Babyarm mit Armband
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Seit 2000 in Deutschland Babyklappe: Das passiert, wenn Neugeborene abgelegt werden

BRISANT | 18.06.2019 | 17:15 Uhr

Babyarm mit Armband
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Babyklappe, Babynest, Babykörbchen: Hinter allen Namen steckt das gleiche Prinzip. Neugeborene können abgegeben werden. Die erste Babyklappe in Deutschland wurde am 8. April 2000 in Hamburg eingerichtet.

Wie läuft das ab?

Sobald das Kind in der Babyklappe liegt und die Tür geschlossen ist, werden die jeweiligen Betreiber informiert. Die Klappe ist dann fest verschlossen und lässt sich von außen nicht mehr öffnen.

Ein interner Alarm beginnt und benachrichtigt das Team der Frühgeborenenstation. Die Ärzte und Schwestern nehmen das Kind mit auf Station und betreuen es. Sobald die Ärzte entscheiden, dass das Kind gut versorgt und gesund ist, wird es an das Jugendamt übergeben.

Stephan Breit, Thüringen-Kliniken

Babyklappe
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Das Jugendamt übernimmt

Das Jugendamt kümmert sich ab diesem Zeitpunkt um das Kind und sucht auch nach geeigneten Pflegeeltern. Manchmal entscheiden sich die Mütter später doch wieder um und wünschen sich ihr Kind zurück. Das wird in den Stationen unterschiedlich gehandhabt. Am Ende kann erst ein DNA-Test die Mutter richtig bestätigen.

Bei uns hat die Mutter die Möglichkeit, einen Brief mit einem Code zu entnehmen. Den hat das Kind auch. Und damit kann die Mutter über das Jugendamt mit dem Kind in Kontakt treten.

Stephan Breit, Thüringen-Kliniken

Umstrittenes Verfahren

Dass solche Babyklappen überhaupt betrieben werden, ist umstritten. Da das Kind anonym abgegeben wird, sind die familiären Wurzeln vollständig abgeschnitten. Außerdem kann es während der Geburt ohne professionelle Hilfe zu Komplikationen kommen, was Mutter und Kind schadet.

Alternative: Vertrauliche Geburt

Alternativen sind sogenannte "vertrauliche Geburten". Auch die sind anonym, werden aber durch Berater begleitet. Sie unterliegen der Schweigepflicht. Die persönlichen Daten der Mutter werden in einem verschlossenen Umschlag aufbewahrt. Diese Variante nutzen die Mütter etwa doppelt so oft wie eine Babyklappe.

Wir haben uns nach langen Diskussionen dafür entschieden, eine solche Station einzurichten. Es ist viel besser, dass eine Mutter in der Notsituation das Kind ablegen kann, als wenn die Mutter das Kind irgendwo in einen Papierkorb oder vor irgendeine Tür legt. Das Kind hat so ganz andere Chancen gesund zu werden und sich zu entwickeln.

Stephan Breit, Thüringen-Kliniken

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 18. Juni 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. April 2017, 00:00 Uhr

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