Juckreiz Fiese Grasmilben - So schützen Sie sich vor dem Insektenbiss

Kennen Sie Grasmilben? Gerade im Sommer sind die kleinen roten Spinnentierchen auf Wiesen unterwegs. Und genau wie Kriebelmücken stechen sie nicht, sondern beißen! Der Juckreiz dauert oft wochenlang an. Wie Sie sich und Ihre Haustiere schützen können, sagen wir hier.

Grasmilbe
Grasmilben-Larven sind winzig, nur 0,2 bis 0,3 Millimeter groß. Bildrechte: Hessischer Rundfunk

Grasmilben werden auch Erntemilben oder Herbstmilben genannt. "Herbst" ist als Begriff aber etwas unscharf, da die Larven der Milben bereits im Sommer unterwegs sind. Und nur sie beißen. Die nur 0,2 bis 0,3 Millimeter winzigen flinken Plagegeister heften sich an Grashalme und lassen sich von dort auf vorbeilaufende Füße fallen - egal ob von Mensch oder Tier.

Larve meint das Jungtier der Milbe, nicht zu verwechseln mit einer Made!

Die Grasmilbenlarven lieben zarte oder feuchtwarme Körperstellen wie Knöchel, Unterschenkel, Bauchnabel, Kniekehlen oder Achselhöhlen. Dort ritzen sie die Haut an, sondern Speichel ab und saugen das sich auflösende Gewebe. Nach einigen Stunden krabbeln sie wieder fort.

Rund 24 Stunden nach dem Biss bilden sich stark juckende, rote Quaddeln, die jucken wie die Hölle! Ansonsten ist ein Biss der Grasmilbe harmlos, sie übertragen keinerlei Krankheiten.

Quaddeln und Knötchen auf Arm durch eine allergische Reaktion
Früher, als noch auf den Feldern gearbeitet wurde, nannte man die Quaddeln "Erntekrätze". Bildrechte: IMAGO

So schützen Sie sich

  • Gehen Sie nicht barfuß über trockene Wiesen
  • Tragen sie beim Wandern festes Schuhwerk und stecken Sie die Hose in die Socken - das schützt auch vor Zecken
  • Mähen sie Ihren Rasen regelmäßig und entsorgen Sie den Grasschnitt nicht im eigenen Garten. Sonst verteilen Sie die Milben nur.

Was tun nach dem Biss?

  • Kratzen Sie nicht an der Wunde! Sonst können Bakterien eindringen und Entzündungen auslösen.
  • Desinfizieren Sie die Wunde
  • Juckreizstillende Salben und Hydrocortison lindern
  • Auch Zwiebel- oder Zitronensaft sollen den Juckreiz lindern

Grasmilben-Bisse bei Haustieren

Grasmilben lieben nicht nur die zarte Menschenhaut, sondern von Natur aus auch Hunde, Katzen oder Weidetiere. Häufig sind Mäuse von den Plagegeistern befallen. Beim Haustier erkennt man einen Befall daran, dass das Tier sich ständig kratzt und an den Pfoten leckt.

Dalmatiner kratzt sich mit der Hinterpfote am Hals
Ihr Hund kratzt sich oft? Dahinter könnte ein Grasmilben-Befall stecken. Bildrechte: imago/Frank Sorge

Denn gerade dort, in den Zehenzwischenräumen, siedeln oft ganze Grasmilbengruppen. Auch der Bauch sowie die Leisten- und Achselgegend sind häufig von Quaddeln übersät.

Grasmilben wandern nicht von Mensch zu Tier oder umgekehrt.

Kämmen Sie Ihr Haustier mit einem feinzackigen Läusekamm und streichen sie diesen über einem weißen Blatt Papier aus. Fallen winzige orangefarbene oder rötliche Punkte herab, handelt es sich ziemlich sicher um Larven der Grasmilbe.

So schützen Sie Ihr Haustier

  • Waschen Sie Pfoten und Bauchfell des Vierbeiners nach dem Spaziergang lauwarm ab
  • Waschen Sie regelmäßig Schmusedecken und Spielzeuge
  • Entzünden sich die Biss-Stellen, sollte man zum Tierarzt gehen. Er verschreibt entzündungshemmende Salben, Sprays oder Puder.

Für Haustiere gibt es spezielle Sprays aus ätherischen Ölen, die Grasmilben effektiv abwehren und den Juckreiz lindern sollen.

Eine Katze schläft auf dem Kopf eines Hundes
Damit es den Vierbeinern gut geht, sollten Sie sie regelmäßig auf Grasmilben untersuchen. Bildrechte: imago images/Ardea

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 16. September 2020 | 17:30 Uhr

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