Checkliste Gärtnern im Frühjahr: Was ist auf dem Balkon und im Garten zu tun?

Egal, ob einem Fensterbank, Balkon oder ein ganzer Garten zur Verfügung stehen: Zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen, juckt es dem Hobby-Gärtner in den Fingern. Zum Glück sind jetzt auch die Gartencenter bundesweit wieder geöffnet. Was ist im Frühling im Garten und auf dem Balkon zu tun, damit es im Sommer blüht und grünt? Eine Checkliste.

Frühjhr auf einem Balkon, Pflanzen werden aus dem Winterlager geholt und umgetopft
Wer im Sommer eine Blütenpracht möchte, muss jetzt mit der Planung beginnen. Bildrechte: imago images/penofoto

Garten aufräumen und Boden vorbereiten

Ist der Frühling gekommen, ist es höchste Zeit, Garten und Boden von Laubresten und Fallobst aus dem vergangenen Herbst zu befreien. Anschließend die Oberfläche der Erde in den Beeten und unter den Pflanzen leicht durchharken. Dabei sollte man nicht in zu tiefe Erdschichten vordringen, denn dort hat das Leben bereits begonnen.

Auch das leidige Unkrautrupfen gehört zu den notwendigen Gartenarbeiten im Frühjahr. Danach können Dünger wie Kompost oder Hornspäne ausgebracht werden - je nach Beschaffenheit des Bodens. Schwere lehmige Böden brauchen Sand und Rindenhumus, leichte sandige Böden reichhaltiges Gesteinsmehl und lehmhaltige Erde.

Rasenpflege im Frühjahr

Ein saftig grüner Rasen ist der Stolz so manchen Gartenbesitzers. Doch wer es besonders prächtig haben will, muss mit der Pflege bereits im März beginnen.

Dabei ist die Rasenfläche mit einem Rechen gründlich von Moos zu befreien. Wem das zu mühselig ist, kann sich im Gartencenter für wenig Geld einen Motor-Vertikutierer ausleihen. Auf chemische Hilfsmittel sollte verzichtet werden.

Gehölze schneiden

Wer im Sommer reiche Blüte will, muss im Frühjahr schneiden. Das gilt vor allem für Strauchrosen und Ziersträucher. Die Winterblüher sollten Sie auslassen, da sie sonst einen Teil ihrer Blüte verlieren. Und: Arbeiten Sie mit scharfen und sauberen Gerätschaften, sonst könnte der Schaden größer als der Nutzen sein.

Obstbäume und Hecken dürfen aktuell nur zart gestutzt werden, um die Vögel nicht beim Nestbau zu stören. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, in der sogenannten Schonzeit zwischen 1. März und 30. September Gehölze und Hecken radikal zurückzuschneiden.

Übrigens: Wer einen neuen Sichtschutz pflanzen möchte, der sollte das idealerweise ebenfalls im März tun.

Zur Gartenarbeit gehört im Frühjahr auch, dass Sträucher mit Hilfe einer kleinen Astschere zurück geschnitten werden, wie hier im Bild der Winterjasmin.
Vor allem Ziersträucher benötigen im Frühjahr einen Schnitt. Dafür blühen sie im Sommer umso schöner. Bildrechte: imago images/Fotostand

Pflanzzeit: Womit kann man beginnen?

Wer sich nach bunten Blumen im Garten oder Balkonkasten sehnt, kann schon jetzt die ersten Frühjahrsblüher, wie Hyazinthen, Traubenhyazinthen und Narzissen, rauspflanzen. Die Pflanzen sind vorgetrieben im Gartenmarkt zu haben.

Gemüsesorten wie Blumenkohl, Kohlrabi oder Schnittsalat können bereits ab Februar im Haus vorgezogen werden. Doch auch im März ist es noch nicht zu spät - auch nicht für Tomaten.

Die Direktsaat im Beet ist von der Winterhärte der jeweiligen Blumen- oder Gemüseart abhängig. Wann welche Sorte dran ist, kann auf der Verpackung nachgelesen werden.

Einige Gemüsearten, wie Möhren, Mangold oder Zwiebeln, dürfen bereits im März direkt in den Boden gesät werden. Ebenso unempfindliche Kräuter wie Petersilie, Kümmel, Beifuß, Zitronenmelisse, Liebstöckel, Schnittlauch und Sauerampfer oder blühende Herbststauden wie Chrysanthemen, Astern, Japananemonen und viele Gräser.

Im Anschluss die Beete mit Folie oder Vlies abdecken, damit die Sämlinge vor Frost geschützt sind.

Frühjahrsarbeiten im Garten.
Die ersten Frühjahrsblüher können jetzt in den Garten gesetzt werden. Bildrechte: imago images/Klaus W. Schmidt

Gilt auch für den Balkon: Kübelpflanzen umtopfen

Sobald die Temperaturen im Frühjahr dauerhaft über dem Gefrierpunkt liegen, ist es Zeit, die Kübelpflanzen aus ihrem Winterquartier zu holen. Nach der langen Ruhephase sind die Gewächse hungrig nach Sonnenlicht und Wärme. Alle zwei bis drei Jahre ist es notwendig, die Pflanzen umzutopfen.

Ein größerer Topf macht es der Kübelpflanze möglich, sich wieder frei zu entfalten. So kann sie Nahrung aus der Erde ziehen und durch Ausbilden neuer Wurzeln für sicheren Stand sorgen. Eine reiche Blüte belohnt die Mühen.

Qual der Wahl - Wie wählt man die Bepflanzung für Balkon und Garten aus?

Eine gute Planung ist alles. Zeichnen Sie sich die Maße Ihres Gartens (oder ihrer Balkonkästen) auf - und überlegen Sie sich genau, was Sie wohin pflanzen wollen. Wichtig ist, dabei die Schatten-, Halbschatten- und Sonnenplätze zu bedenken. Sonst wird aus dem Blütentraum nichts, denn jede Pflanze hat ihre Vorlieben.

Wer seine Pflanzen selber ziehen möchte, kann das in einem Saatkasten am Fenster tun. Dafür eignen sich neben Kräutern wie Basilikum, Kerbel und Koriander Blumen wie Löwenmäulchen, Begonien, Schmuckkörbchen, Männertreu und Eisenkraut.

Wie man pflegt, so sitzt man: Gartenmöbel & Co.

Auch in Sachen Garten-, Balkon- und Terassenmobiliar ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Grundüberholung gekommen. Wer jetzt putzt, ölt oder lackiert und für frische Polster sorgt, hat's im Sommer umso gemütlicher. Und mit ein wenig Glück kann man bereits zu Ostern in der Sonne sitzen. Schon an einen neuen Sonnenschirm gedacht?

Nistplätze für die Vögel

Frühlingszeit ist Nistzeit. Werden Frühlingstemperaturen milder, beginnen die Vögel mit den Vorbereitungen für den Nestbau. Vielerorts fehlen natürliche Nistplätze. Deshalb sind die Vögel auf unsere Hilfe angewiesen.

Wer bereits einen Nistkasten im Garten hat, sollte ihn spätestens im Frühjahr säubern. Wer einen neuen anschaffen möchte, sollte auf die Angebote von Naturschutzverbänden zurückgreifen. Die sind dann auch wirklich für die gefiederten Freunde geeignet.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. März 2021 | 17:15 Uhr

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