Droge Weshalb ist Crystal Meth so gefährlich?

Es ist leicht herzustellen, preiswert zu kaufen, sorgt für ein lang anhaltendes Hochgefühl - und macht schnell süchtig. Dennoch wird Crystal Meth immer häufger konsumiert - insbesondere von Menschen, die mitten im Berufsleben stehen. Wie wirkt die Droge und was macht sie so gefährlich? Und welche Anzeichen können ein Indiz für einen Crystal-Konsum sein?

Crystal Meth
Kaum eine Droge zerstört Menschen so schnell, wie Crystal Meth. Bildrechte: imago images / agefotostock

Crystal Meth - was ist das?

Methamphetamin - so die korrekte Bezeichnung - ist eine Chemikalie, die aus dem Wirkstoff Ephedrin hergestellt wird. Der steckt in geringer Dosierung auch in Erkältungs- und Asthmamitteln.

Die Droge zählt wie Speed zu den Amphetaminen und wird in Form kleiner Kristalle oder als Pulver verkauft. Das kann geschluckt, gesnieft, geraucht oder gespritzt werden.

So wirkt Crystal Meth im Gehirn

Methamphetamin ist eine psychoaktive Substanz. Sie wirkt aufmerksamkeits-, konzentrations- und leistungssteigernd, das macht sie für viele Menschen attraktiv. Müdigkeit und Hunger treten in den Hintergrund, ebenso das Schmerzempfinden und Ängste. Selbstbewusstsein, Glücksgefühle und Euphorie nehmen zu.

Ausgelöst werden diese Empfindungen, weil das im Crystal Meth enthaltene Ephedrin an die Nervenzellen im Gehirn andockt und die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Noradrenalin, Dopamin und Serotonin ankurbelt. Noradrenalin, ein Stresshormon, fördert die Konzentration sowie die Reaktions- und Leistungsfähigkeit. Die Glückshormone Dopamin und Serotonin sorgen für positive Gefühle im Gehirn.

Crystal Meth
Crystal Meth wirkt für lange Zeit leistungssteigernd und sorgt für positive Gefühle. Das macht die Droge gerade für beruflich stark eingespannte Menschen attraktiv. Bildrechte: imago images / Christian Ohde

Nach dem Höhenflug folgt der Absturz

Konsumenten von Crystal Meth können - je nach Stärke und Dauer ihres Konsums - bis zu mehrere Tage ohne Schlaf auskommen. Doch wenn der Rausch vorbei ist, folgt der Absturz. Häufig in Form von Unruhe und Reizbarkeit, aber auch Antriebslosigkeit, Lethargie und depressiven Verstimmungen.

Ein langfristiger und starker Konsum von Crystal Meth kann u.a. Persönlichkeitsveränderungen, Psychosen, Ängste und Wahrnehmungsstörungen zur Folge haben.

Körperliche Folgen von Crystal Meth

Auch die körperlichen Folgen eines Crystal-Meth-Konsums sind erheblich. Die ersten Nebenwirkungen treten nach Abklingen des Rausches auf und können mehrere Tage bis Wochen andauern. Dazu gehören unter anderem: Schwindel, starkes Schwitzen, Herzrasen und Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, starke Erschöpfung, Muskelkrämpfe und Zittern.

Wird Crystal Meth längerfristig konsumiert, kann das zu Hautveränderungen und -entzündungen, Untergewicht, Zahnschäden, Hirnblutungen, Nierenschäden, der Schädigung von Nervenzellen im Gehirn, einer erhöhten Infektanfälligkeit und einem erhöhten Schlaganfallrisiko führen.

Warum macht Crystal Meth so schnell abhängig?

Da Crystal Meth schnell zu einem starken Rauscherlebnis führt, ist die Gefahr, davon abhängig zu werden, besonders groß. Zumal nach einer langen Phase des Hochgefühls und einem jähren "Absturz" der Wunsch nach dem vorangegangenen Rausch umso größer ist.

Das Problem: Um die gleiche aufputschende Wirkung noch einmal zu erleben, muss das nächste Mal höher dosiert werden. Auch das steigert die Gefahr einer Abhängigkeit - und nicht zuletzt einer Überdosierung.

Crystal Meth ist eine kristalline Designerdroge. Die Kristalle können verschiedene Farben haben.
Crystal Meth kann geschluckt, gesnieft, geraucht oder gespritzt werden. Bildrechte: MDR / Axel Hemmerling

Droge für Leistungsträger

Eine klassische Partydroge ist Crystal Meth schon lange nicht mehr. Vor allem Menschen mit starken beruflichen Belastungen greifen zu Methamphetamin - vom Schichtarbeiter, über den Manager bis zur (berufstätigen) Familienmutter. Die meisten Konsumenten nehmen das Rauschmittel ab einem Alter von 30 Jahren zum ersten Mal. Nicht selten, um leistungsfähiger zu sein.

Ein gefährlicher Kreislauf. Denn wer einmal von Crystal Meth abhängig ist, schafft nur selten den Ausstieg. Laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) gelingt das gerade mal elf Prozent der Süchtigen.

Crystal Meth: Konsum erkennen

Einige Menschen konsumieren Methamphetamin lediglich in geringen Mengen oder phasenweise. Dann ist ihr Konsum nicht immer zweifelsfrei zu erkennen. Folgende Symptome können Indiz für ein Drogenproblem mit Crystal Meth sein:

Erweiterte Pupillen, verlangsamte Pupillenreaktionen, Appetitlosigkeit, ein erhöhtes Mitteilungsbedürfnis, starker Bewegungsdrang, ein übersteigertes Selbstbewusstsein, Konzentrationsschwierigkeiten, grundlose Streitsucht, Sprachstörungen (Stottern), motorische Störungen, Stimmungsschwankungen, Nervosität, Angespanntheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Halluzinationen, Paranoia, Verdauungsprobleme (Durchfall und Verstopfung meist im Wechsel), häufiges Jucken und Kratzen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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