COVID-19 Coronavirus: Das sollten Haustierbesitzer jetzt wissen!

Irreführende Headlines versetzen Hunde- und Katzenbesitzer immer wieder in helle Aufregung. In Ägypten haben sich deshalb zahlreiche Tierhalter von ihren Hunden getrennt. In China soll künftig der Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch verboten sein. Ein Test hat ergeben, dass sich das Coronavirus zwischen Katzen übertragen soll. Was ist dran an den Gerüchten? Wie kann ich mein Haustier vor dem gefährlichen Virus schützen? Kann man sich bei Hund und Katz gar anstecken?

Eine Katze vor einem Mann in Schutzanzug
Ein Test hat ergeben, dass sich das Coronavirus zwischen Katzen gegebenenfalls übertragen kann. Bildrechte: imago images / ITAR-TASS

Neuartiges Coronavirus zum ersten Mal bei Hund nachgewiesen?

Eine Schlagzeile, die so manchem Hundebesitzer den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hat. Bereits zu Beginn der weltweiten Corona-Krise Anfang März soll das neuartige Coronavirus bei einem Hund in Hongkong nachgewiesen worden sein. Wie sich zwischenzeitlich herausgestellt hatte, war das nur bedingt richtig.



Nachgewiesen worden sind Sars-COV-2-Viren im Schnauzenbereich des Hundes einer am Coronavirus erkrankten Patientin. Von einem Speichel- oder Bluttest war dabei nicht die Rede. Es war also davon auszugehen, dass die erkrankte Besitzerin mit ihrem Tier geschmust hatte - und es dadurch zu einer oberflächlichen Übertragung der Viren gekommen war. Krank oder infiziert war der betroffene Hund nicht.

Es gibt keinerlei Anzeichen, dass das Virus bei Hunden oder Katzen auftritt. Im gleichen Zug gibt es keine Hinweise, dass das Virus von diesen Heimtieren auf den Menschen übertragen werden könnte.

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV

Eine Frau mit Mundschutz als Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus schaut aus einer Tür, während eine Frau mit Hund vorbeiläuft.
Das neuartige Coronavirus wird nicht von Hunden übertragen. Bildrechte: dpa

Übertragung von COVID-19 zwischen Mensch und Hund weiterhin nicht nachgewiesen

Eine Übertragung des Coronavirus vom Menschen aufs Haustier - und umgekehrt - ist bis heute nicht bekannt. Vielmehr halten Experten einen solchen Weg der Ansteckung nach wie vor für unwahrscheinlich. Doch die Gerüchte halten sich hatrnäckig. Das hat jetzt dazu geführt, dass in Ägypten zahlreiche Hundebesitzer ihre Tieren ausgesetzt haben. Kairos Tierheime sind heillos überlastet.

Hinweise auf Coronavirus-Übertragung von Katze zu Katze

In China konnte unterdessen in einem Versuch des Veterinärzentrums Harbin nachgewiesen werden, dass sich Katzen durchaus mit dem Coronavirus infizieren und die Virenlast an ihre Artgenossen weitergeben können. Allerdings ist es zu dieser Übertragung unter Laborbedingungen gekommen - ob sie auch im Alltag möglich wäre, ist unbekannt.

In Hunden soll sich das Virus dagegen nur schlecht, in Schweinen, Hühnern und Enten überhaupt nicht gehalten haben, heißt es in der Studie. Und auch was das Experiment an Katzen betrifft, ist das noch lange kein Nachweis dafür, dass die Tiere den Erreger auch auf Menschen übertragen könnten. Denn die Ergebnisse basieren auf Laborexperimenten, bei denen die Katzen bewusst mit einer hohen Dosis des Virus infiziert worden sind. Nach wie vor halten die Wissenschaftler daran fest, dass Katzen für ihre Besitzer in Sachen Coronavirus keine Gefahr darstellen.

Hunde und Katzen
Weder Hunde noch Katzen stellen in Sachen Coronavirus eine Gefahr für ihre Besitzer dar. Bildrechte: Colourbox.de

Positiver Nebeneffekt: Verzehr von Hunden und Katzen in China bald verboten

Für viele Europäer war die Tradition einiger chinesischer Provinzen, auch Haustiere zu verzehren, schon immer befremdlich. Im Zuge der Corona-Krise soll sie nun auch in China verboten werden. Die Millionenstadt Shenzen hat jetzt verfügt, dass ab dem 1. Mai keine Haustiere mehr gegessen werden dürfen. Offiziell begründet wird das Verbot mit dem "Geist der menschlichen Zivilisation". Bereits Ende Februar hatte Chinas Regierung den Handel und Konsum von Wildtieren untersagt. 

Coronavirus: Von Fledermaus auf Menschen übertragen?

Ursprünglich - so wird vermutet - ist das Coronavirus von einer Fledermaus auf den Menschen übergesprungen. Dass es nun zu einem erneuten Überspringen der Artengrenze kommt, ist laut Experten mehr als unwahrscheinlich. Dennoch, so empfiehlt die WHO, ist es immer sinnvoll, sich nach dem Kontakt mit Hund oder Katze, die Hände zu waschen. Dadurch beuge man anderen Gesundheitsrisiken wie E.coli-Bakterien, Salmonellen oder anderen Zoonosen vor.

Wie kann ich meinen Hund oder meine Katze vor dem Coronavirus schützen?

Da ein Überspringen des neuartigen Coronavirus COVID-19 vom Menschen auf seine Haustiere - und umgekehrt - bislang nicht nachgewiesen ist, ist bislang kein spezieller Schutz für Hund oder Katze notwendig.

Allerdings gibt es andere Coronaviren, mit denen sich Haustiere infizieren können. Dieses spezielle Coronavirus äußert sich jedoch nicht nur durch andere Symptome wie beispielsweise blutigem Durchfall, sondern ist obendrein auch wirtsspezifisch - und damit nicht ansteckend für den Menschen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. April 2020 | 17:15 Uhr

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