Erste-Hilfe-Maßnahmen Als Ersthelfer am Unfallort - Was muss man wissen?

Weihnachten - Zeit der Nächstenliebe. Davon haben Besucher des Hofer Weihnachtsmarktes jede Menge gezeigt. Eine Frau war in einer der Hütten kollabiert - und hat nur dank beherzter Erste-Hilfe-Maßnahmen überlebt. Doch nicht jeder, der helfen will, kann es auch. Egal, ob es sich um einen Verkehrs- oder Badeunfall handelt, ob ein Kollege im Büro einen Herzinfarkt erleidet oder zu Hause ein Unfall passiert ist: Was muss man wissen, wenn man als Ersthelfer gefragt ist?

Eine junge Frau macht bei einer anderen Frau eine Herzdruckmassage
Was muss man als Ershelfer wissen? Die folgenden Punkte geben Aufschluss. Bildrechte: Colourbox.de

1. Unfallstelle sichern

Erste-Hilfe-Maßnahmen können in verschiedenen Situationen notwendig sein - etwa bei einem Autounfall. Insbesondere auf Landstraßen und Autobahnen ist es zwingend notwendig, zunächst die Unfallstelle abzusichern und den Verletzte aus der Gefahrenzone des fließenden Verkehrs zu bringen. Erst dann ist es möglich, sich intensiver um den Hilfebedürftigen zu kümmern. Damit sorgt man dafür, das eigene Leben und das aller Unfallbeteiligten nicht in zusätzliche Gefahr zu bringen.

2. Notruf wählen

Egal, ob es sich um einen Verkehrs- oder Badeunfall handelt, ob ein Kollege im Büro einen Herzinfarkt erleidet oder es zu Hause einen Unfall gibt - informieren Sie so schnell wie möglich via Notruf 112 einen Notarzt. Im Notfall zählt jede Minute.

Versuchen Sie, am Telefon möglichst ruhig zu bleiben und geben Sie folgende Informationen durch:

  • Was ist passiert?
  • Wo ist der Unfallort?
  • Wie war der Unfallhergang?
  • Welche Verletzungen haben die Geschädigten?
  • Wann war der Unfall?
  • Wer meldet den Unfall?

Im Anschluss nicht sofort auflegen, sondern, sondern zunächst auf Rückfragen der Notrufzentrale warten. Es kann sein, dass Sie per Telefon Anweisungen bekommen, was als Nächstes zu tun ist.

3. Lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten

Gibt es mehrere Verletzte, dann ist abzuwägen abzuwägen, wer am dringendsten Hilfe benötigt. Opfer, die nicht mehr ansprechbar sind, sollten die primäre Aufmerksamkeit bekommen. Zunächst also prüfen, ob eine Person noch regelmäßig atmet. Ist das nicht der Fall, sollte eine Herzdruckmassage mit Beatmung angewendet werden.

Eine junge Frau macht bei einer anderen Frau eine Herzdruckmassage
Atmet ein Unfallopfer nicht regelmäßig, sollte eine Herzdruckmassage angewendet werden. Bildrechte: Colourbox.de

Und die geht so: 30 Mal hintereinander kräftig auf die Mitte des Brustkorbs drücken, etwa zwei Stöße pro Sekunde. Um den richtigen Rhythmus zu finden, hilft der Refrain des Bee-Gees-Songs "Staying Alive". Mit diesem Beat bleibt man genau im Takt. 

Im Anschluss zwei Mund-zu-Mund-Beatmungen vornehmen, dann die Herzdruckmassage fortsetzen. Zwischendurch immer wieder kontrollieren, ob die Atmung wieder eingesetzt hat. Ist das nicht der Fall, die Maßnahme fortsetzen, bis die Rettungskräfte eintreffen.

4. Blutungen stillen

Atmet das Unfallopfer, blutet aber stark, müssen die Blutungen gestillt werden. Dafür Einmalhandschuhe aus dem Verbandskoffer verwenden, um sich vor eventuellen Infektionen zu schützen. Ist der Verletzte bei Bewusstsein, sollte er gebeten werden sich hinzulegen, um einem Kreislaufkollaps vorzubeugen.

Dann einen Druckverband anlegen: Die Wunde mit einer sterilen Wundauflage abdecken und mit einem Verband fixieren, der einige Male um den verletzten Körperteil herumgewickelt wird. Danach ein zweites Druckpolster auflegen und es ebenfalls umwickeln. Der Verband muss fest, aber nicht zu fest sitzen. Die Blutzufuhr darf nicht unterbrochen werden! Dann das verletzte Körperteil möglichst hoch lagern.

Eine verbundene Hand vor einem roten Kreuz
Blutungen mit einem doppelten Druckverband stillen! Bildrechte: Colourbox.de

5. Stabile Seitenlage anwenden

Ist ein Unfallopfer bewusstlos, atmet aber noch, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht werden, damit die Atemwege frei bleiben. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass der Arm so unter dem Kopf gelagert wird, dass dieser überstreckt ist. Währenddessen mit dem Betroffenen sprechen und über den Kopf streicheln. Auch Bewusstlose sind für Fürsorge empfänglich. Dann dafür sorgen, dass der Körper des Verletzten warm bleibt. Nutzen Sie dafür die Erste-Hilfe-Decke aus dem Verbandskasten, andere Decken oder Jacken. Bleiben Sie bei dem Verletzten und überprüfen Sie permanent die Atmung.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Februar 2020 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2020, 19:31 Uhr

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