Tretroller mit Elektromotor Rechtslage, Verkehrsregeln, Bußgelder, Helmpflicht: Das gilt für E-Scooter!

Klein, wendig, umweltfreundlich: E-Scooter haben die europäischen Großstädte im Sturm erobert. Auch in Deutschland sind sie in vielen Städten allgegenwärtig. Dennoch wissen die wenigsten, was es zu beachten gilt, wenn man auf einen der elektrobetriebenen (Tret-)Roller steigt. Rechtslage, Versicherung, Helmpflicht: Was gilt es beim Rollern auf deutschen Straßen zu beachten?

Ein Frau fährt auf einem E-Tretroller auf einem Fahrradweg.
Welche Regeln gelten, wenn man mit dem E-Scooter unterwegs ist? Bildrechte: dpa

Welche gesetzlichen Vorschriften gelten für E-Scooter?

Eine Fahrerlaubnis ist nicht nötig, um mit einem E-Scooter auf öffentlichen Straßen unterwegs zu sein. Die als Elektrokleinstfahrzeug geltenden E-Scooter dürfen maximal 20 Stundenkilometer schnell und müssen für den Straßenverkehr zugelassen sein. Eine Akkuladung reicht in der Regel für 15 bis 30 Kilometer. 

Die Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein und dürfen nur auf Radwegen fahren - oder auf der Straße, wenn es keinen Radstreifen gibt. Gehwege sind tabu. Und: Auf einem E-Scooter darf man immer nur allein unterwegs sein - auch wenn zwei Personen das für den Scooter zugelassene Gewicht nicht überschreiten würden.

Vorgeschrieben ist außerdem eine selbstklebende Haftpflicht-Versicherungsplakette, die hinten am Fahrzeug angebracht wird. Sie ist das Kennzeichen des E-Scooters.

E-Scooter
Die Haftpflicht-Versicherungsplakette ist das Kennzeichen eines E-Scooters. Bildrechte: imago images / Steinach

Was kostet die Versicherung?

Erste Anbieter nennen für die Haftpflicht Preise von rund 30 Euro pro Jahr - für jüngere Fahrer ist es meist teurer als für ältere. Da die Haftpflicht nur Schäden an Dritten abdeckt, sollten Fahrer für sich selbst eine Unfallversicherung abschließen. Scooter-Besitzer können auch Kaskoversicherungen abschließen, die zum Beispiel dann zahlen, wenn der Scooter gestohlen wird.

E-Scooter auf einem Gehsteig
E-Scooter-Stationen gibt es mittlerweile in vielen deutschen Städten zu sehen. (Archiv). Bildrechte: imago images / Viennareport

Wie gefährlich ist es, mit einem E-Scooter unterwegs zu sein?

Eine Pflicht zum Helmtragen gibt es nicht - auch wenn das viele Experten befürworten würden. Die Dekra empfiehlt, sich nicht sofort ins Verkehrsgetümmel zu stürzen, sondern sich vorher mit den Fahreigenschaften des Rollers vertraut zu machen und zu üben.

"Vor allem die Kombination aus Mini-Rädern und hohem Lenker ist brisant", erklärt der Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf. "Bremst der Fahrer bei flotter Fahrt zu stark mit der Vorderradbremse ab oder verlagert er sein Gewicht beim Bremsen nicht genug nach hinten, droht ein Sturz über die Lenkstange." Außerdem sei wegen der kleinen Räder auf nasser, verschmutzter und unebener Fahrbahn mit erhöhter Sturzgefahr zu rechnen.

Im Jahr 2020 hat die Polizei insgesamt 2.155 Unfälle mit E-Scootern aufgenommen. Das sind etwa ein Prozent der gesamten Unfälle mit Personenschaden in diesem Jahr. Häufig hatten die Unfall-Fahrer Alkohol konsumiert oder die Fahrbahn falsch genutzt.

Alkohol und Promille-Grenze: Darf ich betrunken E-Scooter fahren?

Anders als bei Fahrrädern oder E-Bikes gelten für E-Scooter die strengeren Promillegrenzen für Kraftfahrzeuge. Das heißt, für Fahranfänger gilt die 0,0-Promillegrenze, für alle anderen Fahrer ist bei 0,5 Promille Alkohol im Blut Schluss. Ansonsten drohen Bußgeld und Fahrverbot.

Ein Mann faehrt mit einem E-Scooter auf einer oeffentlichen Strasse ueber eine Kreuzung.
Betrunken mit dem E-Scooter heimfahren? Das kann teuer werden! Bildrechte: imago images / photothek

Darf ich den E-Scooter in Bus oder Bahn mitnehmen?

Das dürfen die Bus- und Bahnanbieter selbst regeln. Die Deutsche Bahn will im Fernverkehr beispielsweise keinen Aufpreis verlangen. Im Nahverkehr können die Verkehrsbetriebe Extra-Tickets verlangen oder die Mitnahme zu Hauptverkehrszeiten verbieten.

Parken: Wo darf man seinen E-Scooter abstellen?

E-Scooter, die achtlos auf Fußwegen und in Fußgängerzonen herumliegen und Fußgängern den Weg versperren - in vielen Städten ist das mittlerweile zu einem Problem geworden.

Abgestellt werden dürfen Elektro-Scooter am Straßenrand, auf dem Gehweg und, wenn Fußgängerzonen für E-Scooter freigegeben sind, auch in Fußgängerzonen. Das muss jedoch so geschehen, dass Fußgänger und Rollstuhlfahrer nicht behindert oder gefährdet werden.

E-Scooter
E-Scooter müssen so abgestellt werden, dass sie weder Fußgänger noch Rollstuhlfahrer behindern. Bildrechte: imago images/Michael Gstettenbauer

Bußgelder: Was kosten Knöllchen und Co.?

Bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung werden Bußgelder fällig - etwa 70 Euro, wenn man mit einem E-Scooter ohne Allgemeine Betriebserlaubnis unterwegs ist. Fahren ohne Versicherungsaufkleber kostet 40 Euro, ein Verstoß gegen Beleuchtungsvorschriften 20 Euro.

Wer auf nicht zulässigen Verkehrsflächen unterwegs ist oder doch nebeneinander fährt, muss 15 Euro zahlen - mit Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer 20 Euro, mit Gefährdung 25 Euro, mit Sachbeschädigung 30 Euro. Überwacht werden sollen die Regeln bei üblichen Verkehrskontrollen.

Quelle: ADAC

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 19. November 2021 | 17:15 Uhr

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