Drohnenführerschein Drohne fliegen: Diese Regeln gelten

Mit Drohnen gelingen spektakuläre Aufnahmen aus der Luft und den Spaß am Fliegen haben die Piloten auch noch. Doch welche Regeln gelten? Wer darf eine Drohne fliegen, wo muss man sie anmelden und wo darf das Flugobjekt dann in die Luft steigen? BRISANT fasst alles Wichtige zusammen.

Eine moderne Kameradrohne vom Typ DJI Mavic 2 Pro fliegt über einem Feld.
Bildrechte: dpa

Wer eine Drohne fliegen will, muss sich an bestimmte Regeln halten, die das Bundesministerium für Verkehr festgelegt hat. Seit dem 31. Dezember 2020 gilt das sogenannte "Regelwerk für den Betrieb unbemannter Fluggeräte (Drohnen)" für die ganze EU. Als Drohne wird demnach ein "unbemanntes Luftfahrzeugsystem" – auch UAS für "Unmanned Aircraft System – bezeichnet und besteht aus einem unbemannten Luftfahrzeug sowie der Ausrüstung für dessen Fernsteuerung. Der Begriff "Drohne" meinte eigentlich zunächst nur militärische Flugzeugsysteme und da auch nur den fliegenden Teil. Mittlerweile werden aber auch zivile Flugobjekte wie Multikopter oder Quadrokopter, die zum Beispiel Filmaufnahmen machen, als Drohnen bezeichnet.

Wer darf eine Drohne fliegen?

Wer eine Drohne fliegen will, muss in Deutschland mindestens 16 Jahre alt sein. Jüngere Jugendliche und Kinder dürfen Drohnen steuern, die nach der Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG als Spielzeug gelten. Sie dürfen auch mit einer Drohne fliegen, wenn ein Erwachsener dabei ist, der alle notwendigen Voraussetzungen für das Fliegen einer Drohne erfüllt. Der- oder diejenige trägt dann auch die Verantwortung für den Flug.

Die historische Seebrücke in Ahlbeck auf der Ostseeinsel Usedom
Drohnen können malerische Aufnahmen machen wie diese von der historischen Seebrücke in Ahlbeck auf Usedom. Bildrechte: dpa

Außerdem müssen alle Drohnenpiloten mit einer Drohne, die beim Start mehr als 250 Gramm wiegt, einen sogenannten "Kompetenznachweis" erbringen. Je nach Drohne ist der unterschiedlich umfangreich: Wer eine Drohne der "offenen" Kategorie mit Unterkategorie A1 und A3 fliegen will (was das ist, klären wir weiter unten), braucht einen EU-Kompetenznachweis. Den gibt es nach erfolgreichem Abschluss eines Onlinetrainings und einer Onlineprüfung. Für alle anderen Kategorien und die offene Kategorie A2 ist ein EU-Fernpiloten-Zeugnis und ein EU-Kompetenznachweis notwendig. Die Prüfungen hierfür sind umfangreicher und beinhalten zum Beispiel auch einen praktischen Test.
Drohnenpiloten sollten sich unbedingt informieren, welche Nachweise sie für den Betrieb ihres Geräts brauchen.

Welche Drohnen muss man registrieren?

Es gibt keine Registrierungspflicht für Drohnen, aber der Pilot muss sich laut EU-Verordnung registrieren, egal wie viele oder welche Drohnen er fliegen will. In Deutschland geht das online auf der Webseite des Luftfahrtbundesamts (LBA). Nach der Registrierung bekommt der Pilot eine sogenannte "elektronische UAS-Betreiber-ID (eID)", die in Form einer Plakette auf der Drohne angebracht wird. Stürzt die ab oder gerät aus dem Sichtfeld, kann der Besitzer mithilfe der ID auffindbar - und bei entstandenen Schäden auch haftbar - gemacht werden.

Ausnahmen: Wiegt die Drohne weniger als 250 Gramm und hat keine Sensoren zur "Erfassung personengebundener Daten", wie eine Kamera oder ein Mikrofon, dann ist keine Registrierung nötig. Dasselbe gilt für Drohnen nach der EU-Spielzeugrichtlinie.

Welche Drohnenklassen gibt es?

