Fragen und Antworten zur Blutspende Blut - ein sehr kostbarer Saft

BRISANT | 14.06.2019 | 17:15 Uhr

Blutkonserven sind nicht nur nach schweren Unfällen und bei größeren Operationen lebensrettend. Sie werden auch zur Behandlung von z.B. bösartigen Tumoren dringend gebraucht. In Deutschland werden nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung täglich rund 14.000 Blutspenden benötigt. Zum Weltblutspendetag am Freitag rufen Blutspendedienste und Gesundheitsverbände daher wieder zum Spenden auf.

Person hält Beutel mit gespendetem Blut
Bildrechte: imago/PhotoAlto

Wer kann Blut spenden?

Blut spenden darf grundsätzlich jeder zwischen 18 und 68 Jahren, wobei die Höchstgrenze für die erstmalige Spende bei 60 Jahren liegt. Grundsätzlich kommen dafür auch ältere Menschen noch in Frage, wenn das ihr Gesundheitszustand zulässt. Das wird vor jeder Spende geprüft.

Wie häufig kann Blut gespendet werden?

Frauen dürfen viermal und Männer sechsmal innerhalb eines Jahres Blut spenden. Der Zeitraum zwischen zwei Blutspenden muss mindestens acht Wochen betragen. Die Blutzellen erneuert der Körper zwar bereits in zwei Wochen, der Ausgleich des Eisenverlusts dauert allerdings rund zwei Monate, bei Frauen auch etwas länger.

Wer ist von Blutspenden ausgeschlossen?

Während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt sollen Frauen vorübergehend nicht Blut spenden. Ein zeitlich begrenzter Ausschluss gilt demzufolge auch nach vielen Impfungen und Auslandsreisen in Malariagebiete oder Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko zum Beispiel für Hepatitis. Vorübergehend nicht spenden kann jemand, der vor kurzem eine große Operation hatte oder bestimmte Medikamente nimmt. Nach Akupunkturbehandlungen, sofern diese nicht nachweislich steril durchgeführt wurden, sowie Piercings und Tätowierungen wird mindestens vier Monate bis zur nächsten Spende gewartet, um Infektionen sicher auszuschließen.

Eine Ärztin hält 2013 einen Beutel mit Erythrozyten-Konzentrat.
Bildrechte: dpa

Gibt es auch einen dauerhaften Ausschluss?

Dieser gilt beispielsweise bei bestimmten Vorerkrankungen wie insulinpflichtiger Diabetes, Hepatitis oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen.

Welche Regelungen gelten für Homosexuelle?

Die Bundesärztekammer überarbeitete im Jahr 2017 die Richtlinien zur Blutgewinnung sowie zur Verwendung von Blutprodukten und lockerte bisherige Verbote. Bis dahin waren Homosexuelle lebenslang von Blutspenden ausgenommen. Schwule Männer können jetzt zwölf Monate nach Beendigung "sexuellen Risikoverhaltens" Blut spenden. Die Angaben zum Lebensstil werden wie bisher per Fragebogen erhoben.

Spielt die Blutgruppe eine Rolle?

Spenden kann jeder Mensch mit jeder Blutgruppe. Es kann aber vorkommen, dass es verstärkt Bedarf für bestimmte Blutgruppen gibt. Die Bestimmung der Blutgruppe ist notwendig, weil die Blutgruppen von Spender und Empfänger verträglich sein müssen.

Informationstafel für Blutspender.
Bildrechte: imago/Tom Maelsa

Wo kann Blut gespendet werden?

Blut kann zum Beispiel in Unikliniken, vielen Krankenhäusern oder beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes gespendet werden. Adressen in ihrer Nähe finden Interessierte zum Beispiel auf dieser Website, zudem gibt es immer wieder mobile Angebote vor Ort. Die Blutabnahme dauert weniger als zehn Minuten, danach sollen Spender noch etwa eine halbe Stunde warten.

Wird genug Blut gespendet?

Sorgen bereitet Experten vor allem der demografische Wandel. Während es weniger potenzielle Blutspender zwischen 18 und 65 Jahren gibt, hat die wachsende Zahl älterer Menschen einen höheren Bedarf an Blutprodukten. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie müssen im Jahr 2030 durchschnittlich 2,1 Blutspender zwischen 18 und 65 Jahren einen Menschen der Altersgruppe der über 65-Jährigen versorgen - im Jahr 2005 lag das Verhältnis noch bei 3,6 zu eins.

afp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Juni 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2019, 18:12 Uhr

Mehr Ratgeber