Ergebnis in weniger als drei Stunden Coronavirus: Wie funktioniert der neue Schnelltest und wann ist er verfügbar?

Eine Diagnose soll in zweieinhalb Stunden vorliegen: Bosch hat ein Analysegerät für einen Schnelltest auf die Lungenkrankheit Covid-19 entwickelt, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst werden kann.

Analysegerät für Corona-Schnelltests
Bildrechte: Bosch Healthcare Solutions

Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Das heimtückische an 2019-nCoV: Weil die Anfangssymptome denen einer einfachen Erkältung ähneln, wird die gefährliche Erkrankung, die bis zum Versagen der Lunge führen kann, nicht unbedingt gleich erkannt. Sie breitet sich deshalb rasant weltweit aus. Bislang stehen für die Behandlung keinerlei Medikamente zur Verfügung. Es gibt keinen Impfstoff.  Ein Puzzlestein im Kampf gegen das Coronavirus kann deshalb ein neuer Corona-Schnelltest sein, den der Technologiekonzern Bosch zusammen mit Randox Laboratories entwickelt hat.

Ab wann ist der Test verfügbar?

Mit dem Test lässt sich die Analysezeit nach Angaben des Unternehmens auf zweieinhalb Stunden verringern. Zehn Atemwegserreger gleichzeitig können diagnostiziert werden, so das Unternehmen. Das Analysegerät für die vollautomatisierten Tests ist schon seit Februar erhältlich. Die Testkartuschen für den Covid-19-Erreger sollen nach der Zulassung ab April verfügbar sein.

Wo kommt der Test zum Einsatz?

Der Schnelltest sei so weit automatisiert, dass kein spezialisiertes Laborpersonal nötig sei, betont das Unternehmen. Das Verfahren könne deshalb künftig direkt in Arztpraxen und Krankenhäusern eingesetzt werden. Dadurch entfallen Transportwege. Mit dem Coronavirus infizierte Patienten könnten so schneller isoliert werden. Bisherige Tests benötigen bis zu zwei Tage, bis sie ein Ergebnis liefern.

So funktioniert der Test

Zur Untersuchung wird dem Patienten mittels Abstrichtupfer eine Probe aus der Nase oder dem Rachen genommen. Anschließend wird die Abstrich-Kartusche, die bereits sämtliche für den Test erforderliche Reagenzien enthält, für die Analyse in das Gerät gesteckt. Mit einem Gerät könnten am Tag zehn Tests durchgeführt werden. Die Handhabung sei einfach, sodass keine Zusatzausbildung des Personals nötig sei, so Bosch.

Genauigkeit von 95 Prozent

Die Genauigkeit des Covid-19-Schnelltests liege bei mehr als 95 Prozent und erfülle damit die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderten Qualitätsstandards.

Noch schnellere Tests in Arbeit

Weltweit arbeiten verschiedene Unternehmen an Schnelltests. Erforscht werden dabei auch Methoden, die ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest bereits nach Minuten ein Ergebnis liefern sollen. Diese sind nach Einschätzung von Experten allerdings noch nicht in der Nähe einer Markteinführung.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. März 2020 | 17:15 Uhr

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