Drohnen werden nach der EU-Verordnung in drei Betriebskategorien eingeteilt:

  • offen: Drohnen mit einer Startmasse von weniger als 25 Kilogramm. Sie dürfen innerhalb der Sichtweite bis maximal 120 Meter Höhe fliegen und keine gefährlichen Güter transportieren oder Gegenstände abwerfen.
  • speziell: Drohnen, deren Einsatzspektrum den Rahmen der „offenen“ Kategorie übersteigt. Das meint Drohnen, die außerhalb der Sichtweite betrieben werden oder mehr als 25 Kilogramm Startmasse haben.
  • zulassungspflichtig: Große und schwere Drohnen, die z. B. zur Beförderung von Personen oder gefährlichen Gütern konstruiert sind.

Ein Paket-Drohne der Deutschen Post landet am 09.12.2013 in Bonn (Nordrhein-Westfalen).
Drohnen, die Waren transportieren, fallen in die zulassungspflichtige Kategorie. Bildrechte: dpa

In der "offenen" Kategorie gibt es drei weitere Unterkategorien, für die zusätzliche Einschränkungen bestehen. Darüber sollten sich Piloten unbedingt vor dem Start informieren.

Brauche ich eine Drohnenversicherung?

Grundsätzlich sind Drohnen – genauso wie Modellflugzeuge – Fluggeräte. Deshalb muss jeder Pilot "zur Deckung seiner Haftung auf Schadensersatz nach diesem Unterabschnitt eine Haftpflichtversicherung in einer durch Rechtsverordnung zu bestimmenden Höhe" haftpflichtversichert sein. Der Betrieb einer Drohne ohne Haftpflichtversicherung ist eine Ordnungswidrigkeit.
Es gibt spezielle Drohnen-Versicherungen, die diese Haftpflicht übernehmen, auch die Privathaftpflicht kann entsprechend erweitert werden. Schäden durch Drohnen sind dort aber nicht automatisch mit enthalten.

Ausnahme: Wer nur drinnen fliegt, braucht keine Drohnenversicherung.

Wo darf eine Drohne fliegen?

Zahlreiche Ausnahmen gibt es zwar, aber an sich dürfen Drohnen überall fliegen, wenn sie nicht höher als 120 Meter über dem Boden fliegen. Wer mit seinem Flugsystem höher fliegen will, braucht eine Genehmigung. Wer außerhalb seines Sichtfeldes fliegen will, braucht ebenfalls eine Genehmigung. Die erteilt die zuständige Luftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes. Auf Modellflugplätzen dürfen Drohnen aber auch höher als 120 Meter fliegen. Über Flugplätzen genügt eine Freigabe von der Flugleitung oder vom Betreiber – bei Flughäfen muss die zuständige Luftfahrtbehörde eine Ausnahmegenehmigung erteilen. Da gilt grundsätzlich: Drohnen oder Modellflugzeuge müssen immer bemannten Luftfahrzeugen ausweichen.
Mit der neuen EU-Verordnung dürfen Drohnen auch nachts fliegen, allerdings müssen sie mit Licht gekennzeichnet sein, ab dem 1. Juli 2022 ist dann ein grünes Blinklicht Pflicht.

Drohne
Wo Drohnen fliegen dürfen, ist genau geregelt. Bildrechte: Colourbox.de

Was ist generell verboten?

Natürlich gibt es auch Dinge, die beim Fliegen einer Drohne grundsätzlich nicht erlaubt sind. Dazu gehören die Behinderung oder Gefährdung von anderen und "der Betrieb über sensiblen Bereichen", also Polizei- oder Rettungseinsätzen, Menschenansammlungen oder Flugplätzen. Auch über Wohngebieten dürfen Drohnen nicht fliegen, wenn sie mehr als 250 Gramm wiegen oder unabhängig vom Gewicht Video- oder Tonaufnahmen machen können. Wenn die Bewohner ihre Erlaubnis geben, ist es aber in Ordnung. Auch über Bädern oder Badestränden während der Öffnungszeiten, Industrieanlagen und Bundes- oder Landesbehörden dürfen die Flugsysteme nicht fliegen.

Im Juni 2021 wurden in der Luftfahrtverordnung (LuftVO) Änderungen wirksam, die das Fliegen, zum Beispiel in Naturschutzgebieten, unter bestimmten Bedingungen erlauben. So dürfen nun auch Wohngebiete mit einer Flughöhe von über 100 Metern überflogen werden, wenn zum Beispiel "öffentliche Flächen oder Grundstücke, die keine Wohngrundstücke sind, für den Überflug nicht genutzt werden können".

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. September 2021 | 17:00 Uhr

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