Sicher Autofahren Was tun bei Aquaplaning?

Sommerzeit gleich Autozeit? Sicherlich ... Doch gerade die Sonnenmonate halten für Autofahrer so manche Herausforderung bereit. Unwetter und Sommerregen lassen ein Auto schon mal unerwartet schwimmen - und das bringt selbst versierte Fahrer ins Schwitzen. Mit Aquaplaning ist nicht zu spaßen. Wie verhält man sich in dieser Gefahrensituation richtig?

Verkehrsschild warnt vor Aquaplaning und Krötenwanderung
Zahlreiche Verkehrsschilder weisen an kritischen Stellen auf die Gefahr von Aquaplaning hin. Bildrechte: imago/HRSchulz

Typisches Sommer-Phänomen: Aquaplaning

Im Gegensatz zum typischen Winterregen, bei dem es über längere Zeit gleichmäßig regnet, kommt es im Sommer immer wieder zu Gewitterschauern und Platzregen. Die Gartenbesitzer freut's, für Autofahrer wird's gefährlich. Innerhalb kürzester Zeit sammeln sich in Straßensenken große Wassermassen an, die nicht schnell genug abfließen können. Auf dem Teer bildet sich ein gefährlicher Film, der Autos und Zweiräder schnell außer Kontrolle geraten lässt. Aquaplaning kann zu einem echten Alptraum werden.

Wichtig: Sommerreifen mit ausreichend Profil

Doch bereits im Vorfeld kann man einiges tun, damit es zu einer solchen Situation gar nicht erst kommt. Die Verkehrssicherheitsexperten des Automobilclubs AvD empfehlen, auch im Sommer einen genauen Blick auf die Reifen seines Kfz zu werfen.

Ob das Auto bei Regen ins Schwimmen kommt, hängt vor allem von der Profiltiefe seiner Reifen ab - und die sollte deutlich über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesttiefe von 1,6 Millimetern liegen. Denn selbst bei drei Millimetern Profiltiefe kann ein Autoreifen - im Vergleich zu einem Neureifen - nur noch 30% der Wassermenge aufnehmen. Bei 1,6 Millimetern Profiltiefe sind es gerade noch zehn Prozent. Ist das der Fall, schwimmen die Reifen wie ein Wasserski - und das macht das Auto nahezu unlenkbar, auch die Bremsen funktionieren nicht mehr

Ein Auto fährt bei Regen durch eine große Pfütze
Kann das Profil des Autoreifens nicht genug Wasser aufnehmen, fängt der Wagen an zu schwimmen. Bildrechte: dpa

Langsam und vorausschauend fahren

Wer eine solche Gefahrensituation vermeiden möchte, sollte bei Regen besonders langsam und vorsichtig fahren - vor allem durch Bodensenken, Unterführungen, in Spurrillen und Kurven. Dort sammelt sich während und nach einem Regenguss besonders viel Wasser. Die zahlreichen Geschwindigkeitsbeschränkungen mit dem Zusatz "bei Nässe" warnen Sie rechtzeitig vor.

Erwischt es einen doch, dann hilft nur eines: Fuß vom Gas, Abstand zum Vordermann ausbauen, Lenkrad gerade halten, die Kupplung treten und warten, bis die Reifen wieder Halt finden. Bremsen sollten Sie nur bei akuter Gefahr. UND: Reagieren Sie auf keinen Fall hektisch! Ruckartige Lenkbewegungen können das Auto ausbrechen lassen.

Verkehrsunfall auf der Autobahn
Reagiert man bei Aquaplaning ruckartig oder hektisch, kann das Auto schnell ausbrechen. Bildrechte: imago images/Bernd März

Licht an! Sehen und gesehen werden

Kommt es im Sommer zu Starkregen, steigt nicht nur die Gefahr von Aquaplaning. Auch die Sicht wird abrupt schlecht. Die Scheibenwischer brauchen eine gewisse Zeit, bis sie auf der von Dreck und Insektenresten verschmierten Scheibe für Klarheit sorgen. Achten Sie deshalb schon im Vorfeld für ein gewisses Maß an Sauerberkeit - und denken Sie daran, frühzeitig das Licht einzuschalten!

Viele Autos sind zwar mit dem vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Tagfahrlicht ausgestattet. Doch das reicht nicht aus. Es beleuchtet das Auto lediglich von vorn, die Fahrzeuge hinter einem sehen einen trotzdem nicht. Und: Die in vielen Fahrzeugen verbaute Lichtautomatik reagiert bei diffusem Licht oft nicht zuverlässig. Deshalb lieber manuell nachsteuern.

Schlechte Sicht im Strassenverkehr bei Regenwetter
Sorgen Sie dafür immer gut zu sehen - und ebenso gut gesehen zu werden! Bildrechte: imago images/Frank Sorge

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. Mai 2020 | 17:15 Uhr

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