Food Waste Apps gegen Lebensmittelverschwendung - welche gibt es?

CO2-Emissionen vermeiden - und dabei bares Geld sparen. Möglich ist das durch einen sparsamen und verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln. Doch der ist manchmal gar nicht so einfach. Was tun, wenn die Tomaten ausgerechnet kurz vorm Urlaub reif werden? Hilfe versprechen sogenannte Food-Waste-Apps - und davon gibt es in Deutschland gleich mehrere.

Lebensmittelverschwendung
Gut zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen allein in Deutschland jedes Jahr im Müll. Bildrechte: IMAGO / AFLO

Nach Angaben des Bundesernährungsministeriums landen allein in Deutschland jedes Jahr gut zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Und das, obgleich sie zu großen Teilen noch genießbar sind. Das sind pro Kopf und Jahr etwa 75 Kilogramm.

Mehr als die Hälfte der entsorgten Lebensmittel stammt aus privaten Haushalten. Jeder zwanzigste Verbraucher wirft Lebensmittel sofort weg, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.

Eine Verschwendung, die viel Geld kostet und unnötige CO2-Emissionen verursacht. Die Nutzung sogenannter Food-Waste-Apps könnte das ändern.

Unterschiedliche Ansätze: Food-Waste-Apps gegen Lebensmittelverschwendung

Nicht eine, sondern gleich mehrere Apps gegen Lebensmittelverschwendung gibt es in Deutschland - und zwar mit unterschiedlichen Ansätzen. Einmal sind es Restaurants, Bäckereien und andere Händler, die für einen schmalen Taler übrig gebliebene Mahlzeiten und Lebensmittel verkaufen.

Dann private Verbraucher, die Lebensmittel, die sie nicht verwerten können, verschenken. Und schließlich gibt es einige hilfreiche Apps, die Endverbraucher dabei unterstützen, Lebensmittelverschwendung generell zu vermeiden. Sie liefern hilfreiche Tipps für den Einkauf und die Lagerung der Nahrungsmittel und stellen Möglichkeiten der Resteverwertung vor.

Übrigens: Auch, wer kein Smartphone besitzt, kann von den Food-Waste-Apps profitieren. Einige der Anwendungen gibt es auch als Web-Apps, für die kein mobiles Endgerät notwendig ist.

Mann hält Smartphone mit einer App für Lebensmittelabfälle
In Deutschland gibt es nicht nur eine, sondern gleich mehrere Apps gegen Lebensmittelverschwendung. Bildrechte: IMAGO / Ikon Images

"foodsharing" & "UXA"

"foodsharing" ist eine der ältesten Food-Waste-Plattformen im Internet. Ob Bäckerei, Supermarkt oder Privatperson: Wer Lebensmittel übrig hat, kann sie online auf einer Karte eintragen. Anschließend können die "Essenskörbe" von anderen umsonst abgeholt werden. Alternativ kann man an öffentlichen "Fairteiler"-Stellen Lebensmittel abgeben oder auch mitnehmen.

Ganz ähnlich funktioniert "UXA". Dort kann man sogar gezielt nach bestimmten Lebensmitteln suchen.

Kiste mit food sharing Aufschrift
Bei "foodsharing" und "Uxa" können Privatpersonen übrig gebliebene Lebensmittel kostenlos weitergeben. Bildrechte: IMAGO / Christoph Worsch

"Too Good To Go" & "ResQ Club"

Die App "Too Good To Go" vernetzt Restaurants, Bäckereien und Supermärkte mit Verbrauchern, die übrig gebliebene Lebensmittel vor der Mülltonne retten möchten. Im Gegenzug werden die Gerichte und Produkte zu einem wesentlich geringeren Preis abgegeben.

Auch hier gibt es eine Karte mit allen Einträgen, dazu die Möglichkeit, zu reservieren. Neben dem Preis gibt es meist ein verbindliches Zeitfenster für die Abholung.

Ähnlich funktioniert der "ResQ Club", der Kunden mit 50 Prozent Ersparnis, keinen Wartezeiten und einer Bezahlung per App lockt. Allerdings ist "ResQ Club" in Deutschland bislang nur in Berlin aktiv.

"Beste Reste" & "Zu gut für die Tonne"

Die Kampagne "Zu gut für die Tonne" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt sich gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln ein. Sie informiert online und per App über Einkauf, Vorratsplanung, Haltbarkeit, und Lagerung von Lebensmitteln.

Teil der Kampagne ist die App "Beste Reste" mit mehr als 750 Rezepten von Sterneköchen, prominenten Kochpaten und Hobbyköchen zum Verwerten von Resten. Auf der Suchseite der App lassen sich bis zu drei Zutaten miteinander kombinieren. Die App schränkt die Auswahl automatisch auf mögliche Kombinationen ein und wirft passende Kochrezepte aus. Die Rezeptdatenbank wird ständig neu bestückt und lässt sich innerhalb der Anwendung per Knopfdruck aktualisieren.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 27. Oktober 2021 | 17:15 Uhr

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