Mit Anleitung zum Selbermachen! Mund-Nasen-Schutz als wichtiges Utensil

Mit einer ersten Lockerung der für Deutschland geltenden Corona-Regeln und dem Beschluss einer schrittweisen Öffnung der Schulen ist auch das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit erneut diskutiert worden. Die Bundesregierung empfiehlt dringend einen solchen Schutz, verpflichtend ist er bislang u.a. in Jena, Nordhausen und Hanau. Wem es nicht gelingt, eine Maske käuflich zu erwerben, kann sie übrigens mit einfachen Mitteln selbermachen.

Mund-Nase-Masken
Einen einfachen Mund-Nasen-Schutz kann man problemlos selbermachen. Bildrechte: MDR/ Max-Planck-Institut für Chemie/ Dom Jack

Die für Deutschland geltenden Corona-Regeln sind ein Stück weit gelockert worden. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nun auch ohne triftigen Grund gestattet, die Abstandsregeln von mindestens 1,50 Metern jedoch unbedingt zu wahren. Bereits ab der kommenden Woche sollen in einzelnen Bundesländern Schüler, die kurz vor einem Abschluss oder einem Schulwechsel stehen, wieder den Unterricht besuchen. Dringend empfohlen wird seitens der Bundesregierung das Tragen von Masken. Verpflichtend ist diese Regelung jedoch - mit einigen Ausnahmen - nicht. Denn nach wie vor ist es alles andere als einfach, bestimmte Masken-Typen käuflich zu erwerben.

Mund-Nasen-Schutz statt Maske

In Jena und Nordhausen gehört ein Mund-Nasen-Schutz seit über einer Woche zum Stadtbild. Jetzt hat auch das hessische Hanau nachgezogen. Genauso wie in anderen europäischen Ländern ist es in den deutschen Städten erlaubt, sich mangels medizinischer Ausstattung mit einem Tuch oder einem selbstgebastelten Schutz zu behelfen. Denn nach wie vor lautet der Tenor, den professionellen Mund-Nasen-Schutz Ärzten oder auch Infizierten zu überlassen.

Mundschutz, Atemschutzmaske - wo liegen die Unterschiede?

Mann hält Mundschutz
Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken sind als Schutz vor Ansteckungen nicht geeignet, schützen aber die Mitmenschen. Bildrechte: imago images / photothek

Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken sind dem Experten zufolge nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht: Vielmehr sollen sie dafür sorgen, dass keine infektiösen Tröpfchen aus dem Atemtrakt von Chirurgen in das Operationsgebiet gelangen. Entsprechend macht es Sinn, als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen. Als Schutz für eine Infektion von außen sind diese Masken nicht geeignet. Wogegen sie unter Umständen schützen können, ist die sogenannte Schmierinfektion, durch den häufigen Griff an Mund und Nase.

Neben den einfachen Fleece-Masken, die wie Tücher über Mund und Nase getragen werden, gibt es Halbmasken, die Partikel aus der Luft filtern: sogenannte FFP-Masken. Die sind als drei unterschiedliche Typen erhältlich.

Atemschutzmaske mit Desinfektionsmittel
FFP-Masken sind in drei verschiedenen Ausführungen erhältlich. Bildrechte: imago images/Seeliger

FFP1: Schützt vor normalem Staub in der Luft
FFP2: Schützt vor Nebel, Rauch und gesundheitsschädlichen Stäuben in der Luft
FFP3: Schützt vor giftigen, vor krebserregenden und radioaktiven Stoffen und Mikroorganismen (wie Bakterien, Pilzen und Viren) in der Luft

#maskeauf: Promis plädieren für Mundschutz

Zu einem Umdenken in Sachen Mundschutz ist es in Deutschland u.a. durch die Promi-Aktion #maskeauf von zum Beispiel Charlotte Roche, Lena Meyer-Landruth und Joko Winterscheidt gekommen. Ihr Gedanke dahinter ist folgender: Mit dem Mund-Nasen-Schutz möchte man in erster Linie nicht sich selbst, sondern seine Mitmenschen schützen, insbesondere die sogenannten Risikopatienten. Denn wer kann bei einer Inkubationszeit von bis zu vierzehn Tagen mit Sicherheit sagen, dass er nicht bereits mit Coronaviren infiziert ist? Würde JEDER bei notwendigen Besorgungen in der Öffentlichkeit künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen, kann das eine weitere Ausbreitung des Coronavirus durchaus verlangsamen. Sich selbst schützt man übrigens auch ein bisschen - zumindest vor Schmierinfektionen und ganz großen Tröpfchen.

