Geld und Sprit sparen Steigende Spritpreise: Wann und wo kann man günstig(er) tanken?

Die Fahrt zur Tankstelle - zurzeit für viele Autofahrer ein Grund zur Sorge. Diesel ist so teuer wie noch nie, auch der Benzinpreis kratzt am Allzeithoch. Dennoch können Autofahrer Geld sparen, indem sie sich die tagesaktuellen Preisschwankungen an Tankstellen zunutze machen, ihre Fahrweise anpassen - oder in Einzelfällen im Ausland tanken. BRISANT mit einem Überblick.

Benzinpreise auf Rekordniveau
Die steigenden Spritpreise bereiten vielen Autofahrern Sorge. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Ursache für steigende Spritpreise: CO2-Steuer & Rohölpreis

Diesel kostet so viel wie nie, auch der Benzinpreis kratzt am Allzeithoch. Ausschlaggebend für die Entwicklung der Kraftstoffpreise sind der Rohölpreis und der Wechselkurs von Dollar und Euro.

Eine Rolle spielt außerdem die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe, die sich nach ADAC-Angaben in diesem Jahr beim Tanken mit rund sieben bis acht Cent pro Liter Sprit auswirkt. Beim Diesel sorgt zusätzlich die im Herbst steigende Nachfrage nach Heizöl für eine Verteuerung an den Zapfsäulen.

Entwicklung der Spritpreise
Sprit wird teurer: Der Dieselpreis hat bereits ein Allzeithoch erreicht. Bildrechte: MDR

Zu welcher Uhrzeit kann man beim Tanken sparen?

Bares Geld sparen kann, wer zu einer bestimmten Uhrzeit an die Zapfsäule fährt. Denn die Preise an Tankstellen schwanken innerhalb eines Tages erheblich. An ein und derselben Tankstelle um die zwölf Cent pro Tag und Liter Sprit. Bei Tankstellen in Städten sind es im Schnitt sogar bis zu 22 Cent.

Laut einer Auswertung des ADAC gilt grundsätzlich: Abends zu tanken ist günstiger als morgens. Wer besonders billig tanken will, der sollte die Tankstelle zwischen 18:00 und 19:00 Uhr sowie zwischen 20:00 und 22:00 Uhr ansteuern.

Ab circa 6:00 Uhr morgens beginnt laut ADAC ein Preisanstieg, der um kurz nach 7:00 Uhr seinen Höhepunkt erreicht. Zwar sinkt der Preis anschließend wieder ab, doch weitere Preisspitzen gibt es gegen 10:00, 13:00 und 16:00 Uhr. Auch vor 18:00 und vor 20:00 Uhr und schließlich ab 22:00 Uhr ziehen die Preise an.

Benzinpreise auf Rekordniveau
Wer zwischen 18:00 und 19:00 Uhr tankt, zahlt am wenigsten. Bildrechte: IMAGO / Geisser

Clever Tanken: Günstige Tankstelle per App finden

Wer die günstigste Tankstelle in der Nähe ansteuern möchte, kann spezielle Apps zu Rate ziehen. Auf der Internetseite des Bundeskartellamts sind insgesamt 56 solcher Verbraucher-Anwendungen aufgelistet. Ihre Daten beziehen sie von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamts.

Auch der ADAC bietet auf seiner Internetseite eine Suchfunktion für günstige Tankstellen. Die Tankstellensuche gibt es unter dem Namen "ADAC Spritpreise" auch als App für IOS- und Android-Smartphones.

Die App "Clever Tanken", erhältlich für IOS, Android und Windows-Phone, zeigt ebenfalls die günstigste Tankstelle in der Umgebung an. Nutzer können außerdem einen Alarm aktivieren, der sie bei einem festgelegten Tiefpreis per Nachricht alarmiert.

Autobahn: Autohöfe billiger als Raststätten

Abseits der Autobahn sind die Spritpreise oft deutlich günstiger als auf den Raststätten.

Laut einer Erhebung des ADAC gibt es deutliche Preisunterschiede zwischen Raststätten und Autohöfen: Der Liter E10 ist auf Autohöfen abseits der Autobahn im Schnitt 26 Cent günstiger, bei Diesel liegt die Differenz bei 25 Cent. In einzelnen Fällen beträgt die Differenz sogar 39 Cent pro Liter Benzin und 34 Cent pro Liter Diesel.

Zum Tanken über die Grenze - lohnt sich das?

Deutlich billiger ist Kraftstoff nach Daten von ADAC und AvD in Polen, Tschechien, Österreich und Luxemburg. Dennoch lohnt sich die Fahrt über die Grenze in der Regel nur für diejenigen, die ganz in der Nähe wohnen.

Ansonsten schlagen die hohen Spritkosten für die Anfahrt, Zeitaufwand und Abnutzung des Kfz zu sehr zu Buche.

In die Niederlande sollte man übrigens nicht reisen, um günstiger zu tanken. Dort ist der Sprit nämlich noch einmal deutlich teurer als bei uns.

Ausschnitt einer Zapfsäude mit drei Zapfhähnen in rot, hellblau un dunkelblau
Zum Tanken ins Ausland zu fahren, ist nur in Einzelfällen ratsam. Bildrechte: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Fahrweise anpassen: Wie lässt sich beim Autofahren Sprit sparen?

Am günstigsten und vor allem auch umweltschonend ist der Sprit, den man nicht verbraucht. Zu Hause bleiben braucht man dennoch nicht. Für eine sparsame Fahrweise gibt der ADAC Autofahrern folgende Tipps an die Hand:

Der ADAC empfiehlt rechtzeitiges Hochschalten bei einer Drehzahl von circa 2.000 Umdrehungen pro Minute und generell das Fahren mit niedriger Drehzahl. Zurückschalten sollten Autofahrer erst dann, wenn der Motor ruckelt oder zu brummen beginnt. Zudem sei es wichtig, auf den richtigen Reifendruck zu achten.

Auch vorausschauendes Fahren kann helfen, denn Bremsen vergeudet Energie. Die Motorbremse sollte deshalb so lange und häufig wie möglich genutzt werden. Beispielsweise sollten Autofahrer vor einer Ortschaft frühzeitig vom Gas gehen anstatt abrupt abzubremsen. Wer voraussichtlich länger als 20 Sekunden stillsteht, beispielsweise an einer roten Ampel, sollte außerdem den Motor abschalten.

Darüber hinaus kann das Abschalten der elektronischen Geräte im Auto Sprit sparen, denn auch Klimaanlage und Standheizung verbrauchen Sprit. Trotzdem gilt natürlich: Kurze Strecken sollten nicht mit dem Auto zurückgelegt werden.

dpa/AFP/adac

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 19. Oktober 2021 | 17:15 Uhr

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