Urlaub 2020 Urlaub mit Caravan oder Wohnwagen: Tipps für Camping-Anfänger

Zahlreiche Campingplätze sind ausgebucht, Wohnwagen und Caravans vermietet. Im Corona-Sommer 2020 findet für viele Deutsche der Urlaub in der Heimat statt. Einige sind das erste Mal mit Zelt oder fahrender Unterkunft am Start. Woran sollten Wohnmobil- und Wohnwagen-Reisende denken, damit nicht schon die Anreise zum Desaster wird - und was sollte man auf dem Campingplatz beachten? BRISANT mit Tipps für Camping-Anfänger.

Wäsche hängt auf einer Leine vor einem Wohnmobil auf dem Naturcampingplatz am Springsee.
Im Corona-Sommer 2020 sind viele Deutsche zum ersten Mal mit Wohnwagen oder -mobil unterwegs. Bildrechte: dpa

1. Hab den Wagen voll geladen ...

Alles rein in Caravan oder Wohnwagen, um am Urlaubsort nichts zu missen? Ein Trugschluss! Für beide Camping-Varianten gibt's eine Höchstgrenze, was an Gewicht zugeladen werden darf. Beim Caravan müssen dabei auch die Gewichtsklassen der Mitreisenden bedacht werden.

Und: Wohnmobil oder Pkw mit Wohnwagen fahren sich anders, als die meisten Autofahrer es gewohnt sind. Deshalb vorher üben oder - noch besser - ein spezielles Sicherheitstraining absolvieren.

2. Übermut kommt vor dem Fall

Beim Packen von Caravan oder Wohnwagen deshalb den gesunden Menschenverstand walten lassen. Die leichten Sachen nach oben, die schweren nach unten - und anschließend alles gut verriegeln. Ansonsten liegt alles bunt durcheinander, wenn Sie am Ziel angekommen sind.

3. Stillgesessen!

Auch wenn es - zumindest für die kleinen Passagiere - reizvoll sein mag, im fahrenden Haus herumzuturnen: Auch im Wohnmobil hat jeder angeschnallt auf seinem Platz zu sitzen! Alles andere ist kreuzgefährlich.

Zwei kleine Mädchen auf ihren Autokindersitzen.
Auch im Wohnmobil müssen die Mitreisenden angeschnallt sein. Bildrechte: imago images / teutopress

4. Wasser, Marsch? Nicht beim Campen!

Nur absolute Wohnmobil-Neulinge starten mit vollem Frischwassertank in den Urlaub. Empfehlenswert ist es, den Tank bis zur Hälfte oder einem Drittel zu füllen. Mit 30 bis 55 Litern bleibt ausreichend Wasser zum Händewaschen und um aufs Klo zu gehen. Der Grund für diese Sparsamkeit liegt auf der Waage: Jeder Liter bedeutet Zusatzlast, die das Wohnmobil stemmen muss und die außerdem auf den Sprit-Verbrauch geht. Vollgetankt wird erst am Urlaubsort.

5. Was du heute kannst entsorgen ...

Zu den unschönen Aufgaben beim Urlaub im Wohnmobil gehört das sogenannte "Dumping": die Entsorgung des Abwassers. Dabei unterscheidet man zwischen Grauwasser - von Dusche, Spül- und Waschbecken - und Schwarzwasser, dem Abwasser aus der Toilette. Vor allem letzteres sollte regelmäßig geleert werden, damit es beim nächsten Gang aufs stille Örtchen nicht zu unangenehmen Überraschungen kommt.

6. Fenster zu und Stöpsel rein!

Zu denen kann es übrigens auch kommen, wenn beim Fahren nicht alle "Luken" geschlossen werden. Das gilt fürs Dachfenster ebenso wie für den Stöpsel des Waschbeckens oder den Toilettendeckel. Erstellen Sie sich am besten eine Checkliste, damit Sie auf dem Schirm haben, an was bei Ab- oder Weiterreise zu denken ist:

  • Antenne bzw. Satellitenschüssel einklappen
  • Strom abklemmen
  • Gas abdrehen
  • Kühlschrank verriegeln
  • Stützen einklappen,
  • Stöpsel in die Waschbecken stecken
  • Treppe einfahren usw.

Straßenschild - Wohnmobile verboten
Wer blind dem Navi vertraut, muss sich nicht wundern, wenn er mit dem Wohnmobil stecken bleibt. Bildrechte: Colourbox.de

7. Nicht blind dem Navi vertrauen!

Navis sind eine feine Sache und heutzutage unverzichtbar. Ist man jedoch mit einem größeren Gefährt unterwegs, muss das bei der Reiseplanung bedacht werden. Verwinkelte Gassen und schlecht befestigte Serpentinen sind für Wohnmobile nur geeignet, um Aufmerksamkeit zu erregen, wenn man stecken bleibt.

8. Nur Bares ist Wahres

Für Maut und kleinere Campingplatzgebühren sollte man immer etwas Bargeld dabei haben. Cashless ist gerade auf den Plätzen nicht überall möglich.

9. Ein Platz an der Sonne?

Vor dem Caravan in der Sonne chillen? Klingt nicht schlecht. Solange man bedenkt, dass die Hitze auch vor dem Wageninneren nicht halt macht. Wer gerne heiß und stickig schläft, kann tagsüber braten. Ist das nicht der Fall, sollte man sicher lieber ein schattiges Plätzchen suchen.

Wohnmobilistin auf einem Campingplatz
Wer's tagsüber sonnig möchte, muss sich auf heiße Nächte einstellen. Bildrechte: Colourbox.de

10. Nicht aus der Reihe tanzen!

Parken Sie Ihren Caravan oder Wohnwagen so, wie die anderen Campingplatz-Gäste. Denn nur das ermöglicht den Einzelnen ein Minimum an Privatspäre. Mag zwar ganz unterhaltsam sein, den Camping-Nachbarn beim Frühstücken zuzuschauen, könnte aber auch für allerhand Konfliktpotential sorgen.

11. Fuchs du hast den Schuh gestohlen ...

Auch wenn sie Outdoor-Schuhe heißen - die Müffel-Sneaker gehören nachts in den Wohnwagen. Denn sonst ... holt sie der Fuchs. Oder um korrekt zu sein: Es sind Füchsinnen, die sich auf Campingplätzen immer wieder an den Schuhen der Feriengäste vergreifen.

Ein Fuchs schnuppert an einem Schuh.
Bleiben die Schuhe vor dem Wohnwagen, freut sich die Füchsin. Bildrechte: dpa

12. Dreckiges Geschirr

Für versierte Caravan-Reisende gar keine Frage: Dreckiges Geschirr wird in einem faltbaren Spülbecken oder in den sanitären Anlagen des Campingplatzes gespült. So umgeht man, dass der Abfluss verstopft und Essensreste oder Fett für unangenehme Gerüche aus dem Abwassertank sorgen.

13. Wildpinkeln unerwünscht!

An alle Herren und Hunde: Die sanitären Anlagen von Campingplätzen sind auch für die nächtliche Notdurft geöffnet. Fäkaliengeruch und Tretminen mag niemand vor der "Haustür".

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Juli 2020 | 17:15 Uhr

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