Cyberkriminalität Datenklau und Identitätsdiebstahl - So können Sie sich schützen

Über Ihren Facebook-Account werden Nachrichten verschickt, die nicht von Ihnen stammen? Auf der Kreditkartenabrechnung erscheinen Bestellungen, die Sie nicht ausgelöst haben? Cyberkriminalität trifft zunehmend auch Privatpersonen. Denn die machen es den Kriminellen oft viel zu leicht, an ihre Daten zu kommen. Wie kann man seine Daten auch im Netz vor Zugriffen schützen? BRISANT hat nachgehakt.

Computer -Tastatur und der Schatten einer Hand
Schützen Sie Ihre Daten vor unbefugten Zugriffen! Bildrechte: Colourbox

Passwort-Manager nutzen

Nutzen Sie ein und dasselbe Passwort für unterschiedliche Konten? Damit sind Sie keine Ausnahme! Doch Cyberkriminellen bereiten Sie damit ein leichtes Spiel. Kommen die nämlich an nur eines Ihrer Passwörter - können sie Ihre sämtlichen Online-Zugänge nutzen.

Lassen Sie sich von einem sogenannten Passwort-Manager helfen. Damit können Sie sichere und eindeutige Passwörter für jedes Ihrer Konten erstellen. Der Passwort-Manager verschlüsselt die einzelnen Passwörter und speichert sie in einem sicheren virtuellen Tresor. Sie müssen sich weiterhin nur ein Passwort merken - das Master-Passwort - und dürfen das natürlich nicht auf ihrem Endgerät speichern.

Passwörter mit Bedacht erstellen

Für Passwörter sollten Sie immer die maximal zulässige Anzahl von Zeichen nutzen. Seinem Browser sollte man niemals erlauben, sich Passwörter für Konten zu merken.

Darüber hinaus sollte man nie die eigenen Zugangsdaten von einer Website oder sozialen Medien nutzen, um sich bei anderen Websites anzumelden oder ein Konto zu erstellen - so bequem das auch ist.

Verwenden Sie Benutzernamen und Passwörter, die weder Ihren echten Namen noch Ihre E-Mail-Adresse oder Hinweise auf Ihr Geburtsdatum enthalten.

Auf dem Bildschirm eines Laptops ist Binärcode zu sehen.
Ist ein Passwort mithilfe eines Passwort-Managers erstellt worden, haben Hacker es schwer. Bildrechte: dpa

Mit Online-Freigaben geizen

Online-Speicher sind praktisch und sicher. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Daten nicht für die ganze Welt freigeben. Überlegen Sie genau, wer Zugriff auf welche Daten erhalten darf. Persönliche Daten wie Geburtsort und -name, Adresse usw. haben in sozialen Netzwerken nichts zu suchen.

Verwenden Sie stets die strengsten Datenschutzeinstellungen und wählen Sie Ihre "Freunde" sorgfältig aus. Auch Quizfragen oder Spiele in sozialen Medien haben meist nur die eine Funktion: nämlich Ihre persönlichen Daten zu erfassen. Auch Apps sollten nur aus App-Stores heruntergeladen werden. E-Mail-Anhänge öffnet man nur, wenn man den Absender kennt, Phishing-Mails sollten grundsätzlich ignoriert werden.

Ein Screenshot-Ausschnitt zeigt den Schriftzug "Posteingang" in einem E-Mail-Programm.
Kennt man den Absender einer Mail nicht, sollten Anhänge grundsätzlich nicht geöffnet werden. Bildrechte: imago/McPHOTO

Daten auch zu Hause schützen

Selbst in den eigenen vier Wänden ist man vor Datenklau nicht sicher. Für ein drahtloses Heimnetzwerk sollten deshalb nur Geräte verwendet werden, bei denen man das Kennwort ändern und Sicherheitseinstellungen verwalten kann. Alte Telefone, Laptops und Speichergeräte sollten stets sicher entsorgt werden.

Installieren Sie auf Rechner und Smartphone ein gutes Antiviren-Programm. Damit reduzieren Sie das Risiko, dass Betrüger an Ihre Daten gelangen. Und: Laden Sie regelmäßig Updates für Ihre Geräte und Browser herunter.

Darüber hinaus sollte man einige nicht-technische Maßnahmen zum Schutz der eigenen Identität treffen: täglich den Briefkasten leeren, auf Direktwerbung verzichten und alle persönlichen Dokumente mithilfe eines Aktenvernichters unkenntlich machen, bevor man sie entsorgt.

Privatsphäre in der Öffentlichkeit schützen

Öffentliche WLANs sollten nur mit Vorsicht genutzt werden. Für Buchungen, Online-Einkäufe und -Banking sind sie nicht der richtige Ort. Verzichten Sie auf die Eingabe jeglicher persönlicher Daten, wenn Sie nicht Ihr privates Netz nutzen können.

Umständlich aber sinnvoll: Multifaktor-Authentifizierung

Viele Anwender scheuen die Multifaktor-Authentifizierung, weil sie ihnen zu umständlich erscheint. Allerdings müssen Sie in der Regel nach Eingabe von Benutzernamen und Passwort lediglich einen Code eingeben, der Ihnen per Mail oder Textnachricht gesendet wird. Eine Mühe, die sich durchaus lohnt!

Testen Sie Ihr Wissen mit der Smartphone-Rallye: Was darf man im Netz?

Wie können Sie persönliche Datenspuren in der Online-Welt reduzieren? Antworten sowie Tipps gegen Datenklau finden Sie mit der interaktiven Smartphone-Rallye der Verbraucherzentrale. Probieren Sie es aus!

(BRISANT/pcwelt/verbraucherzentrale)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. September 2021 | 17:15 Uhr

Mehr Ratgeber-Themen