Schwangerschaft vermeiden Verhütungs-Methoden: Pille, Kondom - und was noch?

Am 26. September ist Weltverhütungstag! Laut Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nehmen 77,3 Prozent aller Frauen irgendwann in ihrem Leben die Pille. Die gibt es seit 60 Jahren und nach wie vor ist sie das Verhütungsmittel Nummer 1. Dabei gibt es zahlreiche Alternativen für Sicherheit im Liebesspiel. Die sind zum Teil nicht nur bequemer, sondern vor allem auch gesünder.

Eine junge Frau mit Kondomen und der Anti-Baby-Pille
77,3 Prozent aller Frauen nehmen irgendwann in ihrem Leben die Pille, dabei gibt es zahlreiche alternative Verhütungsmethoden. Bildrechte: imago/blickwinkel

Was ist der Pearl-Index?

Ganz klar: Verhütet wird, um das Risiko einer Schwangerschaft auszuschließen bzw. möglichst niedrig zu halten. Doch die verschiedenen Möglichkeiten der Verhütung sind unterschiedlich sicher. Wie sicher eine Methode ist, darüber gibt der so genannte Pearl-Index Auskunft. Der hält nämlich fest, zu wie vielen ungewollten Schwangerschaften es pro 100 Frauen gekommen ist, die ein Jahr lang dieselbe Verhütungsmethode angewendet haben. Eine hilfreiche erste Orientierung, die jedoch mit Vorsicht zu genießen ist. Denn einheitliche Regeln, nach denen der Pearl-Index ermittelt wird, gibt es nicht. Und: Jede Verhütungsmethode erfordert verantwortungsvolle Anwenderinnen.

Hormonelle Verhütungsmittel: Pille & Mini-Pille, Vaginalring, Hormonimplantat, Hormonpflaster, Dreimonatsspritze

Pille und Mini-Pille

Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel in Tablettenform. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Zusammensetzungen. In Deutschland sind mehr als 50 verschiedene Pillenpräparate auf dem Markt.

Die Pille gibt es mit verschiedenen Wirkstoffen. Meist werden zwei Hormone kombiniert: ein Östrogen und ein Gestagen. Die so genannte Mini-Pille enthält nur Gestagen. Das hat verschiedene Effekte auf den Körper, die im Zusammenwirken eine Schwangerschaft verhindern:

  • In den Eierstöcken reift keine Eizelle heran, deshalb findet auch kein Eisprung statt.
  • Der Schleim im Gebärmutterhals wird so verändert, dass keine Spermien in die Gebärmutter gelangen können.
  • Die Gebärmutterschleimhaut bleibt so dünn, dass sich selbst im Fall einer Befruchtung keine Eizelle einnisten kann.


Vorteile: Die Anwendung ist vergleichsweise einfach, die Regelblutung wird oft schwächer und weniger schmerzhaft. Bei Mädchen und jungen Frauen kann die Pille sogar gegen Hautprobleme helfen.

Nachteile: Es können verschiedene Nebenwirkungen auftreten, die von Übelkeit, Schwindel, Brustspannen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen bis hin zu depressiven Verstimmungen reichen. Auch Veränderungen - meist Abnahme - der sexuellen Lust sind möglich. Eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung von kombinierten Pillen ist die Entwicklung einer Thrombose. Starke Raucherinnen sollten die Pille aus diesem Grund nicht einnehmen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass Durchfall und Erbrechen in den Stunden nach der Einnahme dazu führen können, dass der Körper die Hormone nicht richtig aufnimmt und dadurch der Verhütungsschutz unterbrochen wird. Bei der Mini-Pille ist es außerdem extrem wichtig, dass sie immer zur selben Uhrzeit eingenommen wird.

Sicherheit: Regelmäßig eingenommen ist die Pille eine sehr zuverlässige Verhütungsmethode. Der Pearl-Index bei kombinierten Pillen liegt bei 0,1 bis 0,9, bei Mini-Pillen bei 0,5 bis 3.

Pille danach

Die Minipille vergessen, das Kondom geplatzt oder die Verhütung ganz vergessen - Verhütungspannen können passieren. Mit der Pille danach kann eine Schwangerschaft nach ungeschütztem Sex verhindert werden.

Es gibt zwei unterschiedliche Typen der Pille danach. Die eine enthält das Hormon Levonorgestrel, die andere den Wirkstoff Ulipristalacetat. Beide Pille danach-Typen wirken, indem sie den Eisprung verzögern oder verhindern. So können Eizelle und Spermium nicht mehr aufeinandertreffen und es zu einer Befruchtung kommen. Die Pille danach, egal welcher Typ, wirkt nicht mehr, wenn der Eisprung bereits stattgefunden hat. WICHTIG: Je eher Sie die "Pille danach" nehmen, umso sicherer wirkt sie.

