Umweltschutz Earth Night - Deshalb gingen am 23. September um 22 Uhr die Lichter aus

Am 23. September gingen um 22 Uhr die Lichter aus – und zwar für einen guten Zweck. Einmal im Jahr ruft die Initiative "Paten der Nacht" bundesweite Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen dazu auf, für eine Nacht die Lichter auszumachen. Wozu das Ganze? Es geht darum, Lichtverschmutzung einzudämmen und Energie zu sparen. Mehr dazu gibt’s in unserem Q&A.

Luftbild eines hell erleuchteten Paketzentrums
Ein ganze Nacht ohne künstliches Licht – alles für Tiere und Umwelt. Bildrechte: imago images/Hans Blossey

Q&A: Das müssen Sie über die "Earth Night 2022" wissen

Am 23. September fand zum dritten Mal die sogenannte "Earth Night" statt. Immer in der ersten Neumondnacht des Monats September sind bundesweit alle Menschen aufgerufen, ab 22 Uhr Kunstlicht zu reduzieren.

2022 ist die bundesweite Aktion so wichtig und aktuell wie nie zuvor. Denn: Die meisten versuchen in Zeiten von steigenden Gas- und Energiepreisen Strom und Wärme zu sparen. Tatsächlich ist es allerdings nur ein willkommener Side Effect der "Earth Night". Viel wichtiger ist das Thema Lichtverschmutzung. Noch nie gehört? So geht es vielen. Wir bringen Licht ins Dunkel und klären die wichtigsten Fragen zur diesjährigen "Earth Night".

Licht aus für das Tierwohl 

Bei der "Earth Night" geht es weniger ums Energiesparen als vielmehr um die Lichtverschmutzung. Einmal im Jahr möchte die Aktion das Bewusstsein der Menschen dafür schärfen, wie gefährlich künstliches Licht für viele Tiere ist. Das Problem: Mehr als die Hälfte aller Lebewesen ist nachtaktiv. Igel, Fledermäuse oder Nachtfalter finden sich in der Dunkelheit ausgezeichnet zurecht. Kunstlicht stört jedoch ihr natürliches Verhalten und sorgt dafür, dass sie die Orientierung verlieren. Außerdem sind künstliche Lichtquellen wahre Insektenkiller. 

Motten, Käfer, Mücken und Nachtfalter geraten jede Nacht in "tödliche Lichtfallen", so der Naturschutzbund NABU. Straßenbeleuchtung, Gartenlichter, Leuchtreklamen, beleuchtete Parkflächen oder Wohnungslichter verursachen einen nicht enden wollenden Lichtstrom, der für die Tier- und Pflanzenwelt die Nacht zum Tag macht. Ein deutlicher Hell- und Dunkelwechsel ist für Tiere fast gar nicht mehr erlebbar. Eigentlich sollte Licht so oft wie möglich reduziert werden. 

Ein Igel vor einem Wohnhaus
Igel könnten gut und gerne auf künstliches Licht verzichten. Bildrechte: imago images/Credit: FLPA/Jack Perks

Deshalb geht die "Earth Night" auch nicht nur eine Stunde lang, sondern eine ganze Nacht. Durch die “Earth Night” soll der Welt einmal pro Jahr eine nahezu natürlich dunkle Nacht gegönnt werden.

Wer steckt hinter der "Earth Night"?

Organisiert wird die "Earth Night" von "Paten der Nacht" – einer gemeinnützigen, in Deutschland ansässigen Organisation. "Paten der Nacht" setzt sich für den Schutz der Nacht und die Eindämmung der Lichtverschmutzung ein. 

Mit der "Earth Night", so die Initiatoren auf ihrer Website, "soll regelmäßig daran erinnert werden, wie verschwenderisch und gedankenlos wir mit Kunstlicht umgehen und mit welch großen Schritten wir dabei sind, die Nacht zu verlieren."

"Earth Night": So kann jeder mitmachen

Das Beste an der "Earth Night"? Jeder kann ganz leicht mitmachen. Die effektivste Maßnahme: Außenlicht aus! Alle Lichtquellen, die nicht unbedingt nötig sind, sollten ganz oder zumindest teilweise abgeschaltet werden. Also z.B. Schaufenster, Werbebeleuchtung oder Tür-, Haus-, Fassaden- und Gartenbeleuchtung.

Es geht sogar noch einfacher: Klar, dass man gerade am Abend nicht ganz auf Lichtquellen im Haus verzichten möchte. Dafür können dann aber die Jalousien geschlossen werden. Niemand muss also während der "Earth Night" zu Hause im Dunkeln sitzen. Es reicht schon einfach, die Jalousien, Rollos oder Vorhänge an den Fenstern zu schließen. So wird die Nacht auch dunkler.


BRISANT/swr/earth-night.info

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. September 2022 | 17:15 Uhr

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