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Von Oktober bis Ostern sollte mit Winterreifen gefahren werden! Bildrechte: IMAGO / Westend61

Tipps & TricksMit dem Auto sicher durch Herbst und Winter

Stand: 02. Oktober 2022, 15:13 Uhr

Die Temperaturen gehen nach unten, es wird früher dunkel, später hell, Nebel, Regen, Schnee und Eis beeinträchtigen die Sicht, Laub und Dreck liegen auf den Straßen: Nach den Sommermonaten müssen sich Autofahrer umstellen, um auch im Herbst und Winter sicher unterwegs zu sein. Das heißt nicht nur die Fahrweise anzupassen, sondern auch das Auto fit für die dunklere Jahreszeit zu machen.

Aquaplaning, Eis & Co: Langsamer und vorausschauend fahren

Aquaplaning durch Regen, Glätte durch nasses Laub, Matsch oder Eis, schlechte Sicht durch tiefstehende Sonne, Wind und Wildwechsel: Auf all diese Gefahren sollten sich Autofahrer im Herbst und Winter einstellen und entsprechend vorsichtig fahren. Bei Regen oder Nieselwetter kann sich ein gefährlicher Film auf dem Teer bilden, der Autos und Zweiräder schnell außer Kontrolle geraten lässt. Deshalb ist es sinnvoll, sich noch einmal die Tipps vom Fahrlehrer ins Gedächtnis zu rufen.

  • In Bodensenken möglichst langsam fahren. Dort kann Wasser stehen und Aquaplaning verursachen. Dabei schwimmen die Reifen auf, verlieren die Haftung und machen das Auto unlenkbar. Im Ernstfall hilft: Fuß vom Gas, Lenkrad gerade halten, auskuppeln und warten, bis die Reifen wieder Halt finden.
  • In Waldstücken mit Wildwechsel rechnen, die Ränder nach leuchtenden Augen von Wildtieren checken und bremsbereit sein.
  • Bei Hindernissen oder in Gefahrensituationen vorsichtig und nicht hektisch lenken. Ruckartige Lenkbewegungen können das Auto ausbrechen lassen.
  • Besonders morgens mit Eis rechnen. Die Temperaturen liegen selbst im Oktober manchmal schon im Frostbereich. Vor allem auf Brücken sollten Autofahrer mit glatten Straßen rechnen.

Fahren Sie vorsichtig und umsichtig, um Unfälle durch Aquaplaning zu vermeiden! Bildrechte: imago/Frank Sorge

Fuß vom Gas bei schlechtem Wetter!

Ob im Herbst bei Nebel oder im Winter bei Schnee und Regen: Autofahrer sollten im Winter die Geschwindigkeit generell reduzieren. Wer bei schlechtem Wetter zu schnell unterwegs ist und dabei von der Polizei ertappt wird, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Hier ist auch kein Blitzer notwendig. Ob der Fahrer mit einer angemessenen Geschwindigkeit unterwegs war, entscheiden allein die Polizisten.

Doch was bedeutet "angemessen"? Hier eine kleine Merkhilfe: Beträgt die Sichtweite weniger als 50 Meter, darf man laut Straßenverkehrsordnung höchstens Tempo 50 fahren.

Autofahren bei Schneefall

Die eigene Sicht ist immer entscheidend. Schwierig wird das, wenn es extrem schneit. Daher immer darauf achten, dass die Scheiben von Reif und Eis befreit sind, bevor Sie losfahren. Ist die Windschutzscheibe unzureichend freigekratzt, droht ein Verwarngeld von mindestens 10 Euro. Kommt es beim Fahren zu einem Unfall (ohne Personenschaden), drohen sogar 100 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Auch in diesen Fällen drohen Bußgelder:

  • Das Autodach ist nicht vom Schnee befreit (25 Euro).
  • Das Kennzeichen ist verschneit (5 Euro).
  • Man lässt den Motor zwecks Enteisung warmlaufen (80 Euro).
  • Blinker, Rücklicht, Scheinwerfer und Kennzeichen sind nicht vom Schnee befreit.

Verschneite Verkehrsschilder

Auch wenn Verkehrsschilder verschneit sind, dürfen sie nicht ignoriert werden. Zumindest ortskundige Autofahrer müssen sich daran halten. Ortsfremde können hoffen, dass der Gesetzgeber Gnade vor Recht ergehen lässt.

Das gilt allerdings nicht für Schilder, die schon an ihrer Form zu erkennen sind - wie zum Beispiel ein Vorfahrts- oder Stoppschild.

Das Fahrzeug Herbst- und Winter-fit machen

Winterreifen drauf
Bei glatten und schneebedeckten Straßen gilt in Deutschland die Winterreifenpflicht. Einen Stichtag für den Wechsel gibt es trotzdem nicht. Automobilverbände empfehlen als Orientierung die so genannte "O-bis-O-Regel": Von Oktober bis Ostern sollte mit Winterreifen gefahren werden. Die bieten nicht nur bei niedrigen Außentemperaturen mehr Fahrsicherheit, sondern haben auch bei Laub und Lehm einen guten Grip.

Licht prüfen lassen
Gut sehen und gesehen werden ist für Autofahrer gerade in der dunkleren Jahreszeit wichtig. Viele Werkstätten bieten dafür kostenlose Licht-Checks an. Dabei wird geprüft, ob alle Leuchten am Auto funktionieren und eine Fahrbahn ausreichend ausleuchten können.

Gut sehen und gesehen werden ist für Autofahrer gerade in der dunkleren Jahreszeit wichtig. Bildrechte: Colourbox.de

Für gute Sicht sorgen
Vor dem Herbst unbedingt die Scheibenwischer überprüfen und rubbelnde oder verschlissene Wischerblätter austauschen. Sonst können sie Schlieren hinterlassen, die bei Regen und Gegenlicht die Sicht stark beeinträchtigen. Hilfreich ist außerdem, die Scheiben auch von innen noch einmal gründlich zu reinigen.

Licht an
Sind Sie mit dem Auto unterwegs, schalten Sie frühzeitig das Licht ein! Viele Autos sind mittlerweile mit dem vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Tagfahrlicht ausgestattet. Das reicht aber nicht aus. Es beleuchtet das Auto nur vorn, die hinter einem fahrenden Autos sehen einen trotzdem nicht. Außerdem empfiehlt es sich, das Licht manuell einzuschalten und sich nicht auf die ggf. verbaute Lichtautomatik zu verlassen. Die reagiert bei diffusem Licht oft nicht zuverlässig.

Winterausrüstung rein
Zur Vorbereitung auf Frost und Schnee sollten Autofahrer bereits jetzt Eiskratzer und Handschuhe ins Fahrzeug packen. Außerdem sollte der Frostschutz in Scheibenwischanlage und Kühlflüssigkeit überprüft werden. Entsprechende Messgeräte - Refraktometer genannt - gibt es für wenig Geld im Baumarkt.

Sinnvoll ist es, die Batterie in einer Werkstatt überprüfen zu lassen. Denn: Eine nicht ausreichende Batterie gehört im Herbst und Winter zu den häufigsten Pannenursachen. Eingefettete Tür- und Heckklappengummis verhinden das Einfrieren der Türen - und der Türschlossenteiser kann auch schon in die Handtasche.


Brisant/dpa/br.de/bussgeldkatalog.org/Presseportal

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