Fragen und Antworten Das müssen Sie zur Zeitumstellung wissen

BRISANT | 26.03.2019 | 17:15 Uhr

Seit 1980 gibt es in Deutschland eine Sommer- und eine Winterzeit. Auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr wieder vorgestellt und auf Sommerzeit geeicht. Das EU-Parlament hat am Dienstag (26.03.) beschlossen, das zu ändern.

Was passiert in der Nacht zum Sonntag?

Die Uhrzeiger werden um 2.00 Uhr nachts eine Stunde vorgestellt auf 3.00 Uhr. Die Nacht ist an diesem Datum 60 Minuten kürzer, was nicht nur Langschläfern Probleme bereitet. Abends bleibt es nach der Umstellung auf Sommerzeit wieder eine Stunde länger hell. Morgens bleibt es dafür eine Stunde länger dunkel. Allerdings verschiebt sich der Sonnenaufgang in den Sommermonaten ohnehin nach vorne. Somit wecken die Sonnenstrahlen während der Sommerzeit immer früh.

Wie kann man sich merken, ob vor oder zurückgestellt wird?

Es gibt Eselsbrücken. Eine der bekanntesten ist der Vergleich zu Gartenmöbeln. Im Winter stellt man diese zurück ins Haus. Genau so stellt man auch die Uhr zurück. Im Sommer werden die Möbel dann wieder nach draußen gebracht - so wie auch die Uhr vorgestellt wird.

Zwei Wecker stehen im Schlosspark
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Wer sorgt dafür, dass wichtige Uhren umgestellt werden?

Funkuhren und Fernseher, aber auch viele Kirchenuhren sowie Uhren bei Bahn, Feuerwehr und Polizei oder stellen sich automatisch auf die Sommerzeit um. Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig übermitteln ein entsprechendes Signal. Bei Smartphones ist die Umstellung automatisiert, wenn die entsprechende Funktion aktiviert ist.

Wie kommt es zur Debatte um die Abschaffung der Zeitumstellung?

Seit Jahren zeigen Umfragen, dass die Zeitumstellung in vielen europäischen Ländern sehr unbeliebt ist. Deshalb hat die EU-Kommission eine Online-Umfrage in der EU gestartet. Dabei sprachen sich 84 Prozent der rund 4,6 Millionen Teilnehmer für eine Abschaffung aus, die meisten Menschen votierten für eine dauerhafte Sommerzeit.

Wegweiser mit der Aufschrift "Sommerzeit" durchgestrichen, "Winterzeit", Uhr
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Was haben die europäischen Institutionen konkret beschlossen?

Als Konsequenz aus der Umfrage schlug die Kommission vor, 2019 die Zeitumstellung in Europa zu beenden und es den Mitgliedstaaten zu überlassen, zu entscheiden, ob sie dauerhaft die Winter- oder die Sommerzeit haben möchten. Das erwies sich allerdings als nicht durchführbar. Das EU-Parlament hat sich deshalb am Dienstag mit großer Mehrheit für ein Ende der Zeitumstellung im Herbst 2021 ausgesprochen. Jetzt sollen sich die Kommission und die Mitgliedsstaaten bis April 2020 auf eine möglichst einheitliche Regelung verständigen, damit ein Flickenteppich aus verschiedenen Zeitzonen verhindert wird.

Warum ist die Zeitumstellung so umstritten?

Kritiker argumentieren, dass die zweimalige Umstellung pro Jahr den Biorhythmus der Menschen und auch von Nutztieren durcheinander bringe. Das führe bei vielen Menschen zu gesundheitlichen Problemen, darunter vor allem Schlafprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten. Sie unterstreichen zudem, dass die Zeitumstellung, anders als zunächst vermutet, nicht zur Energieeinsparung beiträgt: Zwar werde im Sommer tatsächlich weniger Strom für Licht verbraucht. Im Frühjahr und Herbst werde jedoch in den Morgenstunden auch mehr geheizt.

Haus mit Energielabel und Glühbirne
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Welche Alternative zur Zeitumstellung gibt es?

Denkbar sind entweder eine ständige Winterzeit, die über Jahrzehnte bereits die Normalzeit in Deutschland war. Die deutliche Mehrheit der Deutschen ist allerdings für eine ständige Sommerzeit.

Welche Argumente gibt es für eine ständige Sommerzeit?

Sie würde auch im Winter abends für längeres Tageslicht sorgen. Viele Befürworter sehen darin einen Gewinn für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Was spricht dagegen?

Eine ständige Sommerzeit würde bedeuten, dass es im Winter teilweise erst gegen neun Uhr morgens hell würde. So würden etwa Schüler die ersten Unterrichtsstunden noch im Dunkeln absolvieren. Das erhöht nach Einschätzung mancher Mediziner die Gefahr von Depressionen.

bri/kna

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. März 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. März 2019, 19:02 Uhr

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