Das sollten Sie wissen! Elefanten starben an Blaualgen-Vergiftung - Gefahr für Mensch und Tier

Cyanobakterien können Giftstoffe produzieren. Das kann tödliche Folgen haben, wie das Beispiel des rätselhaften Elefantensterbens in Botswana zeigt. Welche Gefahr von Blaualgen ausgeht, erfahren Sie hier.

toter Elefant
Wie dieser Elefant sind hunderte andere in diesem Sommer in Botswana verendet. In Botswana lebt die größte Elefantenpopulation weltweit, sie wird auf 156.000 Tiere geschätzt. Im Nachbarland Zimbabwe sind es Schätzungen zufolge 85.000. Auch dort waren kürzlich 22 Elefanten aus ungeklärter Ursache verendet. Auch hier wurden die toten Tiere mit Stoßzähnen gefunden. Bildrechte: imago images/Xinhua

Das Elefantensterben im botswanischen Okavangodelta stellte Behörden und Wissenschaft vor ein Rätsel. Seit Mai verendeten dort Hunderte Dickhäuter und kein Mensch konnte sagen warum. Jetzt scheint das Rätsel gelöst zu sein: Offenbar führten Cyanobakterien, also Blaualgen, zum Verenden der Tiere, sagte Mmadi Reuben, der leitende Veterinärbeamte der Wildpark-Behörde.

Unsere jüngsten Tests haben gezeigt, dass cyanobakterielle Neurotoxine die Todesursache sind.

Wasserstellen mit Blaualgen belastet

Das hätten Labortests mit Blutproben toter Elefanten, Erd- und Wasserproben ergeben. Offenbar hatten die Tiere aus Wasserstellen getrunken, die mit Cyanobakterien belastet waren. Diese Bakterien können Giftstoffe entwickeln. Das kann zum Beispiel dann passieren, wenn sich bei einer Algenblüte Bakterien massenhaft vermehren. Unklar ist aber noch, warum offenbar nur Elefanten starben und keine anderen Tiere.

Deshalb sind Blaualgen für Badegäste gefährlich

Doch nicht nur für Elefanten sind Blaualgen gefährlich: Große Mengen, wie sie im Sommer häufig auch in Deutschland vorkommen, können für Badegäste problematisch werden. "Blaualgen kommen eigentlich in geringen Mengen in jedem Gewässer vor. Dann darf man auch baden. Problematisch wird es nur, wenn sie sich massenhaft vermehren", erklärt Jutta Fastner vom Umweltbundesamt. Es gebe verschiedene Ursachen, warum Blaualgen gefährlich sind.

Schleimhautreizungen: Dann jucken bei empfindlichen Menschen die Augen oder die Haut kann jucken. Das zweite ist, dass die Cyanobakterien Toxine produzieren können. Die wirken aber nur, wenn man das Wasser in großen Mengen schluckt. Das dritte ist: Wenn das Wasser besonders trüb ist durch Cyanobakterien, dann ist bei Badeunfällen die Rettung erschwert.

Jutta Fastner | Umweltbundesamt

Hochgiftig auch für Hunde

Auch Tierbesitzer sollten alarmiert sein. Vor allen Dingen Hunde sind gefährdet. Die schwimmfreudigen Vierbeiner kühlen sich im Sommer gerne in Seen oder Bächen ab. Ist das Wasser mit Blaualgentoxinen verseucht, besteht für Hunde, aber auch für Nutz- und Wildtiere Gesundheitsgefahr. Es ist deshalb ratsam, den Tieren das Schwimmen und Waten in kontaminierten Gewässern zu verbieten. Hatte Ihr Hund dennoch Kontakt mit belastetem Wasser, sollten Sie ihn schnellstmöglich baden. Beobachten Sie das Tier genau und verhindern Sie, dass es sein Fell oder die Hundepfoten ableckt. Auch für Katzen ist eine Vergiftung mit Blaualgen sehr gefährlich, da die Tiere wasserscheu sind aber selten.

Ein Hund springt aus dem Wasser in die Höhe
Hunde lieben meist Wasser. Sind Seen von Blaualgen befallen, ist aber Vorsicht geboten. Bildrechte: www.mein-tierfreund.de

So erkennen Sie Blaualgen

Das Gute ist, dass man Blaualgen auch als Laie erkennen kann. "Viele Cyanobakterien können an der Gewässeroberfläche schwimmen. Das sind dann die grünen Schlieren", erklärt Jutta Fastner. "Die sind zu unterscheiden von Grünalgen, die lange Fäden ziehen. Manche Cyanobakterien bilden kleine Kügelchen, die man auch mit bloßem Auge erkennen kann."

Wenn man knietief im Wasser steht und seine Füße nicht mehr sieht, dann ist Vorsicht geboten.

Jutta Fastner | Umweltbundesamt

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. September 2020 | 17:15 Uhr

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