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Durch die verschärften Corona-Regeln sind Ungeimpfte von vielen Bereichen ausgeschlossen. Das lässt das Geschäft mit gefälschten Impfpässen boomen. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Statt ImpfungMit gefälschtem Impfpass unterwegs - welche Strafen drohen?

Stand: 16. März 2022, 18:12 Uhr

Durch die aktuellen Corona-Verordnungen sind nicht geimpfte Menschen von einigen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen - und das könnte noch eine ganze Weile so bleiben. Entsprechend boomt das Geschäft mit gefälschten Impfausweisen. Doch spätestens wenn damit ein digitaler Code erstellt werden soll, fällt der Betrug in der Regel auf. Wer mit einem falschen Pass erwischt wird, dem droht eine empfindliche Strafe.

2G- und 2-Plus-Regeln erhöhen den Druck auf diejenigen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen möchten. Tausende gefälschte Impfpässe sollen mittlerweile von den Landeskriminalämtern und Polizeibehörden sichergestellt worden sein, Tendenz steigend.

Laut Dr. Martin Braun, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, ist das jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Ihm zufolge könnten bereits mehrere hundertausend gefälschte Impfausweise im Umlauf sein. Im Netz sind die falschen Dokumente bereits für 50 bis 350 Euro zu haben.

Welche Strafe droht bei Fälschung eines Impfausweises?

Die Fälschung eines Impfdokuments ist kein Kavaliersdelikt. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz sind die Strafen für gefälschte Impfpässe zum 24. November 2021 empfindlich verschärft worden.

Laut §277 und §275 des Strafgesetzbuchs (StGb) kann das Vorlegen eines gefälschten Impfzertifikats mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren geahndet werden. In besonders schweren Fällen ist sogar eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren möglich. Das ist vor allem dann der Fall, wenn jemand gewerbsmäßig mit falschen Impfpässen handelt.

Wie hoch die Geldstrafe ausfallen kann, lässt das Gesetz offen. Billig wird das allerdings nicht sein. Für Urkundenfälschungen können mehrere tausend Euro Geldstrafe fällig werden.

Im Internet sind gefälschte Impfausweise vergleichsweise günstig zu haben. Wird man damit erwischt, fällt die Geldstrafe deutlich höher aus. Bildrechte: IMAGO / Gottfried Czepluch

Großteil der Fälschungen wird in Apotheken bemerkt

Seinen Impfstatus mit dem gelben Impfpass nachzuweisen, ist aufgrund der zahlreichen Fälschungen vielerorts nicht mehr möglich. Benötigt wird der entsprechende QR-Code, der entweder direkt im Impfzentrum, beim Arzt oder eben im Nachgang in der Apotheke erstellt wird.

Ein gefälschter Impfausweis ist für Apothekerinnen und Apotheker in der Regel leicht zu erkennen. Mit einer speziellen Software können sie die Chargennummer einer Corona-Schutzimpfung online prüfen. Dabei fällt auf, wenn Impfort, -datum, -arzt und die Chargennummer des angeblich verwendeten Corona-Vakzins nicht zusammenpassen.

Wasserzeichen auf Chargennummern

Auch die Impfstoff-Hersteller haben mittlerweile "nachgerüstet", um Betrug zu verhindern. Viele Chargennummern-Aufkleber sind durch Wasserzeichen fälschungssicherer gemacht worden.

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 16. März 2022 | 17:15 Uhr