Im Check Energiespar-Mythen unter die Lupe genommen - was ist dran?

Energie sparen - das wollen angesichts steigender Energiekosten viele Menschen. Vor allem im Internet findet man zahlreiche Tipps, wie das im Alltag klappen kann. Doch Vorsicht: Nicht selten wird gefährliches Halbwissen verbreitet. Was ist dran an einzelnen Ernergiespar-Mythen, die uns im Netz begegnen? BRISANT hat sieben davon unter die Lupe genommen.

Glühlampe und Fragezeichen auf Holzklötzchen
Was ist dran an den Energiespar-Mythen? BRISANT hat sieben von ihnen geprüft. Bildrechte: Colourbox.de

Mythos 1: Ladegeräte in der Steckdose verbrauchen keinen Strom

Das ist FALSCH! Prinzipiell verbrauchen ALLE Steckerteile Energie, wenn sie am Stromnetz hängen. Also auch dann, wenn das Ladegerät ohne Handy in der Steckdose bleibt. Einer EU-Richtlinie zufolge dürfen die Steckerteile (ohne Gerät) zwar nicht mehr als 0,3 Watt verbrauchen, aber Kleinvieh macht eben auch Mist.

Mythos 2: Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein leerer

Dass ein Gerät, das viel zu kühlen hat, mehr Strom verbraucht als ein Gerät, das nur wenig Inhalt kühlen muss - das klingt zunächst logisch. Trotzdem ist es FALSCH. Der Grund: Es ist vor allem die Luft im Kühlschrank, die heruntergekühlt werden muss. Ist der Kühlschrank gut gefüllt, ist das Luftvolumen geringer. Zudem speichern die Lebensmittel, die sich bereits im Kühlschrank befinden, die Kälte.

offener Kühlschrank mit Lebensmitteln
Ist ein Kühlschrank gut gefüllt, verbraucht er weniger Energie, als wenn er leer wäre. Bildrechte: Colourbox.de

Mythos 3: Das Licht auszuschalten verbraucht mehr Energie, als es brennen zu lassen

Auch das ist FALSCH! Prinzipiell verbraucht jede Lampe, die nicht brennt, weniger Energie als eine, die brennt. Dabei macht es fast keinen Unterschied mehr, welches Leuchtmittel genutzt wird. Wenn man einen Raum verlässt, lohnt es sich, das Licht zu löschen. Das gleiche gilt für das Licht in der Mikrowelle oder im Backofen, wenn die Geräte nicht mehr genutzt werden.

Nachdenkliche Frau sitzt auf dem Boden mit Glühbirne in einer Gedankenblase
Licht anlassen oder auschalten? Was ausgeschaltet ist, verbraucht keine Energie. Bildrechte: IMAGO/Westend61

Mythos 4: Heizung aus beim Verlassen der Wohnung!

Die Heizung ist der größte Energiefresser im Haushalt. Trotzdem ist es keine gute Idee, sie beim Verlassen der Wohnung komplett auszuschalten. Denn einen ausgekühlten Raum neu aufzuheizen kostet wesentlich mehr Energie als eine konstant niedrige Temperatur zu halten. Deshalb: Temperatur drosseln anstatt abzuschalten.

Senkt man die Grundtemperatur der Wohnung bei Abwesenheit auf 16 Grad, kann man seine Heizkosten um bis zu 30 Prozent senken.

Ein Kaktus ist auf einem Heizungsthermostat festgeklebt.
Heizung aus, wenn man die Wohnung verlässt? Experten empfehlen, die Temperatur lediglich zu drosseln. Bildrechte: IMAGO/Christian Ohde

Mythos 5: Wer nur noch kaltes Wasser nutzt, riskiert Legionellen

Das ist FALSCH! Wasser, das langsam strömt oder zu lange in der Leitung bleibt, ist am ehesten von Legionellen befallen. Allerdings nur bei einer Temperatur über 25 Grad. Bei Wassertemperaturen zwischen 8 bis 25 Grad können sich Legionellen nicht vermehren. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Wasserleitung hin und wieder mit mindestens 60 Grad warmem Wasser durchspülen, das tötet eventuell vorhandene Legionellen auf jeden Fall.

Mythos 6: Akkus sind deutlich energiesparender als Batterien

Das stimmt bedingt - wenn man nicht nur den individuellen Verbrauch, sondern die gesamte Ökobilanz im Blick hat. Für die Herstellung von Batterien werden neben großen Mengen an Energie und Rohstoffen auch giftige Schwermetalle benötigt.

Umweltfreundlicher und günstiger sind Alkali- und Mangan-Akkus, da sie mehrfach aufgeladen werden können. Wieviel Batterie- bzw. Akkustrom man jedoch letztlich verbraucht, ist vom jeweiligen Gerät abhängig, das damit betrieben wird.

Wenn möglich, sollte auf Geräte mit Solarzellen zurückgegriffen werden - und auch die haben in Sachen Herstellung und Entsorgung nicht die beste Ökobilanz.

Mythos 7: Duschen verbraucht weniger Wasser als Baden

Ob dieser Mythos stimmt, hängt vom individuellen Duschverhalten ab. Duscht man kürzer als zehn Minuten, ist das durchaus energieeffizienter als ein Wannenbad. Darüber hinaus fällt die Energiebilanz sogar schlechter aus.

BRISANT/verbraucherzentrale.de/energiewechsel.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. September 2022 | 17:15 Uhr

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