Gemeine Falle Giftköder - Wie kann man seinen Hund davor schützen?

Giftköder - für Hundebesitzer sind sie der Horror. Kommt der eigene Vierbeiner damit in Kontakt, kann das seinen Tod bedeuten. Wie können Herrchen und Frauchen den Hund vor der überall lauernden Gefahr schützen? Und was tun, wenn das Tier doch eines der vermeintlichen "Leckerli" gefressen hat?

Warnung am Hoppenlau-Friedhof in Stuttgart. Giftköder für Hunde.
Warnung vor Giftködern: Wie kann man seinen Hund davor schützen? Bildrechte: IMAGO / Arnulf Hettrich

Auf langen Spaziergängen die Welt zu erkunden - Hunde lieben es. Doch diese Leidenschaft ist mit Gefahren verbunden. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen sogenannte Giftköder auslegen, um den Tieren zu schaden. Für den Hund kann das im schlimmsten Fall tödlich enden. Umso wichtiger ist es, dass Hundehalter entsprechende Vorkehrungen treffen, um ihren Vierbeiner zu schützen.

Wo werden Giftköder für Hunde ausgelegt?

Meist werden Giftköder dort ausgelegt, wo Hunde regelmäßig ihre Gassirunden drehen: in Parks, auf Grünstreifen an Gehwegen oder im dichten Gebüsch öffentlicher Grünanlagen, aber auch auf öffentlichen Plätzen.

Woran erkennt man sogenannte Hundeköder?

Köder, die bewusst ausgelegt worden sind, um Hunden zu schaden, sind meist mit Rasierklingen, Nägeln, Scherben oder giftigen Substanzen versetzte Hackbällchen, Wurst- oder Fleischstücke.

Doch auch als Parasitenvertilgungsmittel ausgelegte Gifte, allen voran Rattengift und Schneckenkorn, sind häufig an Vergiftungen eines Hundes schuld. Einige von ihnen entfalten ihre tödliche Wirkung innerhalb weniger Minuten. Und: Manchmal reicht es schon aus, wenn der Hund nur daran riecht.

Auch Pestizide und Düngemittel frisch behandelter Wiesen können für den Hund zu Gefahr werden.

Wurststück, mit einer Messerklinge präpariert
Gemeine Falle für neugierige Hunde: ein mit Klingen präpariertes Stück Wurst. Bildrechte: IMAGO / Reinhard Kurzendörfer

Giftköder entdeckt - was tun?

Wird vor Giftködern in einem bestimmten Stadteil gewarnt, sollte man dort - wenn möglich - erstmal keine Gassirunden mehr drehen. In der Regel informieren andere Hundebesitzer oder Tierschutzvereine über Aushänge, in Social-Media-Gruppen oder per Giftköder-Warn-Apps über die Gefahr für die Tiere.

Stößt man selber auf einen Giftköder, sollte umgehend die Polizei informiert werden. Die entfernt den Köder - und sucht die Umgebung nach weiteren ab. Giftköder auszulegen ist in Deutschland eine Straftat und wird strafrechtlich verfolgt. Wer dabei erwischt wird, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

Wie kann man seinen Hund vor Giftködern schützen?

Nicht immer ist es möglich, potentielle Giftköder-Gebiete mit seinem Vierbeiner zu meiden. Umso wichtiger ist es, den Hund auf der Gassirunde im Auge zu behalten. Lenken Sie ihn ggf. ab, wenn ihm etwas "in die Nase kommt". Hilft alles nichts, muss notfalls ein Maulkorb angelegt werden.

Anti-Giftköder-Training

Prinzipiell sollte jeder Hund lernen, nicht jedes Futter aufzunehmen, das er findet. Das nennt man auch Anti-Giftköder-Training. Findet ein Hund Futter, bleibt er davor stehen und zeigt es an, anstatt es gleich zu fressen. Natürlich gibt es dafür von Herrchen ein Leckerli - gegebenenfalls auch zum Tausch. Zahlreiche Anleitungen für das Training finden sich im Internet, auch Hundeschulen bieten ihre Unterstützung an.

Giftköder für Hunde
Ein mit Gift versetztes Leckerli. Bildrechte: IMAGO / Reinhard Kurzendörfer

Was tun, wenn der Hund einen Köder verschluckt hat?

Hegt man auch nur den kleinsten Verdacht, dass der Vierbeiner einen Giftköder aufgenommen haben könnte, gilt es schnell zu handeln und ihn zum Tierarzt zu bringen. Die meisten Giftköder verursachen bereits innerhalb kürzester Zeit erste Vergiftungsanzeichen.

Das können sein:

  • Erbrechen (häufiges und oft das erste Symptom bei Vergiftungen)
  • übermäßiges Hecheln
  • vermehrt weißer Speichel
  • blasse Schleimhäute
  • veränderte Pupillen
  • eine allgemeine Teilnahmslosigkeit

Wird man Zeuge, wie der Hund mit einem Giftköder in Kontakt kommt, sollte man das Tier schnellstmöglich von der Gefahrenquelle entfernen. Auch dann gilt es, einen Tierarzt zu kontaktieren - und möglichst eine Probe des Giftköders mitzubringen. Im Vorteil ist, wer einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde absolviert hat.

Was sollte man auf keinen Fall tun?

Zum Erbrechen bringen sollte man einen Hund auch dann nicht, wenn er bereits einen Teil des Giftköders gefressen hat. Enthält der Köder ätzende Gifte oder scharfe Gegenstände, kann das den Rachen des Tiers verletzen.

BRISANT/vier-pfoten.de/hundeo.com

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. September 2022 | 17:15 Uhr

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