Osterferien Urlaub trotz Corona? Reisen oder zu Hause bleiben?

Sie stecken mitten in der Planung Ihres Osterurlaubs? Keine gute Idee. Die Ausbreitung des Coronavirus hat massive Folgen für Reisende. Und guten Gewissens kann man eigentlich nirgendwo mehr Urlaub machen. Warum das so ist, was man als Rückkehrer beachten muss - und wie man jetzt möglichst schnell aus dem Urlaub nach Hause kommt, das erfahren Sie hier.

Passagiere mit Mundschutz auf dem Flughafen von Sydney
Wo kann man in Zeiten der Corona-Epidemie noch Urlaub machen? Bildrechte: imago images/AAP

Eine Urlaubsplanung für die Oster- oder Sommerferien gestaltet sich derzeit als äußerst schwierig. Die meisten Fluglinien haben ihren Flugplan zusammengestrichen - und in viele Länder dürfen deutsche Staatsbürger derzeit nicht einreisen. Auswärtiges Amt und Bundesregierung warnen davor, ins Ausland zu reisen. Selbst Inlandsreisen sollte man vermeiden, um eine weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Deutsche Hotels sollen Zimmer nicht mehr an Touristen vermieten.

Wohin sollte ich auf keinen Fall reisen?

Das Robert-Koch-Institut hält über die weltweiten Corona-Risikogebiete auf dem Laufenden. Das sind Gegenden, in denen eine fortschreitende Übertragung des Coronavirus von Mensch zu Mensch vermutet wird. Die Situation wird jeden Tag neu bewertet und die Risikogebiete entsprechend angepasst. Derzeit (Stand: 17.03.2020) gelten folgende Gebiete als risikobehaftet:

  • Italien
  • Iran
  • China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan)
  • Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)
  • Frankreich: Region Grand Est (Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne)
  • Österreich: Bundesland Tirol
  • Spanien: Madrid
  • USA: Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York

Reisewarnung von Auswärtigem Amt und Bundesregierung

Das Auswärtige Amt rät mittlerweile von sämtlichen touristischen Reisen ins Ausland ab, die Bundesregierung warnt dringendst vor jeglicher Art des Reisens. Ohnehin sind mittlerweile zahlreiche Flüge gestrichen worden, mit weiteren drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr ist zu rechnen. Zahlreiche außereuropäische Länder haben ihre Flughäfen für Maschinen aus Europa gesperrt. Auch die Bahn fährt ihre Kapazitäten herunter. Auch beliebte innerdeutsche Reiseziele, wie die Ost- und Nordseeinseln, sind für den Tourismus gesperrt.

Einreiseverbote und Quarantänemaßnahmen für Deutsche

Insbesondere für Deutsche gelten in vielen Ländern Einreiseverbote, Einreisebeschränkungen und Quarantänemaßnahmen. Und ist man einmal vor Ort, kann man von starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens ausgehen: gesperrte Strände, geschlossene Museen, Kaffees und Restaurants. Einreise- und Quarantänevorschriften erfolgen zum Teil ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung. Dann wird selbst die Rück- oder Weiterreise zum Problem.

Welche Rechte habe ich als Urlauber?

Generell gilt: Wer eine Pauschalreise bei einem Reiseveranstalter gebucht hat, bekommt im Ernstfall seine Kosten erstattet, wenn die Reise abgesagt wird oder für das Reiseziel eine amtliche Reisewarnung vorliegt. Individualtouristen, die Flug und Hotel einzeln gebucht haben, können auf den Kosten sitzen bleiben. Es sei denn, der Flug wird von Seiten der Airline gestrichen. Dann gibt es das Geld zurück. Wer allerdings aus Angst vor Ansteckung eigenständig einen Flug stornieren möchte, muss die Kosten dafür in der Regel selbst tragen.

Der Lufthansakonzern zeigt sich kulant. Lufthansa, Eurowings, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Air Dolomiti bieten Kunden bei allen Neubuchungen bis zum 31. März ab sofort die kostenfreie Umbuchung an. Kunden können demnach einmalig ihr Ticket auf ein neues Datum bis zum 31. Dezember 2020 umbuchen. Das gilt auch für schon bestehende Buchungen bis zum 5. März mit Abflugdatum bis 30. April.

Und wenn unterwegs ein Programmpunkt ausfällt?

Was ist, wenn sich während einer Reise der Ablauf ändert und einige Programmpunkte ausfallen, weil bestimmte Regionen gesperrt werden oder ein Kreuzfahrtschiff geplante Häfen nicht mehr anlaufen darf? Für diesen Fall gibt es zwei Möglichkeiten: Der Reisende kann den Preis mindern oder den Vertrag kündigen. Für die Kosten der Rückreise ist dann der Reiseveranstalter zuständig.

Was muss ich beachten, wenn ich zurückkomme?

Passagiere, die per Flugzeug oder Schiff aus China, dem Iran, Italien, Japan, Südkorea oder einem anderen Risikogebiet zurückkommen, müssen bei Ankunft in Deutschland eine "Aussteigekarte" ausfüllen. Auf dieser stehen dann Angaben zur persönlichen Erreichbarkeit für die nächsten 30 Tage, also die Adresse und Telefonnummer. Reisende, die aus China kommen, müssen zusätzlich eine erweiterte Selbstauskunft ausfüllen. Bei einer Infektion können die Gesundheitsämter dadurch nachvollziehen, wer mit wem zusammen gereist ist.

Auch für die Einreise mit dem Auto hat Deutschland Einreiseverbote in Kraft gesetzt und mit strengen Grenzkontrollen begonnen. Betroffen sind die Grenzübergänge zur Schweiz, zu Frankreich, Österreich, Dänemark und Luxemburg. Ausnahmen gelten für den Warenverkehr und für Pendler. Und selbstverständlich ist es jedem deutschen Staatsangehörigen gestattet, in sein Heimatland zurückzukehren. Das Gleiche gilt für Ausländer mit Aufenthaltsberechtigung und Wohnsitz in Deutschland.

Ein Polizist setzt eine Sperre, die den Zugang zum Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa blockiert.
Zwangsquarantäne ist auch am Urlaubsort möglich. Bildrechte: dpa

Rückholaktion durch Reiseveranstalter und Auswärtiges Amt gestartet

Das Auswärtige Amt startet eine Rückholaktion für Tausende Deutsche, die wegen Reisebeschränkungen in der Corona-Krise im Ausland festsitzen. In den vergangenen Tagen haben zahlreiche Länder ihre Grenzen dicht gemacht und Flugverbindungen gekappt - insbesondere nach Deutschland.

Zunächst sollen deutsche Pauschalreisende aus besonders betroffenen Gebieten, wie Marokko, der Dominikanischen Republik, den Philippinen, Ägypten und den Malediven zurückgeholt werden. Auch Reiseveranstalter und Reedereien schicken Flugzeuge, um ihre Kunden wieder nach Hause zu bringen.

Betroffene, die auf eine Rückholaktion angewiesen sind, sollten sich zunächst auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes informieren und ihre Reiseveranstalter oder Airlines kontaktieren. Auch Botschaften und Konsulate stehen für Anfragen zur Verfügung. Außerdem sollten sich alle Reisenden, die noch unterwegs sind, in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eintragen.

Die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor COVID-19 sind:


  • Husten und Niesen in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch
  • Regelmäßiges Händewaschen mit Seife (30 Sekunden lang!)
  • Verzicht auf Händeschütteln
  • Mindestens einen Meter Abstand zu Erkrankten halten

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 17. März 2020 | 17:15 Uhr

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