Ultraschallaufnahmen von Babys in der 12., 21. und 22. Schwangerschaftswoche liegen in der Geburtsklinik vom Krankenhaus St.Elisabeth und St. Barbara nebeneinander.
3-D-Ultraschallbilder von Babys in der 12., 21. und 22. Schwangerschaftswoche Bildrechte: dpa

Tabu-Thema Abort Fehlgeburt - wie kann es dazu kommen?

Man freut sich auf sein Kind, ist voller Glück - und dann platzt dieser Traum wie eine Seifenblase. Was habe ich falsch gemacht, fragen sich viele Frauen, die eine Fehlgeburt erlebt haben. Dabei enden gut 50 Prozent aller befruchteten Eizellen in einem so genannten Abort. Die Ursachen dafür sind vielfältig - und meist natürlich.

Ultraschallaufnahmen von Babys in der 12., 21. und 22. Schwangerschaftswoche liegen in der Geburtsklinik vom Krankenhaus St.Elisabeth und St. Barbara nebeneinander.
3-D-Ultraschallbilder von Babys in der 12., 21. und 22. Schwangerschaftswoche Bildrechte: dpa

Fehlgeburt - bis heute ein Tabuthema

Von einer Fehlgeburt (oder einem Abort) spricht man, wenn eine Schwangerschaft durch Abstoßung endet, bevor das Kind lebensfähig ist. Eine Fehlgeburt erlitten zu haben empfinden viele Frauen als Makel, suchen die "Schuld" dafür bei sich selbst. Dass etwa 50 Prozent aller befruchteten Eizellen in einer Fehlgeburt enden, ist dabei nur wenigen Menschen bewusst. Die meisten Aborte passieren, bevor Frauen ihre Schwangerschaft überhaupt bemerkt haben.

Wann ist das Risiko einer Fehlgeburt am höchsten?

Am geringsten sind die Überlebenschancen eines Embryos in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft. In diesem Zeitraum geschehen etwa 80 Prozent aller Fehlgeburten. In der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche liegt das Risiko für einen Abort bei ungefähr 18 Prozent, ab der 17. Schwangerschaftswoche sinkt es deutlich auf zwei bis drei Prozent. Insgesamt enden etwa 15 Prozent aller Schwangerschaften in einer Fehlgeburt. Mit dem zunehmenden Alter der Mutter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Aborts.

Weshalb ich? Mögliche Gründe für eine Fehlgeburt

Eine Fehlgeburt kann verschiedene Ursachen haben. Oft sind genetische oder chromosomale Veränderungen der Grund, doch auch Missbildungen des Embryos oder Infektionen können eine Fehlgeburt auslösen. Der Abort ist eine natürliche, regulierende Reaktion des menschlichen Körpers.

Die häufigsten Fehlgeburt-Ursachen sind genetische Veränderungen beim Fötus. Die Erbgutinformationen liegen auf den Chromosomen im Zellkern. Deren eine Hälfte kommt von der Mutter, die andere vom Vater. Treten Abweichungen in Anzahl oder Form dieser Chromosomen auf, führt dies zu Fehlanlagen beim Embryo. Infolge dessen ist die Lebensfähigkeit eingeschränkt oder gar nicht gegeben. Der Fötus stirbt ab und es kommt zu einer Fehlgeburt.

Mit Ruhe, Entspannung und guter Ernährung durch die Schwangerwschaft

In der einer Schwangerschaft fordert der Körper der Mutter viel Ruhe und Entspannung. Daher ist es wichtig, Stress zu vermeiden und sich Auszeiten zu nehmen. Auf negative Einflüsse, die der Entwicklung des Kindes schaden könnten, sollte man verzichten.

Für eine gesunde Schwangerschaft spielt der Gesundheitszustand der werdenden Mutter eine große Rolle. Mögliche Erkrankungen sollten zeitnah behandelt werden. Desweiteren sollte auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr geachtet werden. Nimmt man die wichtigen Vitamine und Nährstoffe, die das Baby braucht, nicht auf, kann es sich nicht richtig entwickeln und vom Körper der Mutter abgestoßen werden.

Familiärer Zusammenhalt ist wichtig für die Trauerbewältigung

Viele Paare behalten die Nachricht über eine Fehlgeburt für sich - zu groß ist die Hemmschwelle, frei über das Thema zu sprechen. Um die Trauer um das verlorene Kind verarbeiten zu können, ist familiärer Zusammenhalt in solchen Zeiten besonders wichtig - vor allem für betroffene Mütter. Tipps zur Trauerbewältigung bieten Vereine oder Verbände wie pro familia.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. November 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2019, 16:06 Uhr

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