Vaginalring (NuvaRing)

Vaginalring (Nuvaring)
Vaginalring - funktioniert ähnlich wie die Pille, allerdings muss man nur zweimal im Monat dran denken. Bildrechte: imago/imagebroker/begsteiger

Der Vaginalring ist, ähnlich wie die Pille, eine hormonelle Methode der Schwangerschaftsverhütung. Der weiche Kunststoffring wird wie ein Tampon in die Scheide eingeführt, wo er kontinuierlich Hormone freisetzt. Nach 21 Tagen wird der Vaginalring entfernt. Es folgt eine siebentägige Pause, in der es normalerweise zur Regelblutung kommt. Nach sieben Tagen kann der nächste Vaginalring eingesetzt werden.

Die Hauptwirkung des Vaginalrings besteht darin, dass der monatliche Eisprung verhindert wird. Die Wirkung entfaltet sich über die Hormone (Östrogen & Gestagen), die von dem Vaginalring freigesetzt werden und über die Scheide ins Blut gelangen.

Vorteile: Es muss nicht täglich an die Verhütungsmethode gedacht werden, nur zweimal im Monat (beim Einsetzen und beim Herausnehmen). Der Vaginalring bietet auch für Frauen Verhütungssicherheit, die unter Magen-Darm-Beschwerden, häufigem Erbrechen oder Durchfall leiden.

Nachteile: Vergleichbare Nebenwirkungen und Einschränkungen wie bei der kombinierten Pille.

Sicherheit: Der Schutz entspricht etwa dem der Pille. Der Pearl-Index liegt bei 0,4 bis 0,65.

Hormonimplantat

Das Implantat ist ein biegsames, vier Zentimeter langes Kunststoffstäbchen, das ein Arzt unter die Haut am Oberarm schiebt. Das Implantat setzt permanent Hormone frei, die Wirkung ähnelt der Minipille und hält bis zu drei Jahre an. Danach muss das Stäbchen entfernt oder gewechselt werden. Die Periode kommt während der Zeit unregelmäßig oder bleibt ganz aus. Es können jedoch Zwischenblutungen auftreten.

Vorteile: Das Hormonstäbchen ist auch für Frauen geeignet, die Mittel mit dem Hormon Östrogen nicht vertragen oder unter Magen-Darm-Beschwerden leiden. Einnahmefehler sind ausgeschlossen.

Nachteile: Bei mehr als zehn Prozent der Anwenderinnen treten Nebenwirkungen auf. Sie sind vergleichbar mit denen der Pille. Einige Medikamente wie Breitbandantibiotika, Johanniskraut und Psychopharmaka vermindern die Wirkung des Verhütungsstäbchens.

Sicherheit: Mit einem Pearl-Index von 0 bis 0,008 gehört das Verhütungsstäbchen zu den sichersten Verhütungsmethoden überhaupt.

Hormonimplantat
Sorgt drei Jahre lang für eine sichere Verhütung: das Hormonimplantat. Bildrechte: imago/biky

Hormonpflaster

Auch das Verhütungspflaster enthält die Hormone Östrogen und Gestagen, die über die Haut aufgenommen werden. Es wird für jeweils sieben Tage aufgeklebt und danach durch ein neues Pflaster ersetzt. Nach drei Wochen folgt eine Pause von sieben Tagen, in der es zur Blutung kommt. Der Pflasterwechsel sollte immer am gleichen Wochentag stattfinden, die Uhrzeit spielt keine Rolle.

Vorteile: Im Gegensatz zur Pille muss nicht täglich an die Einnahme gedacht werden. Da bei dem Verhütungspflaster die Hormonaufnahme über die Haut erfolgt, ist es auch für Frauen mit Magen-Darm-Erkrankungen geeignet.

Nachteile: Die Nebenwirkungen sowie der Einfluss auf die Regelblutung sind mit denen der Pille vergleichbar. Das Thromboserisiko ist jedoch höher. Bei knapp 20 Prozent der Frauen führt das Pflaster zu einer Rötung der Haut.

Sicherheit: Die Sicherheit des Pflasters ist vergleichbar mit der Pille. Bei Frauen mit einem Gewicht über 90 Kilogramm kann die Sicherheit abnehmen.

