Mangelware Coronavirus: Atemschutzmasken gegen Sars-CoV-2?

Das Coronavirus Sars-CoV-2 und die Lungenkrankheit Covid-19 breiten sich in Deutschland weiter aus. Atemmasken sind mittlerweile auch bei uns zur Mangelware geworden. Ist der Mundschutz überhaupt sinnvoll, um das Ansteckungsrisiko für eine gesunde Person zu verringern? Oder können sie sogar einen gegenteiligen Effekt haben? Wie kann man sich am sinnvollsten schützen - und welche Masken-Typen gibt es? BRISANT.DE hat nachgehakt.

Eine Frau trägt vor einer Apotheke eine Mund- und Nasenmaske.
Atemschutz- und Mund- und Nasenmasken sind mittlerweile auch in Deutschland Mangelware. Aber sind sie als Schutz gegen das Coronavirus überhaupt geeignet? Bildrechte: dpa

Atemschutzmasken werden knapp

In Asien gehören sie auch zu Nicht-Coronazeiten zum Alltag: Menschen, die Atemschutzmasken tragen. In Europa sind es üblicherweise asiatische Touristen, die sich mit Masken vor Viren schützen möchten. Seit sich das Coronavirus bei uns weiter ausbreitet, haben sich auch zahlreiche Deutsche mit den medizinischen Hilfsmitteln eingedeckt. Und zwar so üppig, dass sie mittlerweile zur Mangelware geworden sind. Im Internet explodieren die Preise und für medizinisches Personal wird der Mundschutz knapp.

Wie sinnvoll ist ein Mundschutz gegen das Coronavirus?

Experten halten das Tragen eines Mundschutzes, um eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 zu vermeiden, derzeit für unnötig. Dem Robert-Koch-Institut liegen keinerlei Belege vor, dass sie das Ansteckungsrisiko für eine gesunde Person signifikant verringern. Die WHO warnt sogar vor dem Tragen der "schützenden" Masken. Sie würden den Trägern ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Dadurch würden andere, viel wesentlichere Schutzmaßnahmen vernachlässigt.

Mundschutz, Atemschutzmaske - wo liegen die Unterschiede?

Mann hält Mundschutz
Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken sind als Schutz vor Ansteckungen nicht geeignet. Bildrechte: imago images / photothek

Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken sind dem Experten zufolge nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht: Vielmehr sollen sie dafür sorgen, dass keine infektiösen Tröpfchen aus dem Atemtrakt von Chirurgen in das Operationsgebiet gelangen. Entsprechend macht es Sinn, als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen. Als Schutz für eine Infektion von außen sind diese Masken nicht geeignet. Wogegen sie unter Umständen schützen können, ist die sogenannte Schmierinfektion, durch den häufigen Griff an Mund und Nase.

Neben den einfachen Fleece-Masken, die wie Tücher über Mund und Nase getragen werden, gibt es Halbmasken, die Partikel aus der Luft filtern: sogenannte FFP-Masken. Die sind als drei unterschiedliche Typen erhältlich.

Atemschutzmaske mit Desinfektionsmittel
FFP-Masken sind in drei verschiedenen Ausführungen erhältlich. Bildrechte: imago images/Seeliger

FFP1: Schützt vor normalem Staub in der Luft
FFP2: Schützt vor Nebel, Rauch und gesundheitsschädlichen Stäuben in der Luft
FFP3: Schützt vor giftigen, vor krebserregenden und radioaktiven Stoffen und Mikroorganismen (wie Bakterien, Pilzen und Viren) in der Luft

Wie kann man sich wirklich gegen eine Infektion mit dem Coronavirus schützen?

Als wichtigste und effektivste Maßnahme gegen eine Infektion mit dem Coronavirus gelten nach wie vor eine gute Händehygiene, korrekte Husten- und Niesetikette sowie das Einhalten eines Mindestabstands von einem bis zwei Metern von krankheitsverdächtigen Personen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. März 2020 | 17:10 Uhr

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