Richtig erkennen und verhalten Bärenklau - Das müssen Sie über die giftige Pflanze wissen

Der Bärenklau ist eine Pflanze, die für ihre weißen Blüten bekannt ist, aber auch für Verbrennungen und Verletzungen, die sie bei Hautkontakt auslösen kann. Wie man die Pflanze erkennen kann und warum sie so gefährlich ist, erfahren Sie hier.

Riesen-Bärenklau
Der Riesen-Bärenklau zählt zu den giftigsten Gartenpflanzen und sollte möglichst professionell entfernt werden. (Archiv) Bildrechte: Colourbox.de

Welcher Bärenklau ist giftig?

In Deutschland kann man vor allem zwei Arten des Bärenklaus begegnen. Sowohl der Wiesen-Bärenklau als auch der Riesen-Bärenklau sind giftig, sie unterscheiden sich jedoch in der Schwere der möglicherweise ausgelösten Verletzungen. Beide Arten enthalten Pflanzenstoffe, mit denen sie sich vor Fressfeinden schützen. Diese sogenannten Furocumarine können auf die Haut gelangen, wenn Stängel, Blüten oder Blätter beim Pflücken verletzt werden. Auch getrocknete Blüten, Blätter und Samen enthalten die Furocumarine.

Gefahr durch Pflanzensaft im Tageslicht

Kommen diese auf der Haut in Kontakt mit Tageslicht, kann es zu sehr schmerzhaften Reaktionen kommen, die an Verbrennungen ersten und zweiten Grades erinnern. Vor allem beim Riesen-Bärenklau ist Vorsicht geboten, da er deutlich mehr Furocumarine enthält als sein kleinerer Verwandter. Der Wiesen-Bärenklau ist im Vergleich dazu relativ harmlos.

Riesen Wiesen Bärenklau in Blüte
Der Wiesen-Bärenklau ist deutlich kleiner als der Riesen-Bärenklau. (Archiv) Bildrechte: dpa

Wie erkenne ich Bärenklau?

Man erkennt den Riesen-Bärenklau an seinem behaarten Stengel mit purpurnen Flecken. Die Blüten-Dolden erreichen nicht selten einen Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern. Innerhalb weniger Wochen wächst die Staude auf eine Größe von drei bis vier Metern heran. Der Wiesen-Bärenklau ist optisch sehr ähnlich, mit einer Höhe von 50 bis 150 Zentimetern allerdings auch deutlich kleiner. Auch die Blütezeit unterscheidet sich: Diese ist beim Riesen-Bärenklau von Juni bis Juli, beim Wiesen-Bärenklau von Juni bis September.

Wie wird man Riesenbärenklau los?

Wer den Riesen-Bärenklau in seinem Garten entdeckt, sollte ihn am besten in den frühen Abendstunden mit Schutzkleidung abstechen und das möglichst tief. Der Grund: Die Pflanze hat eine Pfahlwurzel, die bis zu einem halben Meter in die Tiefe ragen kann. Ist die Pflanze draußen, sollte alles in schwarze Folie gewickelt und erst einmal liegengelassen werden. So kann die Pflanze verrotten, bevor sie entsorgt wird. Sie gehört defintiv nicht in die Biotonne und auch nicht ins heimische Lagerfeuer, da sich die keimfähigen Samen so weiterverbreiten könnten. Der Weg sollte eher zum Wertstoffhof führen. Um dem Riesen-Bärenklau zu Leibe zu rücken, kann auch ein Gartenbau-Unternehmen beauftragt werden.

Riesen-Bärenklau sollte man am besten mit professioneller Hilfe zu Leibe rücken. (Archiv)
Riesen-Bärenklau sollte man am besten mit professioneller Hilfe zu Leibe rücken. (Archiv) Bildrechte: dpa

Ursprung: Invasive Art aus dem Kaukasus

Ursprünglich stammt der Riesen-Bärenklau aus dem Kaukasus und kam im 19. Jahrhundert nach Europa. Mittlerweile ist das Gewächs auf dem Kontinent weit verbreitet, auch in Deutschland. Vor allem an Flüssen, Bächen und am Waldrand wächst der Riesen-Bärenklau. Aber auch in Gärten ist er zu finden. Problematisch daran: Er gehört zu den invasiven Neophyten.

Invasive Neophyten Als Neophyten werden Pflanzen bezeichnet, die sich (durch menschliche Einflussnahme) in Gebieten ansiedeln, in denen sie ursprünglich nicht heimisch sind. Sie können in Ökosystemen erheblichen Schaden anrichten, indem sie sich beispielsweise extrem verbreiten und heimische Arten verdrängen. Sie verhalten sich demnach "invasiv".

Riesen Wiesen Bärenklau in Blüte
Riesen-Bärenklau gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert in Europa. (Archiv) Bildrechte: imago images/Shotshop

Was tun bei Kontakt mit dem Riesen-Bärenklau

Wer in Kontakt mit den Furocumarinen kommt, sollte als erstes aus dem Tageslicht gehen und den Pflanzensaft mit fließendem Wasser und mit Seife gründlich abwaschen. Falls danach keine Hautreaktionen sichtbar werden, reicht es oft aus, die Stelle mit einem nassen Handtuch zu kühlen. Gibt es schlimmere Reaktionen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Typische Reaktionen sind:

  • Juckreiz
  • Rötungen
  • Schwellungen
  • Blasenbildung
  • Ausschlag

Wurden auch ätherischen Öle des Riesen-Bärenklaus eingeatmet und es kommt zu akuten Symptomen wie Fieber oder Atemnot, sollte dringend ein Notarzt gerufen werden. Grundsätzlich gilt: Auch wenn Reaktionen ausbleiben, sollte man ein bis zwei Tage nach dem Kontakt die Sonne meiden, um verzögerte Reaktionen auszuschließen.

(BRISANT/mdr garten/br/gesundheit.de)

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. August 2021 | 17:15 Uhr

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