Hormonpflaster Estradot von Novartis, 2006
Die Sicherheit des Hormonpflasters ist mit der Pille vergleichbar. Bildrechte: IMAGO / Pius Koller

Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze enthält eine hohe Dosis des Hormons Gestagen. Dadurch hemmt sie den Eisprung über einen Zeitraum von acht bis zwölf Wochen. Die Spritze greift deutlich stärker in den Hormonhaushalt ein als die Pille. Deshalb wird sie nur in Ausnahmefällen verschrieben, etwa wenn Frauen an chronischen Magen-Darm-Erkrankungen leiden.

Vorteile: Die Methode muss nur wenige Male im Jahr angewendet werden. Einnahmefehler sind ausgeschlossen.

Nachteile: Die Nebenwirkungen ähneln denen anderer gestagenhaltiger Methoden. Die hohe Dosierung kann jedoch zusätzlich der Knochendichte schaden. Nach dem Absetzen kann es mehr als ein Jahr dauern, bis sich wieder ein normaler Zyklus einstellt. Bei einigen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Venenentzündungen darf die Spritze nicht angewendet werden.

Sicherheit: Da es keine Einnahmefehler gibt, ist die Sicherheit sehr hoch. Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 0,88.

Barrieremethoden: Kondom, Frauenkondom und Diaphragma

Kondom

Kondome verhindern, dass Spermien in die Scheide gelangen. Die Anwendung dürfte vielen vertraut sein, ansonsten hilft die Packungsbeilage. Wichtig ist, mit zwei Fingerspitzen die Luft aus dem Reservoir zu drücken und festzuhalten, während man das Kondom abrollt. Dabei sollte die Vorhaut zurückgezogen werden. Beim Herausziehen muss das Kondom am Penisschaft festgehalten werden.

Vorteile: Abgesehen von seltenen Latexallergien haben Kondome keine Nebenwirkungen. Außerdem ist das Kondom (neben dem Frauenkondom) die einzige Verhütungsmethode, die zusätzlich vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten schützt.

Nachteile: Manche Paare empfinden Kondome als Lustkiller. Zudem sind sie störanfälliger als andere Methoden. Vorsicht ist bei langen Fingernägeln geboten, bei zu kalten oder zu heißen Aufbewahrungsorten, ölhaltigen Gleitmitteln und Medikamenten gegen Vaginalinfektionen. Und falls der letzte Sex schon etwas länger her ist: Mindesthaltbarkeitsdatum checken!

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei 2 bis 12. Bei korrekter Anwendung ist ein Kondom sehr sicher.

Frauenkondom

In Deutschland ist das Kondom für die Frau nicht in Drogerien und Supermärkten erhältlich - und damit nur wenig bekannt. Es kann jedoch rezeptfrei in Apotheken oder im Internet bestellt werden. Frauenkondome kleiden die Vagina von innen aus. Sie bestehen aus einem Schlauch aus Latex oder Polyurethan, an den Enden sitzt jeweils ein Ring. Der innere Ring sorgt für Halt tief in der Vagina, der äußere wird über die Schamlippen gezogen. Zusätzlich sollte man Gleitmittel nutzen.

Frauenkondome können bereits Stunden vor dem Sex eingesetzt werden und nach der Ejakulation länger in der Vagina bleiben. Aber: Genau wie Männerkondome dürfen sie nur einmal verwendet werden.

Vorteile: Frauen können sich selbstbestimmt und eigenständig vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten schützen.

Nachteile: Frauenkondome verrutschen leichter als herkömmliche Kondome. Manche Frauen empfinden den äußeren Ring als unangenehm. Außerdem kann es beim Sex zu Geräuschen kommen, die eventuell stören ...

Sicherheit: Es gibt nur wenige, nicht repräsentative Studien, die den Pearl-Index zwischen 3 und 25 angeben.

Frauenkondom
Frauenkondom, Diaphragma, Portiokappe, Verhütungsschwamm Bildrechte: imago/StockTrek Images

Diaphragma und Portiokappe

Diaphragmen und Portiokappen sind runde Kappen aus Silikon, die den Samenzellen den Weg in die Gebärmutter versperren. Diaphragmen bedecken den Muttermund und werden von den Scheidenwänden gehalten, Portiokappen sind kleiner und saugen sich zum Teil direkt am Muttermund fest.

Die Kappen werden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt - frühestens zwei Stunden vorher, spätestens direkt davor. Zusätzlich sollte ein Verhütungsgel aufgetragen werden, das Spermien bewegungsunfähig macht. Nach dem Sex sollten die Kappen mindestens acht Stunden in der Vagina bleiben.

