Elektromobilität Steckdose, Wallbox, Solarenergie: Das E-Auto zu Hause laden - was ist möglich?

E-Autos sind nicht nur klimafreundlich - angesichts steigender Spritpreise können sie auch finanziell lukrativ sein. Einziger Haken: Insbesondere in ländlichen Gebieten kann die Suche nach einer Ladestation durchaus Probleme bereiten. Kann man das Elektromobil einfach an die heimische Steckdose hängen - oder sollte man in eine sogenannte Wallbox investieren? Und wie sieht es mit dem selbsterzeugten Strom aus einer Photovoltaic-Anlage aus?

E-Auto
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Darf man sein E-Auto an der heimischen Steckdose laden?

Elektroautos können zwar an normalen Haushaltssteckdosen aufgeladen werden: Zu empfehlen ist das allerdings nicht. Haushaltssteckdosen sind nicht für stundenlange Dauerbelastung unter hohen Strömen größer 10 Ampere ausgelegt und sollten deshalb nur im Notfall für das Laden von Elektrofahrzeugen genutzt werden. Der Grund: Sie können überhitzen und dadurch zum Sicherheitsrisiko werden. Zudem ist ihre Ladeleistung mit 2,3 Kilowatt (kW) zu gering. Eine gängige E-Auto Batterie vollständig aufzuladen dauert in der Regel mehr als zehn Stunden.

Wallbox - die Wandladestation für zu Hause

Wer höhere Ladeleistungen übertragen will, verwendet dafür häufig eine Wandladestation - eine sogenannte Wallbox, die speziell für Elektroautos entwickelt wurde. Die ermöglicht nicht nur schnelleres Laden, sondern erlaubt auch eine elektronische Kommunikation mit dem Fahrzeug und verringert Ladeverluste.

Ein Elektroauto wird geladen an einer Ladestation.
Private Ladestation: Wer sein E-Auto günstig "betanken" möchte, sollte über eine sogenannte Wallbox nachdenken. Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Was kostet eine eigene Ladestation?

Eine Wallbox muss zwingend durch einen Elektrofachbetrieb installiert werden. Je nach Leistung muss sie außerdem beim Verteilnetzbetreiber angezeigt oder sogar genehmigt werden. Die Kosten für die Installation einer Ladestation bis 22 Kilowatt variieren je nach Hersteller und Ausstattung zwischen 600 und 2.500 Euro. Für die Installation der Kabelverbindung vom Hauptverteiler oder einen zusätzlichen Stromzähler entstehen weitere Kosten.

Das mag sich zunächst viel anhören. Doch in den meisten Fällen wird der Nutzen überwiegen. Zum einen verkürzen sich die Ladezeiten auf 2 bis 6 Stunden, zum anderen kann nur mit einer Wallbox (mit eigenem Stromzähler) der deutlich günstigere Autostrom eingekauft werden.

Wo werden heimische Ladestationen installiert?

Eine heimische Ladestation wird im günstigsten Fall in unmittelbarer Nähe des eigenen Stellplatzes installiert - etwa in der Garage.

Wer einen festen Stell- oder Tiefgaragenplatz hat, kann die Installation einer Ladestation auf eigene Kosten beim Vermieter einfordern. Das ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt.

Wer keinen festen Stellplatz für sein Auto hat ist aktuell noch auf öffentliche Ladestationen angewiesen.

Ein Elektroauto wird in einem Wohngebiet an einer öffentlichen Ladesäule aufgeladen
Wer für sein Auto keinen festen Stellplatz hat, muss sich in der Regel mit öffentlichen Ladestationen begnügen. Bildrechte: imago images/Frank Sorge

Gibt es für die Wall-Box eine Förderung?

Bis Ende 2021 konnte man sich seine private Wallbox mit einer Leitung bis zu 11 Kw von der Kfw fördern lassen. Doch dieser Fördertopf ist mittlerweile leer - und bis dato nicht aufgestockt worden. Aktuell sind Wallbox-Förderungen nur noch für Unternehmen möglich.

Das Auto mit Sonnenenergie laden: Photovoltaik und Wallbox

Prinzipiell ist es möglich, ein Elektroauto mit einer Photovoltaik-Anlage (PV) zu laden. Aufgrund der beschränkten Leistung dieser Anlage und der Schwankungen der Sonnenenergie macht das aber nur in Ergänzung zur Netzladung Sinn.

Je nach Modell ist es zudem möglich, eine Wallbox elektronisch anzusteuern und damit gezielt Überschussstrom aus einer Photovoltaik-Anlage zum Laden zu nutzen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. März 2022 | 17:15 Uhr

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