Schwere Atemwegserkrankungen und hohes Fieber möglich Faktencheck: Corona-Virus – was wir wissen und was nicht

Das Corona-Virus schürt Ängste und wirft Fragen auf: Wie schütze ich mich? Was sind die Symptome? Wird es auch über Pakete aus China übertragen? Und sind unsere Haustiere gefährdet? Was Sie jetzt wissen sollten.

Paienten werden von Ärzten in Schutzanzug behandelt
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Was sind die Symptome des Corona-Virus?

Die Symptome des Corona-Virus‘ gleichen denen einer Grippe oder einer Lungenentzündung: Fieber, Husten, Atemnot, Muskelschmerzen und Müdigkeit - mitunter auch Auswurf, Kopfschmerzen und Durchfall. Die oberen Atemwege sind kaum betroffen. Es gibt beispielsweise keinen Schnupfen. Weil gerade zeitgleich bei uns die Grippesaison startet, kann es zu ähnlichen Symptomen wie durch das Corona-Virus kommen. Um unnötige Verdachtsfälle zu vermeiden, empfiehlt die WHO eine Grippe-Impfung.

Woher stammt das Virus?

Das Corona-Virus wurde vermutlich von Tier zu Mensch übertragen: Als Ausgangspunkt gilt ein Tiermarkt in Wuhan, auf dem Wildtiere wie Schlangen verkauft und verspeist werden. Was für die Verbreitung aber noch viel wichtiger ist: Das Corona-Virus kann offensichtlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Wie wird das Corona-Virus übertragen?

Wie genau man andere Menschen anstecken kann, wird weiter erforscht. Wahrscheinlich werden die Corona-Viren vor allem über eine Kontakt- und Tröpfcheninfektion weitergegeben – also durch direktes Anhusten oder Körperkontakt mit einer kranken Person. Eine reine Übertragung über die Luft wurde bisher nicht nachgewiesen.

Sind unsere Haustiere gefährdet?

Ganz klar: "Nein", sagt Prof. Dr. Friedemann Weber, Virologe und Laborleiter der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

“Es ist in den letzten Tagen deutlich geworden, dass das Virus leichter übertragen wird als zu Beginn des Ausbruchs angenommen. Das zeigen die Fallzahlen, aber auch die wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Berechnung der Basisreproduktionsrate. Sie ist in etwa so hoch wie die des SARS-Coronavirus von 2003″, erklärt Prof. Dr. Lars Schaade, Vizepräsident und Leiter des Zentrums für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene vom Robert Koch-Institut.

Werden die Viren auch über Gegenstände, etwa Pakete oder Briefe übertragen?

Hier muss man sich keine Sorgen machen: Ein Virus kann auf unbelebten Flächen nicht lange leben. Es benötigt die Mundschleimhaut seines Trägers oder eines Empfängers. Daher ist eine Infektion nur durch direkten Kontakt oder Tröpfchen, durch Anhusten oder Anniesen möglich. Viren, die auf Papier oder Paketen landen und mehre Tage mit der Post unterwegs sind, sterben ab. Eine Infektion über den Postweg ist daher so unwahrscheinlich, dass sie derzeit eigentlich als ausschließbar gilt.

Wie kann man sich vor dem Corona-Virus schützen?

Eine der wichtigsten Hygienevorschriften ist die, die auch bei Erkältungen, grippalen Infekten und der echten Influenza gilt: in den Ärmel husten oder niesen. Außerdem raten Experten des Robert Koch Instituts (RKI), wenn möglich den körperlichen Kontakt mit Erkrankten zu vermeiden und häufig und gründlich Hände zu  waschen. Diese Maßnahmen seien in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten.

Tipps:

  • auf richtiges Händewaschen achten
  • gut lüften
  • überfüllte Räume und Menschenansammlungen eher meiden
  • tierische Lebensmittel wie Eier und Fleisch nur essen, wenn sie gut erhitzt wurden

Gibt es eine Impfung oder Medikamente?

Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Infektion gibt es noch nicht, lediglich die Symptome können mit Medikamenten abgemildert werden. Der Berliner Virusforscher Christian Drosten glaubt jedoch, dass man die Vorarbeiten vom für Sars verantwortlichen Virus nutzen kann. Darüber hinaus sind Bettruhe, viel Flüssigkeit und viel Frischluft in geschlossenen Räumen angeraten.

Wie gefährlich ist das Corona-Virus?

Aktuell sind in China knapp 6.000 Fälle bestätigt, davon sind 132 verstorben (Stand 29.01.2020), die Zahl unerkannter Infektionen könnte allerdings deutlich höher liegen. Ein großer Teil der Verstorbenen hatte bereits ein angeschlagenes Immunsystem oder war sehr alt. Außerhalb von China sind bisher 87 Fälle bestätigt, vier davon in Deutschland. Ein Todesfall außerhalb Chinas ist bisher nicht bekannt.

Das Problem: Das Virus scheint sich bereits zu übertragen, wenn noch gar keine Symptome auftreten. Auch die Chinesin, die in Bayern ihren deutschen Kollegen angesteckt hat, soll erst auf ihrem Rückflug nach China Symptome entwickelt haben. Ein wichtiger Faktor für die Bewertung, wie leicht sich eine Krankheit ausbreiten kann. Denn besonders gefährlich werden Viren, wenn sie sich sehr schnell von Mensch zu Mensch ausbreiten können.

Viele Einschätzungen vorläufig Die Informationen zum neuen Corona-Virus ändern sich derzeit in hohem Tempo, daher sind die aktuellen Einschätzungen stets als vorläufig zu betrachten. Fragen, die momentan unter Hochdruck weiter ermittelt werden: Wie leicht kann das Virus Menschen infizieren? Wie leicht ist der Erreger von Mensch zu Mensch übertragbar? Wie gefährlich ist das neuartige Virus im Vergleich zu SARS oder MERS?

Gibt es Tests für das neue Corona-Virus?

Ja, es gibt einen Test speziell für das Coronavirus. Sofort nach der Entzifferung der Erbgutsequenz des neuartigen Erregers machten sich Labore daran, einen Test zu entwickeln, mit dem sich möglichst sicher nachweisen lässt, ob ein Patient mit dem Erreger infiziert ist.

Wie lang ist die Inkubationszeit?

Zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome können nach Angaben der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC zwei bis vierzehn Tage vergehen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. Januar 2020 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2020, 17:19 Uhr

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