Booster-Impfung Wer sollte sich vor Weihnachten noch impfen lassen?

Die Feiertage sind nicht mehr weit, Feste mit der ganzen Familie stehen an und zuvor die Besorgungen - viel Kontakt mit Menschen also. Und Corona-Ansteckungensind weiterhin möglich. Sollte man sich deshalb jetzt noch mal impfen lassen?

Impfstofffläschchen von Biontech als Weihnachtsbaumanhänger,
Wer sich vor Weihnachten impfen lassen will, sollte das jetzt tun. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Corona schränkt den Alltag kaum noch ein, es gelten immer weniger Regeln. Einige Bundesländer wie Bayern oder Rheinland-Pfalz verlangen nicht mal mehr Isolation nach einer Ansteckung, in den anderen ist sie nur noch füf fünf Tage verpflichtend.

Weihnachten will dennoch wohl eher niemand alleine verbringen oder gar riskieren, die Verwandtschaft anzustecken.

Ein Corona-Selbsttest ist positiv.
Weihnachten mit Corona? Keine besinnliche Aussicht. Bildrechte: IMAGO / Rolf Poss

Wie hoch ist der Impfschutz in der Bevölkerung?

Mittlerweile haben die meisten Deutschen eine Corona-Erkrankung überstanden und bzw. oder sind gegen das Virus geimpft. Infektionen gab es laut Statista bundesweit mehr als 43.000 pro 100.000 Einwohner, mindestens 74 Prozent der Bevölkerung sind grundimmunisiert, das heißt sie haben mindestens zwei Schutzimpfungen erhalten.

Wie geschützt die Menschen damit sind, hat eine Gruppe Wissenschaftler untersucht. Für die "Immunebridge"-Studie wurden acht Studien und ihre Ergebnisse untersucht. Sie zeigt: 95 Prozent der Menschen haben Antikörper gegen das Coronavirus. Wie sehr sie das auch vor einer neuen Infektion schützt, kommt darauf an, wie sie bisher mit dem Virus in Kontakt gekommen sind.

Schutz abhängig von Kontakt mit dem Virus

Wer drei mal geimpft ist oder infiziert war und eine Infektion oder Impfung im Jahr 2022 hatte, hat wahrscheinlich einen hohen Schutz vor einem schweren Verlauf von SARS-CoV-2, ist aber nur gering vor einer Infektion geschützt.

Wer drei Kontakte durch Impfung oder Infektion hatte, ist wahrscheinlich moderat vor einem schweren Verlauf geschützt, hat aber einen sehr geringen Schutz vor einer Infektion.

Bei keinem bis zwei Kontakten besteht ein geringer Schutz vor einem schweren Verlauf, aber auch ein sehr geringer Schutz vor einer Infektion.

Wer sich also vor einer Infektion schützen will, kann das bisher weder mit einer Impfung noch einer Erkrankung.

Symbolbild Erkältung - Eine Frau liegt schniefend und triefend im Bett.
Der Schutz vor einem schweren Verlauf hängt vom bisherigen Kontakt mit dem Virus ab. Bildrechte: Colourbox.de

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen ab zwölf Jahren eine erste Auffrischungsimpfung, also ingesamt eine 3. Impfung, mit einem an Omikron angepassten Impfstoff. Einen zweiten Booster, also die 4. Impfung, wird für Über-60-Jährige, Bewohner und Pfleger in Pflegeeinrichtungen und besonders gefährdete Gruppen empfohlen. Auch sie sollen mit angepassten Impfstofften immunisiert werden.

Wer noch gar nicht geimpft ist, sollte die Grundimmunisierung mit den herkömmlichen Impfstoffen bekommen.

Was bedeutet das für das private Umfeld? Da eine vierte impfung auch für Pflegepersonal empfohlen wird, kann die auch sinnvoll sein, wenn man Weihnachten mit älteren Familienmitgliedern oder Verwandten mit Vorerkrankungen feiert. Generell sollte der letzte Kontakt mit dem Virus - egal ob Impfung oder Infektion - aber etwa sechs Monate zurückliegen. Sind die noch nicht ganz verstrichen, kann der Arzt entscheiden, ob der Booster sinnvoll ist.

Quellen: RKI, Stiko, infektionsschutz.de, Statista

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. November 2022 | 17:15 Uhr

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