Durchhalten Wie sinnvoll sind Neujahrs-Vorsätze?

Die Neujahrsvorsätze stehen an! Mehr Sport, weniger Zigaretten, bessere Ernährung - wenn nur der innere Schweinehund nicht wäre. Und das Datum. Denn geht es nach Psychologin Stefanie Stahl, ist der 1. Januar der eigentliche Knackpunkt an der ganzen Sache.

Ein Mann der raucht
2023 soll endlich Schluss mit Qualmen sein? Warum viele an ihren guten Vorsätzen scheitern. Bildrechte: imago images/Westend61

Am 17. Januar ist der Wirf-deine-Jahresvorsätze-über-Bord-Tag. Und so manch guter Vorsatz für das neue Jahr dann schon wieder Geschichte. Doch warum ist das so?

Gute Vorsätze zum neuen Jahr sind nach Einschätzung der Psychologin und Bestsellerautorin Stefanie Stahl meistens zum Scheitern verurteilt. "Weil sie viel zu rational beschlossen werden und nicht wirklich von innen heraus kommen", sagte Stahl.

Denn wenn sie wirklich von innen heraus kommen, dann brauche ich keinen Jahrestag und warte ich nicht bis zum 1. Januar. Dann kann ich auch sofort anfangen.

Stefanie Stahl

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und Gewohnheiten zu ändern extrem anstrengend und zeitraubend. Bis sich etwas Neues als Routine festsetzt, dauert es rund 2 Monate. Da heißt es dranbleiben.

Welche Vorsätze haben die Deutschen?

Wichtigstes Vorhaben für 2023 ist übrigens der Wunsch nach weniger Stress. Das gaben 67 Prozent der Befragten einer aktuellen und repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit an.

Auf den Plätzen zwei und drei landen mehr Zeit für Familie und Freundeskreis sowie klimafreundliches Verhalten (je 64 Prozent). Besonders junge Menschen (14 - 29 Jahre) wollen weniger am Handy und Computer daddeln. Übrigens: 56 Prozent der Befragten haben 2022 ihre Vorhaben länger als drei Monate durchgehalten.

Eine Frau meditiert in einem Park
Weniger Stress, mehr Zeit für die Famiie - das nehmen sich die Deutschen für 2023 vor. Bildrechte: imago/Westend61

Kleine Schritte - große Wirkung

Die eigene Motivation zu überprüfen sei daher entscheidend, sagt auch Iris Macke, Chefredakteurin beim ökumenischen Verein "Andere Zeiten". Sinnvoller als reine Selbstoptimierung sei ein Wechsel der Perspektive: Was ist mir wichtig, was möchte ich in nächster Zeit in den Mittelpunkt rücken? Und ganz wichtig: immer in kleinen, konkreten Schritten angehen. Statt "Ich will etwas abnehmen" sollte es heißen "Ich will bis Anfang Mai 6 Kilo abnehmen".

Frau sitzt auf Hometrainer und raucht dabei eine Zigarette.
Setzen Sie sich kleine Ziele. Und nur 2-3 Vorsätze auf einmal! Bildrechte: Colourbox.de

Dinge, die man ändern will, sollten in die Alltagsroutine eingebaut werden, rät Stahl. Wer sich beispielsweise nur mehr bewegen möchte, kann einfach regelmäßig eine Station früher aus der U-Bahn aussteigen. Oder immer Mittwochs um 18 Uhr joggen gehen. Oder pro Woche 5 Zigaretten weniger rauchen. Daraus kann eine neue Gewohnheit werden.

BRISANT/dpa/KNA

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. Dezember 2022 | 17:15 Uhr

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