Ansteckung vermeiden Corona-Symptome: Krankenschein per Telefon bis zu 14 Tage möglich

Wer den Verdacht hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben oder an einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege leidet, kann sich von seinem Arzt per Telefon bis zu 14 Tage krankschreiben und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen lassen. Gleiches gilt für Eltern, die aufgrund einer entsprechenden Erkrankung ihres Kindes nicht arbeiten gehen können. Das soll helfen, gegebenenfalls keine weiteren Menschen anzustecken.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Bei Corona-Verdacht oder einer Erkrankung der oberen Atemwege kann man sich bis zu 14 Tage per Telefon krankschreiben lassen. Bildrechte: dpa

Krankschreibung per Telefon bei Erkrankung der oberen Atemwege und Corona-Verdacht

Ärzte und Krankenkassen haben die Möglichkeit ausgeweitet, sich ohne Besuch einer Arztpraxis krankschreiben zu lassen: Bei Beschwerden der oberen Atemwege und einem Corona-Verdacht kann man sich per Telefon für bis zu 14 Tage eine Bescheinigung ausstellen lassen.

Damit können Patienten im Verdachtsfall zu Hause bleiben und müssen nicht wegen der bloßen Attestierung der Arbeitsunfähigkeit in die Praxis kommen. Damit soll das Risiko für eine Ausbreitung des Virus reduziert werden. Das gilt übrigens auch, wenn man sich eine ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes ausstellen lassen muss.

Eine Frau mit einem Fieberthermometer inder Hand, die einen Anruf tätigt.
Per Telefon kann Ihnen der Arzt mitteilen, ob Sie einen Corona-Test machen sollten und Ihnen dafür ggf. eine Überweisung ausstellen. Bildrechte: Colourbox.de

Informationen und Überweisung zu Corona-Test

Sollte bei einem Patienten mit Infektionsverdacht eine Labordiagnostik (nach RKI-Kriterien) erforderlich sein, informiert der Arzt ihn darüber, wo er sich testen lassen kann. Ist für den Test eine Überweisung erforderlich, kann auch die per Post zugesandt werden.

Was tun, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert?

Verschlechtert sich der Gesundheitszustand des Patienten in der Zeit der Krankschreibung, sollte - nach telefonischer Anmeldung (!) - unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Ist der nicht erreichbar, kann man sich an die zentralen Telefonnummer der Kassenärztlichen Vereinigung unter 116 117 wenden.

Regelung zeitlich befristet!

Für die Krankschreibung muss keine Arztpraxis aufgesucht werden. Ein Telefonat mit dem Arzt ist ausreichend. Die Regelung gilt vorerst bis zum 23. Juni 2020, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland mitteilt.

Wie kann der Arzt die Leistung bei der Krankenkasse abrechnen? Chipkarte bereithalten!

Auch für die telefonische AU-Bescheinigung benötigen Ärzte für die Abrechnung die Versichertenstammdaten des Patienten. War man in dem aktuellen Quartal bereits in der Praxis, ist die elektronische Gesundheitskarte bereits eingelesen worden. War man noch nicht da, können die Versichertendaten aus der Patientenakte entnommen werden.

Wendet man sich mit seinem Anliegen an eine Arztpraxis, die man noch nie aufgesucht hat, müssen die Versichertendaten dem Praxispersonal telefonisch mitgeteilt werden: Name des Versicherten, Wohnort (PLZ), Geburtsdatum, Krankenkasse, Versichertenart (Mitglied, familienversichert, Rentner).

Wie kommt der Krankeschein zum Patienten?

Der Krankenschein wird per Post zugestellt. Mit einer Vollmacht kann man ihn auch von jemand anderem in der Arztpraxis abholen lassen.

Wann muss der Krankenschein beim Chef sein?

Drei Tage lang darf man zu Hause bleiben, ohne den Krankenschein vorzulegen. Kleine Unternehmen wollen ihn aber meistens bereits am ersten Tag sehen. Sonst gilt: per Post oder Fax an den Arbeitgeber schicken. Achtung: Der Schein muss spätestens am vierten Tag beim Arbeitgeber sein. Da reicht es nicht, den Schein erst nach vier Tage in den Briefkasten zu werfen. Für den schnellen Nachweis hilft eine Kopie per E-Mail oder SMS.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. April 2020 | 17:15 Uhr

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