Finanzen Wegen Coronavirus geschlossen: Müssen Fitnessstudio, Kita & Verein dennoch bezahlt werden?

Veranstaltungen werden abgesagt, Fitnessstudios geschlossen, die Kinderbetreuung muss zu Hause erfolgen. Die Corona-Krise verunsichert - und geht nicht zuletzt auch ins Geld. Für welche entfallenen und bereits bezahlten Leistungen bekommt man sein Geld zurück - und wann ist es sinnvoll, freiwillig auf eine Rückzahlung zu verzichten?

50 Euro Scheine Geld
Veranstaltungen abgesagt, Kitas geschlossen - und im Pay-TV kein Fußballspiel: Welche Kosten bekomme ich erstattet? Bildrechte: Colourbox.de

Kita geschlossen - gibt's jetzt den Beitrag zurück?

Seit dieser Woche sind Schulen, Hortbetreuung und Kitas deutschlandweit dicht. Lediglich in Einzelfällen wird eine sogenannte Notbetreuung angeboten. Für viele Familien bedeutet das nicht zuletzt auch einen finanziellen Einschnitt. Denn zur Betreuung des Nachwuchses muss zumindest ein Elternteil zu Hause bleiben. Und Homeoffice ist nicht für alle Berufsgruppen möglich, zumal wenn man parallel die Kinder im Blick haben muss.

Würden wenigstens die bereits bezahlten Kita-Gebühren erstattet, wäre damit so mancher Familie geholfen. Doch ob das bundesweit möglich sein wird, ist laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bislang unklar.

Spielzeug liegt in einem Sandkasten in einer Kindertagesstätte.
Die Kitas sind wegen der Corona-Krise bundesweit geschlossen. Muss man dennoch die Gebühren zahlen? Bildrechte: MDR/dpa

Kitas werden in Deutschland von verschiedenen Trägern unterhalten. Diese können öffentlich (kommunal) oder frei (also zum Beispiel kirchlich) sein. Ob Eltern die Gebühren für die aktuell geschlossene Kita zurückbekommen, hängt u.a. mit den jeweils zwischen Trägern und Regierung geschlossenen Verträgen zusammen. Einzelne Kommunen haben bereits grünes Licht gegeben, doch noch können nicht alle Eltern aufatmen. Übrigens: Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation bei Musikschul-Gebühren.

Fitnessstudio muss nicht bezahlt werden!

Ganz anders sieht das bei Fitnessstudios aus. Bleiben sie geschlossen, liegt eine Vertragsstörung vor. Der Studiobetreiber kann die angebotenen Dienstleistungen nicht gewährleisten. Damit sind BEIDE Vertragspartner von ihrer Leistungspflicht befreit. Die Beiträge müssen für die Zeit der Schließung also nicht bezahlt werden.

Am besten einigen Sie sich mit dem Betreiber auf eine einvernehmliche Lösung, beispielsweise den Vertrag für die Zeit der Schließung ruhen zu lassen.

Abonnements, die nicht eingelöst werden können ...

Hat man ein Abonnement käuflich erworben, gilt dasselbe wie beim Fitnessstudio. Handelt es sich um eine Karte für mehrere Veranstaltungen, also beispielsweise 10er-Karten für Schwimmbad oder Theater, kommt es darauf an, ob sie in dem vorgegebenen Zeitraum noch eingelöst werden kann. Ist das nicht möglich, hat man einen Anspruch auf Rückerstattung.

Hat man dagegen einen Pay-TV-Kanal abonniert, um bestimmte Fußballspiele live sehen zu können, die jetzt abgesagt worden sind, ist die Corona-Krise kein Kündigungsgrund. Immerhin: Manche Anbieter haben angekündigt, Kosten zu erstatten. Andere bieten die Möglichkeit, eine Abo-Pause einzulegen.

Bekomme ich Vereinsbeiträge erstattet?

Das hängt von der Satzung eines Vereins ab! Denn Anspruch auf eine bestimmte Anzahl an Unterrichts- oder Trainingseinheiten beinhaltet die Mitgliedschaft in einem Verein nicht zwingend. Trainer und Lehrer arbeiten hier oft ehrenamtlich und für den guten Zweck. Vielleicht ein Ansporn, in Situationen wie der Corona-Krise auch mal ein Auge zuzudrücken? Denn viele Vereine sind in ihrer Existenz bedroht, wenn die Mitgliedsbeiträge wegbrechen. Zeigen Sie sich, wenn möglich, solidarisch!

Tickets für abgesagte Veranstaltungen und Festivals

Für die meisten Konzerte, Fußballspiele und Großveranstaltungen, die wegen des Coronavirus abgesagt werden, bekommen Sie Ihr Geld zurück. Lassen Sie bei abgesagten Veranstaltungen jedoch stets Augenmaß walten. Überlegen Sie, ob Sie Terminverschiebungen von Veranstaltungen akzeptieren können, anstatt Ihr Geld zurückzufordern. Insbesondere kleine Firmen und Kulturschaffende kann die Corona-Krise in wirtschaftliche Not bringen.

Ein Abgesagt Schriftzug über einem Konzert-Publikum
Überlegen Sie, ob Sie Terminverschiebungen von Veranstaltungen akzeptieren können, anstatt Ihr Geld zurückzufordern. Bildrechte: MDR/MCS Grafik

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. März 2020 | 17:15 Uhr

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