Umstieg geplant? So finden Sie das perfekte E-Bike

Gut 4,5 Millionen motorunterstütze Räder fahren derzeit durch Deutschland. Praktisch sind die E-Bikes, allerdings auch deutlich teurer als herkömmliche Fahrräder. Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Drei Radfahrer auf E-Bikes unterwegs.
Bildrechte: dpa

Noch vor wenigen Jahren wurden E-Bike-Fahrer eher belächelt. Mittlerweile fahren gut 4,5 Millionen dieser motorunterstützen Fahrräder durch Deutschland. Große Entfernungen, Leistungsunterschiede zwischen Fahrern, Rehabilitation nach einer Operation - für solche Fälle sind E-Bikes ideal. Mit Anschaffungskosten ab rund 1.000 Euro sind sie allerdings auch deutlich teurer als ein herkömmliches Fahrrad.

Kurze Sachkunde

Richtige E-Bikes fahren, ohne dass der Fahrer in die Pedale tritt - einfach per Knopfdruck. Die meisten Elektrofahrräder sind daher eigentlich Pedelecs. Das steht für Pedal Electric Cycle. Diese Pedelecs unterstützen den Fahrer nur dann, wenn er auch selbst in die Pedale tritt und bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h mit maximal 250 Watt. Nur dann gelten Elektrofahrräder auch noch als Fahrräder und müssen nicht zugelassen werden. Pedelecs 45 oder auch S-Pedelecs unterstützen den Fahrer mit 500 Watt und bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Dafür brauchen Sie eine Betriebserlaubnis, eine Versicherung und den Moped-Führerschein.

Pedelec zum Ausleihen.
Bildrechte: imago images / Lichtgut

So finden Sie Ihr Pedelec

Die Anschaffungskosten für ein gutes Elektrofahrrad betragen mindestens 1.500 Euro. Darunter geht auch, allerdings ohne positive Ergebnisse bei der Stiftung Warentest. Wenn Sie also das Pedelec für rund 1.000 Euro vom Discounter kaufen, müssen Sie schon sehr genau hinschauen. Oft haben die Akkus dieser preiswerten Räder keine große Gesamtlebensdauer und Ersatz-Akkus kosten gerne mal 500 Euro und mehr. Hinzu kommen bei den sehr preiswerten Rädern mitunter erhebliche Sicherheitsmängel, beispielsweise brechen Sattelstützen oder Sattelklemmen eher als bei Markenmodellen. Im Ernstfall kann das zu schweren Verletzungen führen. Auch die Bremsen sind bei manchen billigen Modellen mitunter zu schwach für Gewicht und Leistung des Rades.

Soweit der Akku reicht

Zwischen 50 und 100 Kilometer Reichweite bieten die Akkus der Pedelecs. Wie lange sie wirklich halten, ist auch vom Fahrstil, der Strecke und dem Gesamtgewicht abhängig. Fahren Sie also mit Rückenwind eine flache Strecke, hält der Akku erheblich länger als bei der Tour durch die Berge mit ordentlich Gepäck auf dem Rad. Ist der Akku leer, brauchen Sie zwischen 1,5 und fünf Stunden, bis er wieder vollständig geladen ist. Mit zunehmendem Alter und Gebrauch sinkt die Ladekapazität der Akkus. Nach rund 500 Ladezyklen ist rund ein Viertel der Kapazität verschwunden. Nach gut 35.000 Kilometern ist auch bei hochwertigeren Rädern ein neuer Akku fällig. Zwischen 300 und 1.000 Euro müssen Sie dafür einplanen und bedenken, dass der Akku nur im Auftrag des Händlers von Fachwerkstätten geöffnet und repariert werden darf. Nicht originale oder falsch verbaute Teile können zu Bränden oder dem Komplettausfall des Akkus führen.

