Gesundheit Bauchstraffung: Wann trägt die Krankenkasse die Kosten - und was geht ohne OP?

Der Januar ist der Monat der guten Vorsätze. Und einer wird ganz besonders häufig gefasst - nämlich abzunehmen. Doch sind die Pfunde einmal gepurzelt, ist die Enttäuschung oft groß. Denn der Bauch bleibt schlaff. Abhilfe schaffen kann eine sogenannte Bauchdeckenstraffung. Doch das ist eine größere OP. Wann trägt die Krankenkasse dafür die Kosten - und wie kann man auch ohne diesen Eingriff seinen Bauch straffen? Ein Überblick.

Ein Facharzt für plastisch-ästhetische Chirurgie zeichnet Markierungen fuer eine Bauchdeckenstraffung auf den Bauch einer Patientin.
Für manche Patienten ist eine operative Bauchstraffung der einzige Weg, einen straffen Bauch zu bekommen. Bildrechte: dpa

Was ist eine Bauchstraffung?

Eine Bauchstraffung ist ein medizinischer Eingriff, bei dem überschüssiges Hautmaterial entfernt wird. Das führt zu einer Straffung des Bauchbereichs. Zu unterscheiden ist zwischen einer großen und einer kleinen Bauchdeckenstraffung.

A) Kleine Bauchdeckenstraffung

Die kleine Bauchdeckenstraffung kommt vor allem für Patienten in Frage, bei denen sich viel Fett im Bereich des Unterbauchs angesammelt hat, jedoch nur wenig Hautüberschuss vorhanden ist. Das kann entweder nach einer starken Gewichtsabnahme oder nach einer Schwangerschaft der Fall sein.

Dieser Eingriff wird in der Regel ambulant vorgenommen, da lediglich die Haut unterhalb des Nabels gestrafft wird. Wenn nötig, kann auch Fettgewebe abgesaugt werden. Der Nabel muss jedoch nicht bewegt werden.

B) Große Bauchdeckenstraffung

Die große Bauchdeckenstraffung ist ein deutlich größerer Eingriff, der nur stationär vorgenommen wird und mit gewissen Risiken verbunden ist. Normalerweise ist dafür ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt notwendig.

Bei der Operation wird die Haut von der Bauchwand bis an die Rippen angehoben, um die Bauchmuskulatur freizulegen. Falls notwendig, kann auch sie korrigiert werden.

Der Nabel wird mit einem kleinen kreisrunden Schnitt vom umliegenden Gewebe entfernt, und nach Entfernung der überschüssigen Haut in seine neue Position gebracht. Anschließend wird alles zeitaufwändig vernäht, damit die Narbenbildung möglichst gering bleibt.

Ein Facharzt für plastisch-aesthetische Chirurgie passt bei einer anaesthesierten Patientin waehrend einer Bauchdeckenstraffung den ausgeschnittenen Bauchnabel wieder neu in die Bauchdecke ein.
Der Name sagt's bereits: Eine große Bauchdeckenstraffung ist ein größerer operativer Eingriff. Bildrechte: dpa

Wann trägt die Krankenkasse die Kosten?

Eine Bauchdeckenstraffung kostet zwischen 3.500 und 10.000 Euro, dazu kommen Krankenhauskosten von etwa 2.500 Euro. Da es sich bei einer Bauchdeckenstraffung um einen kosmetischen Eingriff handelt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten dafür in der Regel nicht. Doch es gibt Ausnahmen.

Das ist vor allem der Fall, wenn es zu krankhaften Hautveränderungen gekommen ist, die sich weder durch Sport, noch durch Ernährung wegtrainieren lassen. Weitere Gründe sind regelmäßige Entzündungen an der Unterbauchfalte, eine stark überhängende Fettschürze, die die Bewegungsfreiheit einschränkt - oder eine Gewichtsabnahme von mehr als 20 Kilogramm.

Straffer Bauch ganz ohne OP: Fadenlifting und Thermage

Egal ob in der Schwangerschaft oder einer Gewichtszunahme: unsere Haut ist äußerst anpassungsfähig. Dumm nur, dass das umgekehrt nicht genauso schnell und einfach funktioniert. Denn mit zunehmendem Alter fehlen der Haut Kollagen und Elastin. An diesen beiden Stoffen knüpfen zwei weitere Methoden an, einen straffen Bauch zu bekommen - und das ganz ohne OP.

Mit örtlicher Betäubung: Fadenlifting

Beim sogenannten Fadenlifting werden unter örtlicher Betäubung medizinische Fäden unter die Haut gesetzt, die dank kleiner Widerhaken in der gewünschten Position verharren und die Haut straffen. Durch die Stimulation der Haut wird ein weiterer Effekt erzielt: Es werden neue Hautzellen und Kollagen gebildet.

Gezogen werden müssen die Fäden übrigens nicht. Da sie aus Milchsäure bestehen, lösen sie sich nach einigen Wochen von selbst auf. Das Ergebnis hält zum Glück etwas länger: Bis zu zwei Jahre ist die Haut am Bauch deutlich straffer. Die Kosten für ein Fadenlifting liegen zwischen 800 und mehreren Tausend Euro.

Komplett schmerzfrei: Thermage

Ganz ohne Schmerzen und Betäubung kommt die sogenannte Thermage aus. Dabei wird die Haut mittels Radiofrequenztechnologie gestrafft. Wärme dringt auch in die tieferen Hautschichten ein und kurbelt so die Kollagenbildung an. Da die Hautoberfläche zeitgleich gekühlt wird, ist das Verfahren nicht schmerzhaft.

Die Wirkung einer Thermage hält ebenfalls bis zu zwei Jahre an. Die Kosten dafür liegen bei etwa 2.500 Euro.

Eine Frau macht auf einer Trainingsmatte eine Bauchmuskelübung. Vor ihr steht ein aufgeklapptes Notebook.
Effektiver und gesünder: Training für einen straffen Bauch Bildrechte: IMAGO

Trainieren statt operieren: Bauchmuskeltraining und gesunde Ernährung

Wer unter nur leichten "Bauch-Deformationen" leidet, sollte zunächst versuchen, durch Training einen straffen Bauch zu erreichen. Das ist sicherlich anstrengend und dauert seine Zeit, stärkt aber nachhaltig die Muskulatur.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass man sowohl die langen als auch die schrägen und die tiefen quer verlaufenden Muskeln trainiert.

Wenn man das mit einer gesunden Ernährung kombiniert, hat man seiner Gesundheit einen deutlich größeren Gefallen getan als mit kosmetischen Eingriffen oder OPs.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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