Wirtschaftshilfe, Schnellkredit, Überbrückungshilfe Lockdown Light: Welche Hilfen gibt's für betroffene Unternehmen, Vereine und Selbständige?

Die steigenden Corona-Zahlen haben auch in Deutschland einen zweiten Lockdown notwendig gemacht. Betroffen davon sind vor allem Hotel- und Gaststättengewerbe, Kultur- und Veranstaltungsbranche, Freizeiteinrichtungen und Vereine. Damit sie in der Corona-Krise nicht noch größeren Schaden nehmen, haben Bund und Länder weitere Hilfsmaßnahmen beschlossen. Wo können Betroffene die Gelder beantragen, wer bekommt sie - und auf wieviel Unterstützung kann man hoffen?

Illustration: Soforthilfe - Stepel, Geld und Justizia
Unternehmen, Selbständige und Vereine, die durch den erneuten Lockdown Einbußen erleiden, können Wirtschafts-, Überbrückungshilfe oder einen Schnellkredit beantragen. Bildrechte: imago images/Alexander Limbach

Die erneute Schließung einzelner Branchen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland trifft viele Unternehmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen hart. Um sie schnell und wirksam zu unterstützen, ergänzt die Bundesregierung die bestehenden Hilfsprogramme durch zusätzliche außerordentliche Wirtschaftshilfen von insgesamt zehn Milliarden Euro.

Darüber hinaus soll der Schnellkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erweitert und auch kleinen Unternehmen zugänglich gemacht werden. Überbrückungshilfen für kleinere Unternehmen, Solo-Selbständige und Künstler sollen verbessert, erweitert und im kommenden Jahr fortgeführt werden.

Wer bekommt die außerordentliche Wirtschaftshilfe?

Einen Antrag auf außerordentliche Wirtschaftshilfe können Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen stellen, denen durch die Corona-Maßnahmen das Geschäft untersagt wird beziehungsweise bereits untersagt worden ist.

Unterstützungsmaßnahmen für diejenigen, die indirekt, aber in vergleichbarer Weise durch die Anordnungen betroffenen sind, sollen zeitnah geklärt werden.

Dieter Hallervorden bei der Demonstration zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft vom Aktionsbündnis Alarmstufe Rot .
Vor allem die Veranstaltungsbranche leidet unter der Corona-Krise: Dieter Hallervorden als Redner bei einer Demonstration des Aktionsbündnisses "Alarmstufe Rot". Bildrechte: imago images/Future Image

Wirtschaftshilfe für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten

Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Die Höhe errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz des Vorjahresmonats. Gezahlt werden soll sie für jede angeordnete Lockdown-Woche.

Bei jungen Unternehmen, die nach November 2019 gegründet worden sind, gelten die Umsätze von Oktober 2020 als Maßstab. Soloselbständige haben das Wahlrecht, auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde zu legen.

Wirtschaftshilfe für größere Unternehmen

Für größere Unternehmen gelten für die Bemessungsgrundlage der Wirtschaftshilfe abweichende Prozentanteile vom Vorjahresumsatz. Die Höhe wird im Einzelnen anhand beihilferechtlicher Vorgaben ermittelt.

Anderweitige Hilfen für den Zeitraum - wie beispielsweise Kurzarbeitergeld oder Überbrückungshilfe - werden vom Erstattungsbetrag abgezogen. Mögliche spätere Leistungen aus der Überbrückungshilfe werden angerechnet.

Absperrband vor einem geschlossenen Sportstudio
Auch Fitnessstudios müssen erneut ihre Pforten schließen. Wie geht es für die Betreiber und ihre Mitarbeiter weiter? Bildrechte: imago images/Andreas Gora

Überbrückungshilfe

Um die Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Soloselbständigen und Freiberuflern zu sichern, die besonders unter Corona-bedingten Umsatzausfällen leiden, werden seit Juli 2020 Zuschüsse zu betrieblichen Fixkosten als Überbrückungshilfe geleistet. Diese Hilfen sollen ein weiteres Mal verlängert und ihre Konditionen verbessert werden. Die Details sollen in Kürze bekannt gegeben werden.

Wo kann man Wirtschafts- und Überbrückungshilfe beantragen?

Beantragt werden können Wirtschafts- und Überbrückungshilfe über die bereits existierende Plattform der Überbrückungshilfe. Da die Bearbeitung der Anträge einige Zeit in Anspruch nehmen wird, sind gegebenenfalls Abschlagszahlungen möglich.

Liquidität durch KfW-Schnellkredite

Einen KfW-Schnellkredit können künftig auch Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten beantragen. Dadurch sollen Unternehmen bei ihrer Hausbank schnell und unkompliziert einen Kredit von bis zu 300.000 Euro erhalten können - abhängig von ihrem Umsatz im Jahr 2019. Das Risiko dafür übernimmt der Bund.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. November 2020 | 17:00 Uhr

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