Schutz vor Einbruch So machen Sie Haus und Wohnung gegen Einbrecher sicher

Die Tage werden kürzer und dunkler - zur Freude von Einbrechern. Für die Opfer ist die Situation nicht nur in finanzieller Hinsicht belastend. Die Verletzung der Privatsphäre greift das Gefühl der Sicherheit in den eigenen vier Wänden an, kann sogar psychische Folgen haben. Damit es gar nicht erst soweit kommt, hier eine Reihe von Maßnahmen, die Langfingern das Handwerk schwer machen.

Ein Mann versucht über ein Fenster einzubrechen.
Sichern Sie ihr Haus oder Ihre Wohnung so, dass Sie es potentiellen Einbrechern nicht leicht machen. Bildrechte: Colourbox.de

So einfallsreich die Langfinger vorgehen, so individuell angepasst müssen auch die Vorbeugungsstrategien sein, um sich auf Dauer wirksam vor Einbruch zu schützen, empfiehlt die Polizei. Vor allem wenn man nicht zu Hause ist, haben die Ganoven ein leichtes Spiel. Und das liegt häufig nicht am Können der Einbrecher, sondern an schlecht getroffenen Sicherheitsvorkehrungen.

So schützen Sie Ihr Heim vor ungewünschten Gäste!

Türen:

  • Selbst, wenn Sie nur kurz aus dem Haus oder der Wohnung gehen, sollten Sie die Tür nicht nur ins Schloss fallen lassen, sondern immer zweifach abschließen.
  • Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen verstecken.
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verloren haben, dann wechseln Sie schnellstmöglich den Schließzylinder aus.
  • Ist Ihre Tür mit einer Glasfüllung versehen, dann lassen Sie Ihren Schlüssel unter keinen Umständen innen stecken.
  • Nutzen Sie den Türspion und den Sperrbügel (Türspaltsperre) und öffnen Sie Fremden niemals bedenkenlos Ihre Tür.
  • Lassen Sie bei Neuein- oder Umbau von Türen eine einbruchhemmende Tür der Widerstandsklasse 2 (nach DIN EN 1627) einbauen.
  • Sichern Sie auch Nebeneingangstüren.

Ein Einbrecher bricht ein.
Insbesondere Terrassentüren werden von Einbrechern gern genutzt. Deshalb sollten sie immer geschlossen werden, wenn man nicht zu Hause ist. Bildrechte: imago images / McPHOTO

Fenster und Balkone:
In mehr als der Hälfte der Einbruchsfälle hebeln die Langfinger Hindernisse (Türen, Tore, Fenster, Balkontüren) mit einfachstem Hebelwerkzeug auf. Diese Technik wird häufiger angewendet als der Zugriff über Verglasungen, so die Polizei. Besonders beliebt bei Einbrechern sind Wohnungen mit leicht erreichbaren Fenstern, wie bei Erdgeschoss- oder Souterrainwohnungen.

  • Auch bei kurzer Abwesenheit sollten Sie Ihre Fenster, Balkon- und Terrassentüren schließen.
  • Vorsicht bei gekippten Fenstern: Auch gekippte Fenster sind offene Fenster und leicht zu öffnen.
  • Rollläden sollten zur Nachtzeit, aber keinesfalls tagsüber geschlossen werden. Damit würden Sie Ihre Abwesenheit signalisieren.
  • Achten Sie auf Ihre Fenster, die über Balkone, Loggien, Anbauten u.a. erreichbar sind. Das sind leichte Zugänge.
  • Achten Sie auf Ihre Dachfenster und Dachflächenfenster. Sie werden von Einbrechern gerne als Einstiegsmöglichkeit gewählt.
  • Besonderes Augenmerk sollten Sie auf Ihre Terrassentüren haben, da sie von außerhalb des Grundstückes schlecht einsehbar sind.
  • Sind Ihre Balkontüren und -fenster über Kletterhilfen, z.B. über Leitern, Gartenmöbel, Mauern oder das Dach erreichbar, sollten diese Zugänge besonders geschützt werden.
  • Schaffen Sie Kletterhilfen aus dem Weg. Einbrechern ist manchmal kein Weg zu hoch.
  • Ihre Terrassen oder Balkone können Sie auch mit Rollgittern oder Gittertüren sichern.
  • Achten Sie bei einem Neu- oder Umbau darauf, dass Sie gleich geprüfte einbruchhemmende Fenster einbauen lassen.

Maskierter Mann hebt Rollladen an und sieht durch ein Fenster
Rollläden sind für Einbrecher kein großes Hindernis, wenn sie nicht zusätzlich gesichert werden. Bildrechte: imago/blickwinkel

Rollläden

  • Auch in Ihre Rollläden sollten Sie Zusatzsicherungen einbauen lassen, denn häufig können Rollläden durch bloßes Hochschieben leicht überwunden werden.
  • Die Polizei empfiehlt außerdem geprüfte einbruchhemmende Rollläden der Widerstandsklasse zwei.

Generell sollten Sie tagsüber darauf achten, dass ...

  • Ihre Rollläden offen und nicht geschlossen sind.
  • Einbruchsmöglichkeiten gut gesichert sind, denn Zeitaufwand und Lärm können Einbrecher abschrecken.
  • Ihre Kellerfenster und Kellerschächte gut gesichert sind, z.B. mit Gittern.


Seien Sie aufmerksam und schützen Sie so auch Ihre Nachbarn vor ungebetenen Gästen!

Einbrecher begutachtet eine Schatulle mit Schmuck
Selbst in der eigenen Wohnung sollte man Wertsachen niemals offen herumliegen lassen. Bildrechte: imago images/Petra Schneider

So verstauen Sie Wertsachen richtig!

  • Offen in der Wohnung oder im Haus liegende Wertsachen, wie Schmuck, Dokumente, Sparbücher, locken Einbrecher an. Beugen Sie dem vor, indem Sie Ihre Wertsachen in entsprechenden Wertbehältern aufbewahren. Lassen Sie sich dabei von Fachleuten beraten.
  • Wertbehältnisse, deren Eigengewicht bis zu 1.000 Kilogramm beträgt, müssen fest verankert werden. Dafür vorgesehen sind geprüfte Einmauerschränke.
  • Für Wertsachen, die nur selten gebraucht werden, werden Bankschließfächer empfohlen.
  • Notieren Sie die wichtigsten Daten (besondere Kennzeichen, Hersteller, Typ, Marke, individuelle Gerätenummer, Kaufdatum, Preis) Ihrer Wertgegenstände und fassen Sie sie in einer Liste zusammen. Im Falle eines Diebstahls kann die Polizei nach Ihren Gegenständen suchen bzw. wenn gefunden, ihren Eigentümern zuordnen.
  • Haben Ihre Wertsachen keine individuellen Kennzeichen, dann kennzeichnen Sie diese selbst. Das macht die Waren für Hehler weniger interessant und Sie erleichtern damit die Suche nach den Gegenständen und die Versicherungsarbeit.
  • Die Polizei empfiehlt entsprechende Einbauschränke, Schlüssel- oder Zahlenkombinationsschloss, Geldkassetten und Blechschränke.

(Quellen: www.polizei-beratung.de, www.einbruchschutz.polizei-beratung.de)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. September 2021 | 17:15 Uhr

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