Coronavirus Türklinken, Pakete, Lebensmittel: Worüber kann ich mich anstecken?

Kommt mit dem Pizzaboten nicht nur eine leckere Mahlzeit, sondern schlechtesten Falles auch das Coronavirus ins Haus? Wie lange halten sich die neuartigen Viren auf Türklinken, Lebensmitteln und Wechselgeld? Und was ist mit Paketen und Waren, die ich mir nach Hause schicken lasse? BRISANT.DE hat nachgehakt.

Ein Pizzabote steht mit vielen Pizzen an der Wohnungstür.
Muss ich Angst haben, dass ich durch Waren von Lieferdiensten mit dem Coronavirus infiziert werde? Bildrechte: IMAGO

Wie verbreitet sich das Coronavirus?

Nach aktuellem Stand gilt, dass sich das Coronavirus in erster Linie über Tröpfcheninfektionen  verbreitet. Die neuartigen Viren gelangen durch das Husten oder Niesen eines Infizierten in die Luft - und von dort auf die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase anderer Personen. Doch auch eine Schmierinfektion über kontaminierte Oberflächen gilt als möglich. Etwa, wenn ein mit Coronaviren infizierter Patient in die Hände hustet, danach eine Türklinke berührt, die anschließend von anderen Menschen angefasst wird. Dokumentiert ist ein solcher Übertragungsfall bislang allerdings nicht.

Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen ist bisher nicht dokumentiert. Eine Infektion mit SARS-CoV-2 über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, wie z.B. importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck, erscheint daher unwahrscheinlich.

Robert-Koch-Institut

Wie lange haften Coronaviren an Oberflächen?

Bund und Länder haben sich auf strenge Maßnahmen geeinigt, um die schnelle Verbreitung von Covid-19 einzudämmen. Doch wenn ein triftiger Grund besteht, beispielsweise ein Arztbesuch, können weiterhin auch öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Hält man den geforderten Abstand von 1,50 Metern zu anderen Fahrgästen und wäscht sich regelmäßig die Hände, dürfte es zu keiner Infektion kommen. Denn der Fall, dass eine infizierte Person in dem öffentlichen Verkehrsmittel Oberflächen kontaminiert hat, ist in Nicht-Risikogebieten äußerst gering.

Ähnlich verhält es sich mit Waren aus dem In- oder Ausland, die man sich per Online-Bestellung nach Hause liefern lässt. Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass sich die Coronaviren bis zu neun Tagen auf nichtbelebten Oberflächen halten können und besondere Hygienemaßnahmen walten lassen.

Menschen halten sich in einer Straßenbahn fest
Das Ansteckungsrisiko über kontaminierte Oberflächen ist in öffentlichen Verkehrsmitteln äußerst gering. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ansteckung über Lebensmittel möglich?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel oder importierte Produkte als unwahrscheinlich. Allerdings sei wichtig, dass Restaurants, Imbisse und Lieferservice die allgemeinen Regeln der Hygiene beachten. Als Kunde sollte man sich an Folgendes halten:

  • Frisches und gekochtes Essen bestellen

Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass hohe Temperaturen die Viren abtöten.

  • Kontaktlose Lieferung wählen

Zahlen Sie Ihre Waren vorab via PayPal oder Kreditkarte.

  • Gründlich die Hände waschen

Nach der Annahme der Bestellung und vor dem Essen auf Handhygiene achten!

Pizza Magherita
Wählen Sie möglichst eine kontaktlose Lieferung, indem Sie die bestellte Ware vorab bezahlen. Bildrechte: imago

Kann man sich durch Geld mit dem Coronavirus infizieren?

Wie verhält es sich mit Geldscheinen und Münzen? Die Europäische Zentralbank geht nicht davon aus, dass die Ansteckungsgefahr durch den Kontakt mit Bargeld besonders groß ist. Die Bundesbank empfiehlt im Umgang mit Banknoten und Münzen die gleichen Maßnahmen bezüglich der Handhygiene, wie bei allen anderen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs auch.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. März 2020 | 17:15 Uhr

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