Querdenker & Co. Was tun, wenn mein Arzt ein Corona-Leugner ist?

In der Corona-Krise leisten Ärzte und medizinisches Personal Schwerstarbeit. Doch nicht alle Mediziner haben sich dem Kampf gegen das Virus verschrieben. Wie in der Gesamtbevölkerung, gibt es auch unter Medizinern Vertreter, die die Existenz und die Gefahr des Virus' vehement leugnen. Was kann man tun, wenn sich der eigene Hausarzt als sogenannter Corona-Leugner entpuppt?

Ein Arzt hält ein Stethoskop in der Hand.
Was tun, wenn sich der Arzt des Vertrauens als Corona-Leugner entpuppt? Bildrechte: dpa

Ärzte und medizinisches Personal tragen in der Corona-Krise eine große Last. Erst gut ein Jahr kennt man das neuartige Coronavirus, nach wie vor wird daran geforscht - und doch sollen betroffene Patienten professionell und bestmöglich versorgt und vor allem geheilt werden.

Umso mehr erstaunt, dass es selbst unter den Medizinern sogenannte Corona-Leugner gibt, die die Gefährlichkeit und zum Teil sogar die Existenz des Virus leugnen. Nur eine leichte Grippe? Eine Haltung, die man von seinem Arzt wahrlich nicht erwartet.

Falsche Maskenatteste und Maskenverweigerung

Immer neue Fälle werden publik, die belegen, dass Mediziner ihren Patienten falsche Atteste ausstellen, um sie von der Maskenpflicht zu befreien. Oder von Kollegen, die es - obgleich sie sich mit dem Virus infiziert haben - ablehnen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und weiter praktizieren. Bei Patieten sorgt das für Verunsicherung.

Zudem kursieren Falschinformationen im Internet - verbreitet von Ärzten. Zum Beispiel von den "Ärzten für Aufklärung", die in einem 17-minütigen YouTube-Video glaubhaft machen wollen, dass Mund-Nasen-Bedeckungen gegen das Coronavirus nicht helfen würden, bis zu 85 Prozent der PCR-Tests falsch positiv seien oder die Menschen durch eine Corona-Schutzimpfung gentechnisch manipuliert würden. Alles Humbug, der bereits mehrfach wissenschaftlich widerlegt worden ist.

Arztpraxen zu politischer Neutralität verpflichtet

Die Landesärztekammern haben bereits mehrfach zu Medizinern, die der Corona-Politik kritisch gegenüber stehen, Stellung bezogen. Natürlich ist es Medizinern prinzipiell gestattet, ihre Meinung frei zu äußern - allerdings nur als Privatpersonen. In den Arztpraxen müsse die politische Neutralität in jedem Fall gewahrt bleiben, so die Kammern.

Zudem seien Ärzte dazu verpflichtet, ihre Tätigkeit an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten sowie den Infektionsschutz und die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen in ihren Praxen umzusetzen. Sprich: Ein Mediziner, der das Tragen einer medizinischen Maske verweigert oder falsche Atteste ausstellt, macht sich strafbar.

Den Arzt wechseln und der Ärztekammer melden

Als Patient hat man schlechte Karten, wenn sich der eigene Arzt als Corona-Leugner entpuppt. Das Vertrauen in seine medizinische Kompetenz dürfte zumindest in Sachen Coronavirus nachhaltig erschüttert sein. Natürlich wäre es fair, zunächst das Gespräch mit ihm zu suchen, doch letztlich wird man nicht darum herumkommen, sich einen neuen Arzt zu suchen.

Was man keinesfalls versäumen sollte, ist, der zuständigen Ärztekammer oder dem Gesundheitsamt den Fall zu melden. Nur dann kann aktiv gegen die Verbreitung von Falschmeldungen durch den betreffenden Arzt vorgegangen werden. Und das ist dringend nötig, um andere Patienten zu schützen. Denn die sind vielleicht weniger kritisch, schenken dem Arzt ihren Glauben - und gefährden dadurch sich und andere.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 17. Februar 2021 | 17:15 Uhr

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