Vorteile: Diaphragmen oder Portiokappen werden nur bei Bedarf genutzt, Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Nachteile: Bei falschem Sitz schützen die Kappen nicht zuverlässig. Deshalb sollte man sich für das Einsetzen von einem Arzt unterweisen lassen und üben. Die zusätzlich empfohlenen Verhütungsgele können gelegentlich zu Reizungen führen.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei 1,2 bis 8 beim Diaphragma und 4 bis 14 beim der Portiokappe. Ohne Gel steigt das Risiko für Verhütungspannen, dann beträgt der Pearl-Index bis zu 20.

Spiralen, Kupferkette & Kupferperlenball

Verhütung-Spirale
Bei der Spirale ist zwischen der Kupfer- und der Hormonspirale zu unterscheiden. Beide Methoden gelten als sehr sicher. Bildrechte: Reinhild Kassing

Kupferspirale, Kupferkette und Kupferperlenball

Grundsätzlich sind zwei verschiedene Arten von Spiralen zu unterscheiden: die Kupferspirale und die Hormonspirale. Kupferspirale, Kupferkette und Kupferperlenball kommen ohne Hormone aus.

  • Die Spirale hat eine T-Form, ihr Stamm ist mit Kupferdraht umwickelt
  • Die Kupferkette besteht aus einem Nylonfaden, auf den kleine Kupferröhrchen aufgezogen sind
  • Beim Kupferperlenball sind die Röhrchen auf einem dreidimensionalen Faden-Gebilde angebracht


Die Formen der Kupferpräparate sind unterschiedlich, ihre Wirkweise ähnlich: Das Kupfer verändert die Biochemie in der Gebärmutter und hemmt dadurch die Beweglichkeit der Samenzellen. Schafft es ein Spermium trotzdem bis zur Eizelle, wirken Kette, Spirale oder Ball als Hindernis, damit sich die Eizelle nicht einnisten kann. Spirale & Co. werden vom Frauenarzt eingesetzt und können drei bis fünf, teilweise sogar zehn Jahre in der Gebärmutter bleiben. Regelmäßige Nachkontrollen sind jedoch empfehlenswert.

Vorteile: Nutzerinnen müssen über Jahre nicht an die Verhütung denken und es findet kein Eingriff in den Hormonhaushalt statt. Mittlerweile sind die Spiralen für Frauen jeden Alters geeignet - unabhängig davon, ob bereits ein Kind entbunden wurde.

Nachteile: Wie bei jedem medizinischen Eingriff besteht ein Infektionsrisiko. Häufiger kommt es zu verstärkten Menstruationsbeschwerden - vor allem, wenn das Modell nicht zu Form und Größe der Gebärmutter passt.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 0,7. Anwendungsfehler fallen weg. Allerdings können Spirale und Co. in seltenen Fällen unbemerkt ausgestoßen werden. Daher ist es sinnvoll, nach der Periode gelegentlich zu tasten, ob der Faden noch da ist.

Hormonspirale

Wie die Kupferspirale wird auch die Hormonspirale durch einen Arzt in die Gebärmutter eingesetzt. Dort gibt sie kontinuierlich eine kleine Menge des Hormons Gestagen ab. Dadurch wirkt sie ähnlich wie die Minipille. Frauen haben die Wahl zwischen verschiedenen Modellen, die sich in Größe, Hormonmenge und Anwendungsdauer (drei bis fünf Jahre) unterscheiden.

Vorteile: Auch bei der Hormonspirale müssen die Nutzerinnen über eine längere Zeit nicht an die Verhütung denken. Regelschmerzen und die Stärke der Blutung gehen stark zurück. In manchen Fällen bleibt die Regelblutung auch ganz aus.

Nachteile: Die Nebenwirkungen sind vergleichbar mit denen der Minipille. Außerdem kommt es vor allem in den ersten drei Monaten relativ häufig zu Schmier- und Zwischenblutungen.

Sicherheit: Die Hormon-Spirale gilt als fast so sicher wie eine Sterilisation. Ein Arzt sollte jedoch die korrekte Lage im Abstand von sechs Monaten überprüfen. Der Pearl-Index liegt bei 0,16.

Natürliche Verhütungsmethoden: Symptothermale Methode und Koitus interruptus

Symptothermale Methode

Die Phase im Zyklus, in der eine Frau schwanger werden kann, beträgt eine knappe Woche. Die symptothermale Methode dient dazu, diesen Zeitraum zu ermitteln. Dafür ist es notwendig, jeden Morgen die Temperatur zu messen und mindestens ein weiteres Zyklussymptom zu beobachten. Das kann entweder die Analyse des Zervixschleims sein und/oder das Abtasten des Muttermunds.

