Video-Plattform Wie geht TikTok? Eine Anleitung für Einsteiger!

Instagram war gestern. Für Teenies ist TikTok bereits seit Jahren das soziale Medium, um sich miteinander auszutauschen und zu präsentieren. Den Facebook-Hype haben die wenigsten von ihnen überhaupt erlebt. Doch nicht nur junge Menschen tummeln sich auf der Video-Plattform. Zunehmend hält auch eine ältere Community Einzug. Was ist anders an TikTok - und wie funktioniert die App? Eine Anleitung für TikTok-Anfänger!

EIn ältere Mann mit einem falschen Bart und Sonnebrille auf einer App 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

BRISANT Mi 01.07.2020 17:15Uhr 02:26 min

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BRISANT Mi 01.07.2020 17:15Uhr 02:26 min

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Video

Real People. Real Videos. TikTok ist das soziale Netzwerk, um kurze Handyvideos hochzuladen. Angefangen hat alles mit Musical.ly. Dort wurden vor allem Clips hochgeladen, in denen man - synchron zum Lieblingssong - die Lippen bewegt oder auch getanzt hat. Ende 2017 ist die Plattform vom chinesischen Konzern Beijing Bytedance Technology übernommen worden und hat ihr Portfolio deutlich erweitert. Um hochgeladene Musik monetarisieren zu können, hat sich TikTok im Februar 2018 Modern Sky als Partner ins Boot geholt. Seitdem hat TikTok seinen Umsatz um ein Vielfaches gesteigert. Anfang 2020 hatte die App Instagram, WhatsApp und Co. von der Spitze der weltweiten Download-Charts vertrieben. 

So einfach funktioniert TikTok!

Auf TikTok können Nutzer kurze mit Musik untermalte Videos hochladen. Die App stellt Filter bereit, mit denen die hochgeladenen Clips angepasst und bearbeitet werden können. Anschließend können sie mit anderen geteilt und bewertet werden.

TikTok
Mittlerweile hat die TikTok-App Instagram, WhatsApp und Co. von der Spitze der weltweiten Download-Charts vertrieben.  Bildrechte: imago images/imagebroker

Herunterladen und Profil einrichten

Die TikTok-App kann im App Store oder Google Play Store heruntergeladen werden. Öffnet man die App zum ersten Mal, erscheint ein Video, das die Funktionen von TikTok erklärt. Unter dem Navigationspunkt "Entdecken" kann man sich die ersten TikTok-Videos anderer Nutzer ansehen.

Entscheidet man sich, Teil der Community zu werden, kann man sich über den Navigationspunkt "Profil" registrieren. Das geht mit einem bestehenden Google-, Facebook- oder Twitter-Konto oder auch mit einem eigenen Konto mit Namen und Passwort. Über "Profil bearbeiten" kann man ein Namen und Profilbild ändern, Biografisches ergänzen und - ganz wichtig! - das Konto auf "Privat" stellen. Ansonsten könnte jeder beliebige TikTok-Nutzer sehen, was man auf seinem Profil postet.

Home: "Für dich" und "Folge ich"

Hat man die TikTok-App einmal installiert, landet man jedes Mal, wenn man sie startet, auf der sogenannten Home-Seite. Dort kann man zwischen zwei Streams wählen: "Für dich" und "Folge ich". Unter "Folge ich" werden die Tik Toks der Nutzer angezeigt, denen man folgt. Unter "Für dich" findet man TikToks, die den eigenen Interessen entsprechen. Je länger man auf TikTok aktiv ist, desto reeller ist die Chance, dass das auch wirklich hinhaut.

Grafik: Menschen gehen in einer Reihe.
Unter "Folge ich" werden die Tik Toks der Nutzer angezeigt, denen man folgt. Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Liken, teilen oder folgen?

Gefällt ein TikTok-Video so gut, dass man es auf seinem eigenen Profil zeigen möchte, kann man es mit seinen Followern teilen. Die Funktion dafür verbirgt sich rechts in der längsseitigen Navigationsleiste: ein Pfeil. Dort findet man auch ein Herz-Symbol für Likes, oder eine Sprechblase für Kommentare oder die Möglichkeit, dem Verfasser des TikToks zu folgen. Und: Es gibt eine Funktion, um die Musik eines Clips zu speichern, um sie später für eigene TikToks zu nutzen.

Das erste eigene TikTok erstellen

Um selbst ein Video zu erstellen, klickt man zunächst auf das Plus-Symbol in der Mitte der Menü-Leiste - und schon erscheint eine Kamera-Ansicht mit dem runden Auslöser in der Mitte. Über die Menüleiste links neben der Kamera kann man dem Clip einen Filter aufsetzen, die Geschwindigkeit ändern usw. Über das Noten-Symbol kann passende Musik für das Video gesucht werden.

Ist man mit seinem Video fertig, tippt man auf "Stop". Dann hat man noch einmal die Möglichkeit es anzuschauen, ggf. zu bearbeiten - und schließlich zu veröffentlichen. Empfehlenswert ist es, dem Video zumindest einen Titel zu geben und mit entsprechenden #Hashtags zu versehen - und natürlich die Freunde zu markieren. Und: Man sollte sich immer gut überlegen, wer das Video schließlich zu sehen bekommen sollte. Alle TikTok-Nutzer, alle TikTok-Follower - oder doch nur ein ausgewählter Freundeskreis.

Bereut man die Veröffentlichung, hilft nur eines: das Video löschen. Dafür das Video noch einmal anwählen, auf die drei Punkte klicken - und weg damit.

TikTok
Vor der Veröffentlichung lieber nochmal kontrollieren, was man da eigentlich aufgenommen hat. Bildrechte: imago images/Hans Lucas

Immer wieder in der Kritik: TikTok - eine umstrittene Plattform

Als sie noch Musical.ly hieß war die TikTok-Plattform für erwachsene User wenig interessant. Wer will schon zappelnde Teenies in der Blüte ihrer Pubertät sehen - wenn es sich nicht gerade um die eigene Enkelin handelt? Mittlerweile hat sich das Profil der Plattform stark gewandelt. Auch zahlreiche Stars pflegen inzwischen ihren eigenen Account. Schon interessanter.

Wäre da nur nicht die zahlreiche Kritik, die immer wieder an TikTok geübt wird. Zum einen handelt es sich um eine Plattform aus China. Unterstützt man durch die Nutzung der App indirekt ein autoritäres Regime? Eines ist auf jeden Fall bewiesen: TikTok zensiert seine Plattform nach ökonomischen Zielen und staatlichen Vorgaben. Videos von den Protesten in Hongkong sind zum Beispiel kaum zu finden.

Gelöscht werden "missliebige" Inhalte nicht. Allerdings werden sie so belegt, dass sie in den Feeds anderer Nutzer nicht zu finden sind. Und: Was aus unserer Sicht aus Anstand und Pietätsgründen nicht in ein soziales Netzwerk gehört, das darf bleiben. Zum Beispiel eine Magersuchts-Challenge unter Minderjährigen, die mehr als gesundheitsgefährdend ist und unter keinen Umständen nachgeahmt werden sollte.

Besonders traurig: Auch behinderte Menschen werden von TikTok "abgestraft". Menschen mit Behinderungen, dicke Menschen und homosexuelle Nutzer landen auf einer Liste "besonderer Nutzer". Ihre Inhalte werden nur sporadisch und gering dosiert angezeigt. Ob man eine solche Form der Diskriminierung im Jahr 2020 wirklich unterstützen möchte? Das sollte jeder für sich entscheiden.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. Juni 2020 | 17:15 Uhr

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