ersten Symptome, 14 Tage bis zum Ausbruch des Hautausschlags.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit

Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits drei bis fünf Tage vor Auftreten des typischen Hautausschlags und hält bis vier Tage danach an. Unmittelbar vor dem Ausbruch des Hautausschlags ist sie am größten.

Symptome

Masernerkrankungen verlaufen in zwei Phasen. Sie beginnen mit unspezifischen Symptomen, die einer Grippe ähneln. Fieber, Müdigkeit, Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und einem Hautausschlag der Mundschleimhaut. Dann aber folgt vor allem bei Erwachsenen schnell eine schwere Erkrankung.

Der charakteristische Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Hautflecken entsteht am dritten bis zum siebten Tag nach dem Auftreten der ersten Symptome. Er beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und bleibt etwa eine Woche bestehen. Beim Abklingen ist oft eine kleieartige Schuppung zu beobachten. Ab dem fünften Krankheitstag sinkt das Fieber.

Masern Virus
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Stichwort: Masern Der Virus wird über eine Tröpfcheninfektion übertragen: Durch Husten, Niesen, Sprechen oder über einen Kontakt mit Körpersekreten aus Nase oder Rachen. Bereits fünf Tage vor Auftreten bis fünf Tage nach Beginn des Hautausschlages ist eine Ansteckung möglich. Die Inkubationszeit liegt zwischen acht und 16 Tagen. Das Risiko schwerwiegender Komplikationen ist bei Kindern unter fünf Jahren und Erwachsenen über 20 Jahren erhöht.

Folgen

Risiken ergeben sich für Säuglinge. Sind die Mütter nicht geimpft oder haben sie die Krankheit nicht selbst durchgemacht, können sie an ihre Kinder keine Antikörper weitergeben. Da Kinder aber frühestens ab sechs Monaten geimpft werden können, haben sie ein halbes Jahr keinen Schutz. Bei Neugeborenen können Masern dramatische Folgen haben, etwa die schwere Gehirnerkrankung SSPE. Diese kann auch erst Jahre nach einer Maserninfektion auftreten und zu einem qualvollen Tod führen.

Die Masernvirusinfektion führt zu einer etwa sechswöchigen Immunschwäche. In dieser Zeit sind die Patienten empfänglich für sogenannte bakterielle Superinfektionen zum Beispiel Bronchitis, Lungenentzündung, Durchfall aber jedoch auch die gefürchtete akute Gehirnentzündung (postinfektiöse Enzephalitis). Sie tritt bei 0,1 Prozent der Fälle etwa vier bis sieben Tage nach dem Ausbruch des Hautausschlags mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma auf. Bei etwa zehn bis 20 Prozent der Betroffenen endet sie tödlich, bei etwa 20 bis 30 Prozent muss mit Schäden am Zentralen Nervensystem (ZNS) gerechnet werden.

Impfen ist das Mittel gegen Masern

Seuchenexperten vom Robert-Koch-Institut warnen: Masern sind keine Kinderkrankheit. Sie empfehlen dringend mehr Impfungen. Um Masern ausrotten zu können, müssten 95 Prozent aller Menschen geimpft sein. Besonders Erwachsene treffen die Masern härter als Kinder, warnt Susanne Glasmacher, die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das Virus unterdrücke die Immunabwehr. Dadurch komme es häufig zu weiteren Folgekrankheiten. Rund ein Viertel aller Infizierten, bei denen ein Labortest den Nachweis auf eine Maserninfektion erbringt, müssen schließlich im Krankenhaus behandelt werden. Einer von 1.000 Erkrankten sterbe an den Folgen.

Auf die Masern kann schnell eine Hirnhaut- oder Lungenentzündung folgen, weil es andere Erreger durch die Masernviren leichter haben.

Susanne Glasmacher, Robert-Koch-Institut

Vorsicht auch bei Neugeborenen!

Auch bei Neugeborenen können Masern dramatische Folgen haben, etwa die schwere Gehirnerkrankung SSPE. Diese trete mitunter erst Jahre nach einer frühen Maserninfektion auf, führe aber in jedem Fall zu einem qualvollen Tod, sagt Glasmacher. Die Empfehlung des RKI für Kinder: Erstimpfung im Alter von elf bis 14 Monaten, frühestens aber ab neun Monate.

Sind die Mütter nicht geimpft oder haben sie die Krankheit nicht selbst durchgemacht, können sie an ihre Kinder keine Antikörper weitergeben.

Susanne Glasmacher

Stichwort: Masernimpfung Bei der Masernimpfung erhalten Patienten abgeschwächte Viren. Dadurch kann es mitunter zu einer leichten Impferkrankung kommen, die von einer Rötung und Schmerzen an der Einstichstelle der Impfspritze bis zu leichtem Fieber reichen kann. Das sei aber immer noch weniger dramatisch, als eine richtige Erkrankung, sagt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut. Zwei Impfungen schützen für ein ganzes Leben.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. Juni 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2018, 20:21 Uhr

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