Die Werte werden in ein Zyklusblatt oder in eine App eingetragen. Die Auswertung zeigt, wann der Eisprung stattfindet und wann die fruchtbare Zeit wieder beendet ist.

Vorteile: Die Methode hat keinerlei Nebenwirkungen. Außerdem gibt sie Frauen die Chance, den eigenen Körper und Zyklus noch besser kennenzulernen.

Nachteile: Man muss sehr verantwortungsbewusst sein und zwei bis drei Zyklen üben, um die Symptome sicher zu erkennen. Unregelmäßige Schlafzeiten, Stress, Alkohol und Fieber können die Temperatur unabhängig vom Eisprung verändern. Wer an den fruchtbaren Tagen Sex haben will, benötigt eine zusätzliche Verhütungsmethode.

Sicherheit: Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 0,7 - allerdings bei kompletter Enthaltsamkeit an den fruchtbaren Tagen. Hat man währenddessen Sex und verhütet alternativ, gilt für diese Zeit der Pearl-Index dieser Methoden.

Symptothermale Methode - Temperaturkurve
Allein die Temperatur zu messen reicht nicht aus, um die fruchtbaren Tage einer Frau sicher zu ermitteln. Zusätzlich sollten der Zervixschleim analysiert oder der Muttermund abgetastet werden. Bildrechte: IMAGO / Niehoff

Alles andere als sicher: Koitus Interruptus

Auch wenn der eine oder andere Mann sagt, "er würde schon aufpassen": Der "Koitus interruptus" ("Aufpassen", "Rückzieher") ist absolut unsicher - und damit KEINE Verhütungsmethode. Schon vor dem Samenerguss können Samenzellen in die Scheide gelangen und damit für eine ungewollte Befruchtung sorgen.

Chemische Verhütungsmittel mit Spermiziden

Chemische Verhütungsmittel gibt es in Form von Zäpfchen (Ovula), Tabletten, Verhütungsgels oder -cremes. Enthalten sind Stoffe, die die Spermien hemmen bzw. abtöten. Chemische Verhütungsmittel werden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt. Bei Zäpfchen und Tabletten dauert es mindestens zehn Minuten, bis sie voll wirksam sind. WICHTIG: Die Stoffe reichen nur für einen Samenerguss aus.

Vorteile: Einfach anzuwenden, leicht erhältlich und teilweise ohne ärztliches Rezept in Apotheken und Drogerien erhältlich.

Nachteile: Die Mittel können in der Scheide oder am Glied brennen, der Scheidenschleimhaut schaden oder zu einer Scheidenentzündung führen.

Sicherheit: Alleine angewendet sind chemische Verhütungsmittel äußerst unsicher. Sie sollten deshalb immer mit einer Barrieremethode (Kondom, Frauenkondom, Diaphragma) kombiniert werden. Allein angewendet liegt ihr Pearl-Index bei 3 bis 21.

Verhütungscreme
Ohne zusätzliche Barrieremethode sind Verhütungsmittel mit Spermiziden nicht empfehlenswert. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Wenn kein Kinderwunsch mehr besteht: Sterilisation

Die Sterilisation ist eine operative, in der Regel nicht mehr rückgängig zu machende Methode der Verhütung, die sowohl beim Mann als auch bei der Frau durchgeführt werden kann. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass der Eingriff einen endgültigen Verzicht auf (weitere) leibliche Kinder bedeutet.

Beim Mann werden dabei in einem operativen Eingriff die beiden Samenleiter durchtrennt, so dass keine Samenzellen mehr in den Samenerguss gelangen können. Die Sterilisation kann von einem Arzt für Urologie oder Chirurgie ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Ein Klinikaufenthalt ist nicht erforderlich. Die sexuelle Erlebnisfähigkeit, Erektion und Orgasmus mit Samenerguss sind weiterhin möglich.

Bei der Frau werden bei einer Sterilisation die Eileiter verschlossen, seltener auch teilweise oder ganz entfernt. Nach dem Eingriff gelangt die Eizelle nur bis zur Unterbrechungsstelle und wird von der Schleimhaut des Eileiters aufgenommen. Sie kann sich nicht mehr mit einer Samenzelle vereinigen. Manchmal ist ein stationärer Aufenthalt von einigen Tagen erforderlich.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. September 2020 | 17:10 Uhr

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