Die eben erst getaufta getaufte «Aida mira» im Hafen von Palma de Mallorca
Neues Kreuzfahrtschiff "AIDA Mira" - Jungfernfahrt kurzfristig abgesagt Bildrechte: dpa

Reiserecht AIDA-Kreuzfahrt abgesagt: Welche Rechte haben Reisende bei Urlaubsabsage?

Es sollte die Jungfernfahrt der "AIDA Mira" werden. Die Passagiere waren nach Palma de Mallorca gereist, hatten bereits eingecheckt, als der Kaptän die Notbremse zog. Das Schiff sei nicht fertig geworden, die Sicherheit der Passagiere nicht gewährleistet. Die AIDA-Kunden scheinen Glück im Unglück gehabt zu haben. Der Reisepreis werde ihnen erstattet, sichert das Unternehmen zu. Was sagt das Reiserecht? Welche Entschädigungen sind üblich? BRISANT.DE hat nachgehakt.

Die eben erst getaufta getaufte «Aida mira» im Hafen von Palma de Mallorca
Neues Kreuzfahrtschiff "AIDA Mira" - Jungfernfahrt kurzfristig abgesagt Bildrechte: dpa

Jungfernfahrt der "AIDA Mira" ersatzlos gestrichen

Es sollte die Jungfernfahrt der "AIDA Mira" werden. Für Kreuzfahrt-Fans ein echtes Highlight. Am Abend zuvor hatte Supermodel Franziska Knuppe den neuen Ozeanriesen getauft. Einen Tag später, die Passagiere hatten bereits eingecheckt, verweigerte der Kapitän das Schiff aus dem Hafen auslaufen zu lassen. Die Außenarbeiten seien nicht abgeschlossen, die Sicherheit der Passagiere nicht gewährleistet. Die viertägige Premieren-Fahrt durch's Mittelmeer war damit gestrichen.

Es sei den beteiligten Ausbaufirmen nicht gelungen, in allen Bereichen den hohen Standard der Reederei in vollem Umfang zu gewährleisten, sagte Aida-Vize-Präsident Hansjörg Kunze gegenüber dem NDR. Das 216 Meter lange Schiff, das 1999 gebaut und zuletzt für die Costa-Reederei gefahren ist, war in den vergangenen vier Wochen im italienischen Genua umgebaut worden. Dort hätten aufgrund der schweren Unwetter nicht alle Arbeiten beendet werden können. Das soll nun im Hafen von Palma nachgteholt werden, denn bereits am 4. Dezember soll die AIDA Mira für eine Kreuzfahrt in den Süden Afrikas ablegen.

Die enttäuschten Passagiere der abgesagten Jungfernfahrt sollen derweil ihr Geld zurückerhalten und bis zum nächsten Ablegen des Ozeanriesens an Bord bleiben dürfen. Bereits im Dezember 2018 musste eine geplante Junfernfahrt der AIDA Nova ersatzlos gestrichen werden.

Kreuzfahrt abgesagt - was tun?

Meist bieten Reiseveranstalter und Reedereien bei kurzfristigen Reiseabsagen passable Ersatzangebote an. Doch ob die den Erwartungen der Reisenden entsprechen? Wer eine Reise gebucht hat und sich mit der Absage konfrontiert sieht, sollte sich umgehend mit seinen Rechten vertraut machen und sich juristischen Rat einholen. Denn neben den entgangenen Urlaubsfreuden geht es auch um bereits gezahlte Reisekosten.

Schiff, Kabine und Route müssen eingehalten werden

Ein Reisevertrag für eine Kreuzfahrt beinhaltet nach deutschem Reiserecht zusätzliche Gewährleistungen, die über die Ansprüche aus sonstigen Personenbeförderungsverträgen hinausgehen. Dazu zählen die Bereitstellung des vertraglich vereinbarten Schiffs, die Bereitstellung einer Kabine in der gebuchten Kategorie mit den zugesicherten Ausstattungsmerkmalen und die Durchführung der Reise auf der gebuchten Route. Jede Abweichung von diesen Vereinbarungen stellt einen Reisemangel dar, der Ansprüche der Reisenden nach sich ziehen kann. 

Urlaub futsch? Schmerzensgeld!

Darüber hinaus ist bei der Komplettabsage einer Reise auch die Reisezeit nicht nutzbar geworden. Für diesen nutzlos aufgewendete Urlaub kann Schmerzensgeld geltend gemacht werden. Selbst wenn der Reisende in diesem Zeitraum eine altenative Reise antritt, bestehen noch Ansprüche in Höhe von 50 Prozent des ursprünglich vereinbarten Reisepreises.

WICHTIG: Sind die Umstände für die kurzfristige Reiseabsage höherer Gewalt geschuldet (z.B. Wirbelstürme, Erdbeben oder Krieg), haben Sie keinen Anspruch auf Schadenersatz. Ähnliches kann Sie treffen, wenn eine Reise erst ab einer bestimmten Teilnehmerzahl durchgeführt und diese nicht erreicht wird.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Dezember 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 19:49 Uhr

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