Wetter Die Eisheiligen sind da - So schützen Sie Ihre Pflanzen

So wie der April endete, geht es aktuell auch im Mai weiter: kühl und regnerisch. Mal abgesehen von ein paar wärmeren Tagen, befinden wir uns mitten in einer Kälteperiode, den sogenannten Eisheiligen. Wer bereits Balkon und Terrasse frisch begrünt hat, sollte nicht versäumen, seine Pflanzen zu schützen. BRISANT erklärt, wie's geht.

gegen Frost geschützter Olivenstamm in einem Garten,
Wird es zu den Eisheiligen nochmal kalt, sollte man seine Pflanzen vor dem Frost schützen. Bildrechte: imago/blickwinkel

Wann sind die Eisheiligen 2021 - und wie heißen sie?

Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, (kalte) Sofie - und sorgen vom 11. bis 15. Mai jedes Jahr aufs Neue für Angst und Schrecken unter den Hobby-Gärtnern. Denn die können es meist kaum erwarten, bei den ersten Sonnenstrahlen Terrasse, Balkon und Garten frisch zu begrünen.

Die Sorge ist nicht unbegründet. Auch in diesem Jahr hat der Deutsche Wetterdienst für genau diesen Zeitraum eisige Polarlufteinbrüche und vereinzelt sogar nächtlichen Bodenfrost vorausgesagt. Und auch nach den Eisheiligen wird es voraussichtlich nicht besser. Denn dann soll es vor allem eines werden: nass.

Die Pflanzen vor tiefen Temperaturen und Frost schützen

Winterharte Frühblüher wie Stiefmütterchen, Ranunkeln, Tulpen oder Primeln halten tiefe Temperaturen gut aus. Anders sieht es bei mediterranen Blumen, Stecklingen oder vielen Gemüsesorten aus.

Vlies, Folie oder Reisig schützen vor Nachtfrost

Wenn Sie bereits Oleander oder Margeriten in Kübeln stehen haben, sollten Sie sie nachts reinholen - sonst droht der Blumen-Tod. Ist das nicht möglich oder stehen die Pflanzen in einem Beet oder Balkonkasten, decken Sie sie mit einem Vlies oder einer speziellen Folie ab. Das gibt es im Gartenmarkt.

Dieser Kälteschutz sollte allerdings nur einige Tage, am besten nur nachts angebracht werden. Die Pflanzen brauchen viel Licht, um zu wachsen. Außerdem staut sich unter einer Folie schnell Feuchtigkeit. Im schlimmsten Fall züchten Sie sonst Schimmelpilze heran.

Sollten Sie kein Vlies haben, geht auch Reisig oder Zeitungspapier. Zur Not hilft eine große Ladung trockenes Laub.

Ein Blumenkübel ist mit einem Laken/ Vlies zugedeckt. Im Vordergrund steht eine Zink-Gießkanne.
Bei großen Kübelpflanzen geht auch ein Bettlaken. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Spalierobst abdecken

Sie haben Obst als Spalier oder Mini-Baum an der Hauswand gepflanzt? Dort ist es wärmer und die Blüten sind meist schon offen. Diese sollten ebenfalls unbedingt mit einem leichten Tuch geschützt werden, wenn die Temperaturen in der Nacht unter null Grad fallen.

Sie haben Tomaten selber gezogen oder Stecklinge von Blühpflanzen auf der Fensterbank gepflegt? Warten Sie mit dem Auspflanzen oder der Saat von Zucchini, Gurken und Bohnen bis nach dem 15. Mai. Auch Kräuter, Oleander, Petunien und Begonien dürfen dann ins Freie. Die Gartensaison 2020 hat dann begonnen!

Cassia (Senna) mit Frostschäden
Nicht schön: Frostschäden an einem Cassia-Strauch. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Regionale Unterschiede

Das sind die Eisheiligen: • Mamertus - 11. Mai
• Pankratius - 12. Mai
• Servatius -13. Mai
• Bonifatius - 14. Mai
• Sophia - 15. Mai

Übrigens: In Norddeutschland gelten Mamertus, Pankratius und Servatius als Eisheilige. Im Süden und Südosten des Landes werden neben Pankratius und Servatius auch Bonifatius und die "kalte Sofie" dazu gezählt. Denn im Süden kommt die Kaltluft, die von Norden nach Deutschland strömt, meist einen Tag später an.

Was hat es mit den Eisheiligen auf sich?

Im Mai kann von Norden her kalte Polarluft nach Deutschland strömen, weil sich die Wetterlage noch nicht für den Sommer stabilisiert hat. Bei wolkenlosem Himmel kann es daher zu Bodenfrost kommen.

Da es im frühen Mittelalter keine Wetterprognosen gab, stellten die Bauern aufgrund ihrer Beobachtungen eigene Regeln auf. Frostige Nächte fielen zufällig mit den Gedenktagen von fünf Heiligen aus dem 4. und 5. Jahrhundert nach Christus zusammen - die "Eisheiligen" waren geboren.

Erst nach der "kalten Sophie" am 15. Mai wird das Wetter - statistisch gesehen - stabiler. Da Bodenfrost eine Saat vernichten kann, durfte früher die Aussaat erst Mitte Mai erfolgen. Auch heute noch richten sich vieler Orts Kleingärtner und Hobbybauern nach der Regel:

Pflanze nie vor der kalten Sophie.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. Mai 2020 | 17:15 Uhr

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