Was ist erlaubt? Grabpflege und Grabgestaltung - Rechte und Pflichten von Angehörigen

Das Grab eines geliebten Menschen - für Freunde und Angehörige ein ganz besonderer Ort, um an den Verstorbenen zu denken und zu trauern. Doch die letzte Ruhestätte muss regelmäßig gepflegt werden, das schreiben die Friedhofsverordnungen fest. Wer ist dafür verantwortlich? Wie kann eine Grabpflege aussehen - und welche Pflanzen dürfen auf einem Grab wachsen?

Figur auf einem Friedhof
Grabpflege ist meist auch Trauerbewältigung. Dennoch muss man sich an einige Regeln halten. Bildrechte: imago images/Jochen Tack

Wer ist für die Pflege eines Grabs verantwortlich?

Verantwortlich für die Pflege des Grabs sind die nächsten Angehörigen bzw. Erben des Verstorbenen. Wer keine Zeit hat oder zu weit entfernt lebt, um das Grab selbst zu pflegen, kann eine Friedhofsgärtnerei oder einen Gieß-Service beauftragen.

Ganz billig ist das jedoch nicht. Je nach Dauer, Umfang und Größe der Grabstätte liegen die Kosten dafür bei mehreren hundert Euro pro Jahr. Ein Urnengrab ist entsprechend günstiger.

Gießkannen zur Grabpflege angeschlossen an einen Ständer
Grabpflege ist Pflicht. Wer keine Zeit dafür hat, muss einen Gieß-Service oder eine Friedhofsgärtnerei beauftragen. Bildrechte: imago images/Bild13

Welche Pflanzen dürfen auf's Grab?

Wie ein Grab gestaltet werden kann, ist in der jeweils geltenden Friedhofssatzung geregelt und damit regional unterschiedlich. Grabplatten, Schotter und Kiesel sind nicht überall gestattet.

Wuchernde Pflanzen, die sich durch ihr Wurzelwerk unterirdisch vergrößern und so Wege und Nachbargräber erobern könnten, dürfen meist nicht angepflanzt werden. Unerwünscht sind oft auch Pflanzen, die sich durch Samenwurf selbst vermehren und dadurch verbreiten. Einige Friedhofsverordnungen geben darüber hinaus weitere Details vor, wie etwa die zulässige Wuchshöhe. Verboten sind zudem unerlaubt eingeführte exotische Pflanzen.

Im Rahmen des Möglichen sollte bei der Gestaltung eines Grabes der letzte Wille des Verstorbenen berücksichtigt werden. Dadurch wird die Arbeit am Grab zu einem Teil der Trauerbewältigung.

Eine Frau beim Pflanzen einer Farbpalette auf einem Mustergrab.
Prinzipiell sollte eine Grabgestaltung dem letzten Willen des Verstorbenen berücksichtigen - oder an ihn erinnern. Bildrechte: dpa

Kräuter und Gemüse als Grabbepflanzung - ist das erlaubt?

Aktuell sorgt der Matzleinsdorfer Friedhof in Wien für Schlagzeilen. Dort werden einige Gräber für den Anbau von Gemüse und Kräutern genutzt. Auch auf dem Hauptfriedhof Braunschweig zieren orangefarbene Kürbisse und Erdbeerpflanzen ein Doppelgrab.

Vor sechs Jahren sorgte in Deutschland ein ähnlicher Fall für Diskussion. Eine junge Frau hatte in Neuburg an der Donau das Grab ihrer Großeltern mit Tomaten bepflanzt, da diese mit Erinnerungen an den verstorbenen Opa verbunden waren. Letztlich gab die Stadt der Trauernden Recht.

Was auf einem Grab angepflanzt darf - oder eben nicht - regelt die Friedhofssatzung. Wird Gemüse darin nicht explizit ausgeschlossen und wuchert das Grün nicht über die Grabbegrenzung hinaus, steht dem Gemüseanbau prinzipiell nichts im Wege.

Eine Gewächshaus, Abdeckungen mit Planen kommen auf einem Friedhof natürlich nicht in Frage. Außerdem sollte ein Grab so gestaltet werden, dass es für die Angehörigen der benachbarten Gräber nicht zum Ärgernis und dem würdevollen Erscheinungsbild eines Friedhofs gerecht wird.

Rote Tomaten hängen 2016 an einem Strauch auf einem Grab.
Auf dem Friedhof Tomaten anpflanzen? Einer jungen Frau in Neuburg an der Donau ist das bereits vor Jahren gestattet worden. Bildrechte: dpa

Gemüseanbau auf Friedhof früher durchaus üblich

Früher war der Anbau von Obst und Gemüse auf dem Kirchhof - wo die Menschen bestattet wurden - durchaus üblich. Die Fläche rund um die Kirche diente in der Regel dem Unterhalt des Pfarrhauses.

BRISANT/dpa/mein-schöner-garten.de/Verbraucherzentrale

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. August 2022 | 17:15 Uhr

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