Wichtig: Die Masken selber machen!

Was die Promis unter keinen Umständen wollen, ist Ärzten und klinischem Personal die wenigen, derzeit im Handel erhältlichen Masken vor der Nase wegzukaufen. Deshalb lautet die Devise: Selber machen! Wie das geht, verraten sie auf www.maskeauf.de.

Anleitung: Die eigene Maske basteln - so geht's!

Die Möglichkeiten, sich selbst eine Maske zu basteln sind zahlreich. Auf www.maskeauf.de gibt's gleich fünf verschieden Varianten, seinen eigenen Mund-Nasen-Schutz herzustellen. Wer keine Lust hat, zu Nadel und Faden zu greifen, kann auch auf die Varianten "Altes T-Shirt", "Geschirrtuch" oder "Schal" zurückgreifen.

Im Prinzip ist das alles ganz einfach: Mit dem Stoff Nase und Mund bedecken und dann mit einer Wäsche- oder Haarklammer oder einem Gummiband fixieren. Da Stoff allerdings sehr schnell feucht wird, sollte man die Maske erst dann ins Gesicht ziehen, bevor man ein Geschäft betritt - und wieder abnehmen, wenn man keinem Menschen im näheren Kontakt mehr begegnet.

Wer's kreativer mag, kann seinen Mundschutz auch aus einem Staubsaugerbeutel basteln.

Sicher & sexy: Mundschutz aus BHs

Außergewöhnlich, kreativ und sogar ein bisschen sexy ist die Mundschutz-Kreation des tschechischen Fotogafen Lukas Kimlicka. Der stellt seine Mund-Nasen-Abdeckung nämlich aus (alten) BHs her. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Kein Wunder, denn normalerweise ist Kimlicka mit seiner Kamera für Hochglanzmagazine unterwegs.

Instagram Lukas Kimlicka: Mundschutz selbstgemacht

Der slowakische Fotograf Lukáš Kimlička zeigt, wie man einen Mundschutz selbst basteln kann - zur Not sogar mit einem BH.

Mundschutz
Das ist Lukáš Kimlička. Eigentlich fotografiert er für Hochglanz-Magazine. Bildrechte: Instagram/Lukas Kimlicka
Mundschutz
Mit der aufkommenden Corona-Krise in der Slowakei und dem Mangel an Schutzmasken hat er seine ganz eigene Lösung gefunden. Bildrechte: Instagram/Lukas Kimlicka
Mundschutz
Das sind die Materialien: BH, Staubsaugerbeutel, Küchentuch und ein altes Hemd. Bildrechte: Instagram/Lukas Kimlicka
Mundschutz
Die Anleitung für eine selbgebastelte Schutzmaske hat er auf Instagram veröffentlicht. Bildrechte: Instagram/Lukas Kimlicka
Mundschutz
Am Ende noch alles ordentlich vernäht, fertig ist die eigene Schutzmaske. Bildrechte: Instagram/Lukas Kimlicka
Mundschutz
Das ist Lukáš Kimlička. Eigentlich fotografiert er für Hochglanz-Magazine. Bildrechte: Instagram/Lukas Kimlicka
Alle (5) Bilder anzeigen

#maskeauf - Humbug oder eine wirklich sinnvolle Aktion?

Prof. Christian Drosten, Virologe an der Charité Berlin, empfiehlt das Tragen von Masken in der Öfenntlichkeit, wenn es nicht möglich ist, einen Sicherheitsabstand von zwei Metern zu anderen Menschen wahren. Zudem sei die Vorbildfunktion, die das Tragen einer Maske auf andere Menschen habe, nicht zu unterschätzen. Allerdings sei darauf zu achten, dass der Stoff der Maske nicht nass wird. Denn dann ist ein Schutz nicht mehr gegeben.

FAZIT: Es lohnt durchaus, bei der Promi-Aktion #maskeauf mitzumachen, obgleich die selbstgebastelten Masken natürlich NICHT den medizinischen Standards entsprechen. Wichtig ist auch, die Masken möglichst oft zu wechseln und vor allem dann nicht mehr zu tragen, wenn sie feucht sind. Möchte man seine Stoffmaske waschen, dann bei mindestens 60°C. UND: Eine Maske zu tragen ist noch lange kein Grund, alle anderen Schutzmaßnahmen über Bord zu werfen. Abstand halten, häufiges Händewaschen, Husten- und Niesetikette einzuhalten und wann immer möglich zu Hause zu bleiben, ist und bleibt nach wie vor unumgänglich.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 16. April 2020 | 17:15 Uhr

Mehr Ratgeber-Themen