Mann mit Fahrradhelm und E-Bike
Der Akku ist das Kenrstück eines jeden Pedelecs. Bildrechte: imago images / allOver-MEV

Der Autoersatz

Ansonsten ist das Pedelec ein möglicher Ersatz für das Auto. Gerade wenn der Arbeitsweg kurz ist, zahlt sich die Anschaffung auf Dauer aus. So sparen Sie Kraftstoff, Versicherung und Kfz-Steuer. Radfahren ist ein ideales Training für Herz und Kreislauf. Gerade bei Problemen mit den Gelenken oder in schwierigem Terrain kann man mit einem Pedelec selbst entscheiden, wie sehr man sich tatsächlich belastet. Schwierige oder lange Strecken sind so auch für eher ungeübte oder genesende Fahrer keine Hürde.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

  • Durch ihr hohes Eigengewicht von gut 25 Kilo kommen Pedelecs bei der Gesamtbelastung schnell an ihre Grenzen. Wenn Sie also große Touren mit Gepäck planen, achten Sie auf ein hohes zulässiges Gesamtgewicht und einen Akku mit großer Reichweite.
  • Wenn Sie das Pedelec regelmäßig nutzen möchten, zum Beispiel für den Arbeitsweg, nehmen Sie einen Akku mit entsprechender Reichweite. Einige Hersteller bieten für das gleiche Rad unterschiedlich starke Akkus an, die Sie an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Wenn Sie beispielsweise regelmäßig 40 Kilometer fahren wollen, nehmen Sie lieber einen Akku mit 100 Kilometern Reichweite. Den müssten Sie dann nur alle zwei Tage laden. Das schont die Kapazität des Akkus.
  • Suchen Sie sich einen guten Abstellplatz. Das Pedelec ist fürs tägliche Tragen in Wohnung oder Keller einfach zu schwer.
  • Kaufen Sie ein Pedelec nur dann, wenn Sie sich im Verkehr wirklich sicher fühlen. Durch die zusätzliche Energie sind Sie schnell unterwegs und müssen das Rad sicher beherrschen.
  • Machen Sie unbedingt eine Probefahrt und kaufen Sie ein Rad, das zu Ihren Bedürfnissen passt.

Die Batterie an einem E-Bike.
Bildrechte: Colourbox.de

Die verschiedenen Typen

Am Anfang war ein Pedelec oftmals ein simples Stadtfahrrad mit Motor. Mittlerweile hat sich die Produktpalette aber vergrößert, und die Typen werden immer spezieller:

  • E-City-Bikes passen unter jeden Hintern, sind ideal für den Weg in die Stadt und auch für etwas längere Strecken aufs Land. Mit Unterstützung schaffen Sie bis zu 25 km/h.
  • E-Trekkingbikes sind für längere Strecken gedacht und haben deshalb meist stabile Gepäckträger und komfortable Sitz- und Lenkerkomponenten.
  • E-Crossbike sind die eierlegenden Wollmilchsäue unter den E-Bikes. Sie können sie sowohl im Alltag als auch für längere Wochenend- und sogar leichte Offroad-Touren nutzen.
  • E-Rennräder sind sehr leicht und haben durchzugsstarke Motoren. Damit kommen Sie zügig vorwärts und können sogar in die Berge hinauf, ohne groß zu schwitzen.
  • E-Hardtail und E-Fully sind Räder für ambitionierte Sportler, die gerne im schwierigen und steilen Gelände unterwegs sind. Sie sind sehr robust, entsprechend schwer und in der Regel nicht für den Alltag geeignet.
  • Falt- oder Kompakt-E-Bikes sind ideal für die Mitnahme im Auto oder auch, wenn Sie weite Strecken zur Arbeit mit Bus und Bahn fahren müssen, für die letzte Strecke aber gern aufs Rad umsteigen möchten.
  • S-Pedelecs sind die richtig schnellen Räder. Damit erreichen Sie bis zu 45 km/ h, brauchen allerdings Betriebserlaubnis, Mopedführerschein und Helm.

(bri/mdr)

Zum Thema

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. August 2020 | 17:15 Uhr

Das könnte Sie auch interessieren