Unfälle Erste Hilfe in Corona-Zeiten - Das müssen Sie wissen

Unfälle mit Verletzten im Straßenverkehr gibt es auch in Corona-Zeiten. Wenn Sie als Erster am Unfallort nicht helfen, drohen Strafen! Was Sie beachten sollten, wenn Sie Erste Hilfe leisten müssen und wie Sie sich vor dem Coronavirus schützen können, sagen wir Ihnen hier.

Eine Frau kümmert sich um einen auf der Straße liegenden Mann.
Viele Menschen sind verunsichert, wie sie im Notfall handeln sollen. Bildrechte: colourbox

Eins vorweg: Natürlich sind Sie verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, wenn Sie als Erster an einem Unfallort eintreffen - auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Meist entscheiden die ersten Minuten nach dem Unfall über die Schwere der Unfallfolgen und das Überleben der verletzten Personen. Da der derzeit geltende Mindestabstand von 1,50 Metern in Notsituationen aber nicht gewahrt werden kann, sollten Sie einige Regeln beachten.

Tragen Sie Einweg-Handschuhe

Hygiene stand bei der Erstversorgung von Verletzten schon immer an erster Stelle. Daher sind Einweg-Handschuhe seit vielen Jahren fester Bestandteil im Verbandskasten im Auto. In Zeiten von Corona gilt daher: Handschuhe sofort anziehen! Fassen Sie sich aber trotz Handschuhen nicht ins Gesicht! Sie könnten sonst das Coronavirus (oder andere Krankheitserreger) über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufnehmen.

Tragen Sie einen Mundschutz

Das Deutsche Rote Kreuz rät, sich selbst und seine Gesundheit nicht in Gefahr zu bringen. Ein Mundschutz kann helfen, das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu verringern - sowohl für den Ersthelfer als auch für die verletzte Person. Ist ein Mundschutz nicht greifbar, sollten Mund und Nase der hilfebedürftigen Person mit einem Tuch abgedeckt werden. Das geht zum Beispiel mit einem einfach Taschentuch oder einem dünnen Schal. Achten Sie auch darauf, das eigene Gesicht zu schützen!

Die Feuerwehr Köln zeigt Schutzausrüstung
Sie machen es richtig: Handschuhe an und Mundschutz auf! Bildrechte: imago images / Benjamin Horn

Führen Sie eine Herzdruck-Massage durch

Eine Mund-zu-Mund- bzw. Mund-zu-Nase-Beatmung ist für Laien nicht zwingend erforderlich. Und in der aktuellen Situation sollten Sie ganz darauf verzichten. Wichtig ist aber, dass Sie durchgehend eine Herzdruck-Massage ausführen, bis der Rettungsdienst oder der Notarzt eintreffen.

Person auf festen Untergrund auf den Rücken legen. Den Kopf nach hinten überstrecken, um die Atemwege freizuhalten. Vorhandene Hindernisse im Mundraum (z.B. Prothesen) gegebenenfalls entfernen. Brustkorb freimachen. Der richtige Druckpunkt befindet sich in der Mitte des Brustkorbes auf dem Brustbein. Dann mit der Herzdruckmassage mit einer Frequenz von 100 bis 120 mal pro Minute und einer Drucktiefe von etwa fünf Zentimetern beginnen. Am besten eigent sich als Rhythmus-Vorlage der Bee Gees-Song "Staying alive".

Waschen Sie gründlich Ihre Hände

Achten Sie nach der Hilfeleistung darauf, gründlich die Hände zu waschen bzw. zu desinfizieren, zum Beispiel mit Feuchttüchern, einem Desinfektionsgeld oder Spray. Ergänzen Sie Ihren Erste-Hilfe-Kasten entsprechend.

Kontaktdaten mitteilen

Geben Sie den Rettungssanitätern Ihre Kontaktdaten, für den Fall, dass bei dem Verletzten nachträglich eine Coronainfektion festgestellt wird.

Menschen, die zu einer Risikogruppe zählen, sollten grundsätzlich zu Hause bleiben. Werden sie dennoch draußen Zeuge eines Notfalls, müssen sie abwägen, ob sie Hilfe leisten. Ein Helfer mit Symptomen sollte keine direkte Erste Hilfe leisten, sondern lediglich den Notruf 112 wählen.

Fakten Erste Hilfe
Der Bee Gees-Song "Staying alive" ist der ideale Rhythmus für eine Herzdruck-Massage. Bildrechte: IMAGO

Was tun im Notfall?

  • Sichern Sie die Unfallstelle bei Verkehrsunfällen ab.
  • Wählen Sie den Notruf, deutschlandweit 112 (ohne Vorwahl). Dabei sollte man die relevanten "W-Fragen" beantworten: WO ist der Unfall passiert? WAS genau ist passiert? WIE viele Verletzte gibt es? WELCHE Verletzungen haben sie? WARTEN, ob die Einsatzkräfte noch weitere Fragen haben.
  • Ist das Unfallopfer bewusstlos, atmet aber normal, bringen Sie es in die stabile Seitenlage. Sie verhindert, dass die verletzte Person versehentlich Speichel, Erbrochenes oder Blut einatmet und erstickt.
  • Hören Sie Atemgeräusche? Senkt und hebt sich der Brustkorb? Wenn nicht, beginnen Sie mit der Herzdruck-Massage.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Mai 2020 | 17:10 Uhr

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